Jede Menge Müll zu verschenken!

Gernot Tautschnig von der Leube GmbH möchte die Abfall-Lagerfläche schon längst für betriebliche Nutzung verwenden.
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GOLLING (tres). Geschätzte 10.000 Tonnen an Abfall liegt seit 2007 im hinteren Bereich des Zementwerk-Areals der Firma Leube und rottet dort mehr oder weniger vor sich hin.

Hie und da wächst schon ein Bäumchen zwischen Plastik, Papier und Gummi durch. "Die Natur holt sich alles zurück", erklärte Prokurist Gernot Tautschnig von der Leube GmbH der Bezirksblatt-Redaktion im Jahr 2013 bei einem Lokalaugenschein.

Doch natürlich ist so etwas kein Zustand, den man sich wünscht. Auch Gollings Bgm. Anton Kaufmann stinkt es schon gewaltig.
Jetzt könnte man sagen: Warum räumte Leube die riesen Müllberge nicht schon längst weg? Tautschnig: "Wir sehen nicht ein, dass wir den Abfall entsorgen, weil er uns nicht gehört." Leube kann aber seit Jahren dieses zugemüllte Areal für eigene Zwecke nicht nutzen.

Wem gehört der Abfall?

Aber wem gehört der Abfall? "Der Firma MAMI GmbH, die 2007 in Konkurs geschlittert ist", sagt der Leube-Prokurist: "1998 haben wir mit MAMI eine Zusammenarbeit begonnen. Der Auftrag war, an uns Ersatzbrennstoff zu liefern, der aus bestimmten Rohmaterialien, die in dem Abfall - hauptsächlich Kunststoffe - vorkommen, hergestellt wird. Der Sinn war, damit Kohle und Heizöl ersetzen zu können. Nachdem MAMI insolvent wurde, endete die Zusammenarbeit und seitdem ist das Areal mit Massen an Abfall vollgestopft.

"Für uns, also das Land Salzburg, ist klar, dass dieser Abfall der MAMI GmbH, die es aber nicht mehr gibt, gehört", betont Bernhard Schneckenleithner vom Land Salzburg, Abt. 5 (Umweltschutz und Gewerbe): "Die Eigentümerin Lieselotte Gantze hat sich übernommen und viel zu viel Abfall angehäuft und das auch noch auf Flächen, wo sie es nicht dufte."

Keiner fühlt sich zuständig

Lieselotte Gantze verweigerte die Auskunft. Peter Gantze, Inhaber von MAMI Modern Allround Management International in Adnet (früher MAMI GmbH) antwortet: "In Golling wurde kein Abfall gelagert. Außerdem ist das kein Müll, das sind Ersatzbrennstoffe. Wem diese gehören, weiß ich nicht. Uns jedenfalls nicht!"

Das war das Problem: Niemand wollte für den Abfall zuständig sein, daher wollte ihn auch niemand entsorgen.

"Frau Gantze legte permanent Einsprüche gegen die Räumungsbescheide der Behörden ein, daher dauert das Verfahren schon Jahre", erklärte Schneckenleithner und prognostizierte schon 2013: "Letztendlich wird es egal sein, ob MAMI der Verursacher der Müllberge ist. Die Firma ist in Konkurs, da ist nichts mehr zu holen. Die Beseitigung wird wahrscheinlich der Bund, also der Steuerzahler, tragen müssen. Im schlimmsten Fall wäre das eine Million Euro."

Jetzt wird geräumt!

Und so ist es nun auch: Jetzt ist der Bescheid vom Obersten Gerichtshof erfolgt, wonach der Räumungsbescheid gültig ist.
Da die Firma Mami zahlungsunfähig ist, zahlt der Steuerzahler die Räumungsaktion. Allerdings scheint der "schlimmste Fall" nun noch schlimmer: Bis zu zwei Millionen Euro soll die Räumung sogar kosten. Die Müllberge sollen bis zum Frühjahr 2016 entfernt sein.

Gernot Tautschnig von der Leube GmbH möchte die Abfall-Lagerfläche schon längst für betriebliche Nutzung verwenden.
Geschätzte 10.000 Tonnen an Abfall liegt im hinteren Bereich des Zementwerk-Areals der Firma Leube und rottet dort seit 2007 mehr oder weniger vor sich hin.

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