Kühe sind auch nur "Weiberleut"

Thomas Strubreiter und sein Team treiben ihre Tiere, wie jedes Jahr, abseits vom Touristentrubel, ins Tal.
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  • hochgeladen von Theresa Kaserer

SCHEFFAU/ST. KOLOMAN (tres). "Wenn eine Kuh merkt, dass eine andere - gar eine rangniedrigere - schöner aufgekranzt ist, wie sie, oder wenn sie eine größere Glocke hat, dann hast beim Almabtrieb keine Ruhe", erklärt Thomas Strubreiter am Weg ins Tal.

Damit beantwortet der Auerbauer gleich die Frage, ob ein Almabtrieb mit aufgekranzten Kühen Tierquälerei ist: "Nein! Eine Kuh wiegt 800 Kilo, der Schmuck mit Glocke circa sieben. Die Glocke ist für eine Kuh ein Statussymbol."

Ein "Arche-Bauer" hat wohl recht

Und wenn Strubreiter das sagt, dann glaubt man ihm: Schließlich hat er sich als "Arche-Bauer" der Erhaltung heimischer Nutztierrassen verschrieben.
Vom glücklichen Leben seiner Tiere auf der Alm kann sich jeder vier Sommermonate lang am Seewaldsee in St. Koloman überzeugen. Aber heute geht es für Mensch und Tier wieder talwärts, zum Bauernhof nach Scheffau.

Warum einige Kühe keinen Kranz am Kopf haben? "Bei denen ist alles schon geflogen", erklärt der Bauer, "das haben ihnen andere weggerissen, weil sie neidisch auf den Schmuck waren. Kühe sind eben auch nur Weiberleut."

Es herrscht Rangordnung

Auch beim Gehen herrscht die Rangordnung vor: "Die eine Kuh da hinter mir, die ist eigentlich eine rangniedere. Aber sie mag mich so gern, drum will sie immer ganz vorne, gleich hinter mir gehen. Das passt den anderen Kühen gar nicht, drum war es heute schon ein bisserl turbulent."

Kühe sind dumme Tiere, heißt es oft - stimmt das? "Es gibt keine dummen Tiere", sagt Strubreiter, "nur den Menschen. Eine Kuh hat das Aufnahmevermögen eines dreijährigen Kindes. Wenn das "dumm" ist, dann bin ich es selber."
Und die Frage, was er von Almabtrieben als Tourismusattraktion hält, beantwortet Thomas Strubreiter mit ein wenig Augenzwinkern so: "Wenn sie zuschauen wollen, dann sollen sie zuschauen. Aber wir sind ja keine Tiroler, dass wir die Kühe an jedem Wochenende zweimal ins Tal treiben" - und lacht.

Autor:

Theresa Kaserer aus Salzburg-Stadt

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