Experten und Politik
"Mieten in Hallein sind deutlich gestiegen"

Christian Orasche, Karin Edtbrustner, Alexander Stangassinger: Drei Menschen, drei Meinungen.
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  • Christian Orasche, Karin Edtbrustner, Alexander Stangassinger: Drei Menschen, drei Meinungen.
  • Foto: Orasche/Privat/STGHA
  • hochgeladen von Thomas Fuchs

Eigentümer verlangen in Salzburgs Speckgürtel immer mehr, doch ganz unbeteiligt sind die Mieter daran nicht.

HALLEIN. "Seit mehreren Jahren flüchten die Menschen in Immobilien als Anlageobjekt. Dadurch sind die Preise gestiegen, die Eigentümer erwarten sich eine gewisse Grundverzinsung, dies wirkt sich neben den Kaufpreisen auch auf die Mieten aus", erklärt Christian Orasche, Geschäftsführer der Immobilien Orasche mit Sitz in Hallein. Hinzu kommen die Betriebskosten, die in den vergangenen Jahren ebenfalls stark angestiegen sind. "Mieter erwarten sich heutzutage eine gewisse Grundausstattung, große Fenster, Balkone und oft auch Tiefgaragen. Wohnungen mit geringen Standards werden dann oft abgelehnt." Günstigere Mieten gäbe es bei geringeren Standards, etwa im Halleiner Altbau. "Der Denkmalschutz verhindert hier oft die zeitgemäße Adaptierung der Wohnung. Die Standards bleiben daher niedriger."

"Räumungsklagen häufiger"

Auch Juristin Karin Edtbrustner vom Mieterschutz Salzburg merkt das Problem an einem deutlichen Anstieg von Fällen. "Durchschnittlich muss man heute 40 Prozent des Einkommens für Wohnen ausgeben. Wir erleben eine Häufung von Beratungen und Fällen, vor allem Räumungsklagen sind in den vergangenen Jahren mehr geworden." Den Anstieg der Mieten erklärt die Expertin damit: "Das Problem ist die Kombination aus einem freien Hauptmietzins und den gestiegenen Betriebskosten. Der Hauptmietzins schaukelt sich durch Angebot und Nachfrage nach oben." Die Betriebskosten würden auch deshalb so steigen, weil viele Wartungen und Überprüfungen getätigt werden."

Preistreiber Speckgürtel

Dass gerade der Speckgürtel – und hier vor allem Hallein – preislich derart ansteigen konnte, kann Christian Orasche nachvollziehen. "Die Preise in Salzburg sind derart hoch, dass immer mehr in den Speckgürtel ausweichen. Oberalm, Puch, Kuchl, Rif und vor allem Adnet werden da immer attraktiver, auch weil diese Gemeinden verkehrstechnisch gut angebunden sind. Vor allem junge Familien erwarten sich hier günstige Wohnungen und Lebensqualität."

"Zweitwohnsitze beschränken"

Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ) sieht im Mietanstieg ein Dauerproblem. "Viele Menschen ziehen in den Speckgürtel, das treibt die Preise nach oben. Dazu kommen die hohen Bauauflagen." Politischen Handlungsbedarf sieht der Bürgermeister bei den Zweitwohnsitzen. "Wir wollen eine Beschränkung von Zweitwohnsitzen erreichen. Damit wird die Spekulation eingeschränkt." Die aktuelle Diskussion um die Barrierefreiheit in Wohnungen kann der Stadtchef nachvollziehen. "Barrierefreiheit ist sinnvoll und richtig, aber bei Starterwohnungen – gerade für junge Leute –müssen wir uns die Frage stellen, ob es wirklich immer nötig ist." Auf lange Sicht solle die Gemeinde auch wieder selber bauen, aber "derzeit gibt es dringendere Probleme. Wir haben viele Projekte umzusetzen, doch in Zukunft werden wir uns auch mit dem Thema Bau beschäftigen."

Kaufen oder mieten?

Ob kaufen oder mieten, das ist für Christian Orasche nicht nur eine Frage der Lebensplanung. "Die erste Frage ist: Bin ich flexibel oder will ich sesshaft sein? Die Preise sind aber auch im Raum Salzburg so hoch, dass viele am Eigentum scheitern. Der Wunsch nach Eigentum ist ungebrochen, aber nur wenige können heute die Mittel dafür aufbringen."

Christian Orasche, Karin Edtbrustner, Alexander Stangassinger: Drei Menschen, drei Meinungen.
Sogar im ruhigen Hallein ist die Mietsteigerung mittlerweile angekommen.
Autor:

Thomas Fuchs aus Tennengau

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