Kein Freund von Satz-Ungetümen

Bezirkshauptmann Helmut Fürst gefällt es gut in seinem BH-Chef-Sessel.
  • Bezirkshauptmann Helmut Fürst gefällt es gut in seinem BH-Chef-Sessel.
  • hochgeladen von Theresa Kaserer

Seit 1. Dezember 2010 bekleidet Helmut Fürst das Amt des Halleiner Bezirkshauptmanns. Auf die ersten Monate seiner Amtszeit sieht er positiv zurück und er freut sich auf die kommenden Jahre. Nur länger als zwei Seiten sollte bei ihm kein Bescheid sein, sonst wird er ungeduldig! Und Amtsdeutsch mag er gar nicht.

BEZIRKSBLATT: Wie gefällt es Ihnen im Tennengau?
HELMUT FÜRST: „Es gefällt mir sehr gut im Tennengau. Es kommt mir vor als wäre ich schon viel länger hier. Seit einigen Wochen wohne ich auch im Bezirk. Meinen Hauptwohnsitz im Pinzgau werde ich bis auf weiteres jedoch aufrecht erhalten.“

BEZIRKSBLATT: Warum haben Sie sich für den Posten als BH-Chef von Hallein beworben?
HELMUT FÜRST: „Ich wollte einmal wieder etwas anderes. Ich war als Sozialarbeiter in der Jugendwohlfahrt tätig und als Jurist, Gruppenleiter und stellvertretender Bezirkshauptmann an der Bezirkshauptmannschaft Zell am See. Als der Posten in Hallein frei wurde, war es für mich logisch, dass ich mich dafür bewerbe. Zu Hallein hatte ich schon davor viele berufliche und private Verbindungen.“

BEZIRKSBLATT: Ihr Amtsvorgänger, Klaus Dieter Aigner, meinte in einem Bezirksblatt-Interview: „Der Neue muss offen sein, geradlinig, er muss lösungsorientiert arbeiten, offen alles aussprechen, nicht taktieren und er muss soziale Kompetenz mitbringen.“ Bringen Sie diese Voraussetzungen mit?
HELMUT FÜRST: „Diese Beschreibung passt, denke ich, ganz gut.“

BEZIRKSBLATT: Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
HELMUT FÜRST: „Ich gehe eher unkompliziert an eine Sache heran, ich bespreche die Dinge gern direkt und auf kurzem Wege. Es ist mir wichtig, die Leute an einen Tisch zu holen, damit sie ihre Sichtweisen schildern können - denn jeder hat seine Gründe: Ein Mensch verfolgt ja eine Sache nur, weil sie seiner Ansicht nach sinnvoll ist. Eine Schwäche ist, dass ich manchmal zu ungeduldig bin, wenn es mir zu langsam geht.“

BEZIRKSBLATT: Was sehen Sie als Ihre vorderdringlichste Aufgabe als Bezirkshauptmann?
HELMUT FÜRST: „Die Parlamente geben uns in der Verwaltung in Form der Gesetze die Spielregeln vor und schaffen damit die Basis für unsere Arbeit. Meine Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass einerseits diese Gesetze auch vollzogen werden, aber auch - und darauf lege ich besonderen Wert - dass die Gesetze für die Bürger verständlich und nachvollziehbar vollzogen werden.Wichtig ist daher, dass Bescheide kurz und prägnant verfasst sind, Auskünfte kompetent und freundlich gegeben werden und eine wertschätzende Haltung gegenüber unseren Kunden gelebt wird.“

BEZIRKSBLATT: Der neue Bezirkshauptmann ist also kein Freund vom „Beamtendeutsch“?
HELMUT FÜRST: „So kann man das sagen. Ein Bescheid muss lesbar sein, die zentrale Aussage an erster Stelle stehen. „Beamtendeutsch“ ist ja häufig der Versuch, etwas besonders präzise rechtstechnisch zu beschreiben. Dabei schießt man sich meist ein Eigentor, weil den Text dann niemand versteht. Ich sage auch: „Jeder durchschnittliche Bescheid, der länger als zwei Seiten misst, ist zu lange!“

BEZIRKSBLATT: Die heißesten Themen im Bezirk sind die geplante 380 kV-Leitung und die Tauerngasleitung. Was ist Ihre Meinung dazu?
HELMUT FÜRST: „Natürlich will niemand eine Strom- oder Gasleitung vor der eigenen Haustüre haben, aber es besteht offenbar die Notwendigkeit für diese Projekte. Die für die Bevölkerung schonendsten Varianten müssen hier gefunden werden, die BH hat diesbezüglich aber kein Mitspracherecht. Die Bürgermeister des Tennengaus vertreten hier ihre Bürger in bestmöglicher Weise.“

BEZIRKSBLATT: Im gesamten Bundesland ist die Kriminalität im ersten Quartal 2011 angestiegen (+ 17,8 %). Auf der BH Hallein mit + 5,1 % noch am geringsten. Die Aufklärungsquote in Hallein beträgt 47,6 %, eine der höheren im Bundesland. Ist Hallein sicher?
HELMUT FÜRST: „Die Aufklärungsquote ist in Ordnung, wenn man bedenkt, dass Eigentumsdelikte wie Einbrüche schwer aufzuklären sind. Hallein ist einer der sichersten Bezirke unseres wunderschönen und lebenswerten Bundeslandes und ich werde alles dafür tun, damit das auch so bleibt. Sicherheit ist eines der wichtigsten Themen für die Bevölkerung und die Basis für alles Weitere. Mein Hauptaugenmerk als Bezirkshauptmann gilt neben der Sicherheit vor allem der Wirtschaft und dem Sozialbereich inklusive der Jugendwohlfahrt .

Interview von Theresa Kaserer

Autor:

Theresa Kaserer aus Salzburg-Stadt

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