Weltmeister in Golling
Marius Golsers Weg ist noch nicht in Stein gemeißelt

Marius Golser mit seinem Kunstwerk "Fröhlicher Fötus".
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  • Marius Golser mit seinem Kunstwerk "Fröhlicher Fötus".
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GOLLING. Seit März 2019 ist der 25-jährige Gollinger als freischaffender Künstler selbstständig tätig. Den Keller im Elternhaus hat er als Werkstatt ausgebaut. Überall im Garten findet man neben blühenden Magnolienbäumen seine Kunstwerke. 

Der "Fröhliche Fötus" und andere Werke

Diesen Namen trägt eines von Marius Golsers Kunstwerken, die er uns präsentiert. Zum "Fröhlichen Fötus" inspiriert hat ihn "eine lustige Gedankenwolke", die ihn über die menschliche Entstehung hat nachdenken lassen. Aktuelle Projekte, auf die der Jungunternehmer besonders stolz ist, sind derzeit seine Lichtobjekte. "Ich finde es total faszinierend, wie Stein leuchten kann. Das ist eigentlich gegen den Sinn: Stein ist kalt aber mit etwas Gespür kann man ihn in Szene setzen", erzählt Golser und man bemerkt dabei die Leidenschaft, die er für seinen Beruf empfindet.

Direktes Übertragen von Gedanken

Eine aufwändige Skizze liegt am Tisch. Der Gollinger Künstler erklärt, er zeichne alles mit der Hand, weil dabei ein direktes Übertragen der Gedanken stattfinde. Auch sein Logo habe er selbst entworfen. Einziges Hilfsmittel: ein Bleistift. Hauptsächlich arbeitet Golser mit Stein, aber auch in Kombination mit anderen Materialien, wie etwa Draht oder Holz, entwirft er Kunstwerke. Schön findet Golser bei seiner Arbeit vor allem, "dass man die Entfaltung vom eigenen Geist mit einfließen lassen kann".

Sohn einer Künstlerfamilie

Golsers Großvater war bereits Steinmetzmeister, sein Vater Künstler und sein Onkel Bildhauer. "Das Band von Handwerk gemischt mit Kreativität zieht sich bei uns in der Familie durch", bemerkt er. "Ich habe mir die Fähigkeiten des handwerklichen Arbeitens über die Jahre hinweg angeeignet. Das jetzt nicht zu nutzen wäre schade", findet Golser. Die Steinbildhauerei bereitet ihm am meisten Freude, da er dabei seine Kreativität besser ausleben kann und nicht so "eingesperrt" bleibt, wie bei Steinmetzarbeiten.

Eckpunkte der Karriere

Vor seiner Selbstständigkeit hat Marius Golser die Fachschule für Steinbildhauerei in Südtirol besucht und einige Zeit beim Steinmetzbetrieb Kienesberger in Oberösterreich sowie bei Steinmetzmeister Helmut Moser in Seekrichen gearbeitet. Seit letztem Jahr darf sich der junge Künstler nun offiziell Bildhauermeister nennen. Doch den Steinmetz-Weltmeistertitel hat er seit 2015 ohnehin schon in der Tasche. Diesen brachte Golser nämlich von den "WorldSkills" in Sao Pãolo mit nach Hause. "Die Weltmeisterschaft war sicher eine gute Grundlage, vor allem in den rund 500 Trainingsstunden dafür habe ich noch einmal einiges in der Technik gelernt", erzählt der Künstler.

Wenn Frankreich und die Welt rufen

Auch für den Wiederaufbau von Notre Dame in Paris werden derzeit Steinmetzmeister gesucht.

"Ein ehemaliger Lehrer und ein Freund haben mich auch schon gefragt, ob ich dorthin gehen würde. Ein halbes Jahr könnte ich mir das schon vorstellen, um Erfahrungen zu sammeln", so der Gollinger.

Golser hat sich auch schon einmal überlegt, auf Wanderschaft zu gehen. "Dabei zieht man durchs Land, arbeitet und darf aber kein Geld für das Reisen oder eine Unterkunft ausgeben". Ganz ist das Thema für den Künstler noch nicht vom Tisch. Denn auf Wanderschaft kann jeder Handwerker gehen, der unter 30 ist, keine Schulden oder Kinder und keine "Scheiße gebaut" hat. Fünf Jahre hat er also noch Zeit ...

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