"Es war zach, aber richtig lässig"

Der Start in Linz mit dem Rennrad, allen voran Rush-Erfinder HP Kreidl.
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  • Der Start in Linz mit dem Rennrad, allen voran Rush-Erfinder HP Kreidl.
  • Foto: Heiko Mandl /skitourenwinter.at
  • hochgeladen von Theresa Kaserer

NEUKIRCHEN/SALZKAMMERGUT/SALZBURG (tres). Warum man bei einem Rush mitmacht, erklären viele Teilnehmer so: "Man braucht immer wieder ein Ziel, um sein Bestes leisten zu können - und das tut manchmal ganz gut."
Das Ziel war im Fall des nun abgehaltenen Dachstein Rush der Hohe Dachstein.

Er ist mit 2995 m der höchste Gipfel des Dachsteingebirges und gleichzeitig der höchste Gipfel der Bundesländer Oberösterreich und Steiermark.

Die Erstbesteigung des Dachsteins

Die offizielle Erstbesteigung des Hohen Dachsteins erfolgte am 18. Juli 1834 durch Peter Karl Thurwieser mit den Gebrüdern Gappmayr aus Filzmoos, die erste Winterbesteigung am 14. Jänner 1847 durch Friedrich Simony.
Allerdings gibt es Aufzeichnungen, die besagen, dass bereits im August 1819 der Salzburger Jäger Jakob Buchsteiner den Berg bezwungen haben soll.

Ein ehrgeiziges Unterfangen

Hätte der Jäger nur auch Fotografen, ein Filmteam oder zumindest einen Zeugen dabei gehabt, so wie das Dachstein Rush-Team!
Denn an dieser Tatsache gibt es nichts zu rütteln: Am 16. April 2015 machten sich elf Sportler, die meisten davon Hobbysportler, erfolgreich von Linz aus auf, gemeinsam den Hohen Dachstein zu erklimmen. Ein paar stießen dann unterwegs noch dazu.

Mit dabei war auch der einstige österreichische Olympiasieger im Skilanglauf, jetzt erfolgreicher Skibergsteiger, Christian Hoffmann.

138 Kilometer bewältigten sie dabei bis nach Obertraun mit dem Rad, dann ging es weiter zu Fuß und auf Ski.
In Altmünster haben die Teilnehmer im Gasthof Reisenberger bei einer Jause kurz Kraft getankt, dann stiegen sie wieder aufs Rad.

Schmerzmittel-Stopp in der Apotheke

Einer war dabei besonders fleißig: Während die zehn anderen Sportler mit dem Rennrad fuhren, bewältigte Stephan Leisner aus Wien die gesamte Radstrecke mit dem Mountainbike.
"Im Windschatten der anderen ist es zuerst ganz gut gegangen, aber es ist in dieser Geschwindigkeit am Mountainbike doch sehr anstrengend auf Dauer. Irgendwann bin ich zurückgefallen. In Bad Ischl bin ich in eine Apotheke gekracht und hab mir ein Schmerzmittel gekauft", lacht Leisner, "weil die Knie haben mir schon ordentlich weh getan."

Dann fuhr er tapfer weiter und tauchte bei den anderen auf, die schon in Obertraun bei einer Portion Spaghetti im Höllwirt saßen, um sich vor dem Anstieg ein letztes Mal zu stärken. Er wurde mit tosendem Applaus empfangen.

Rennrad, laufen, Skitour

Zeit zum Rasten gab es allerdings nur kurz: Kurze Zeit später machten sich alle auf, den Krippenstein zu erklimmen - bis zur Schneegrenze zu Fuß und dann elf Kilometer und 1.600 Höhenmeter auf Tourenski.

In der "Lodge" am Krippenstein wurde übernachtet, bevor es tags darauf, vorbei an der Simonyhütte, noch einmal 1300 Meter hoch auf den Gipfel des Dachstein ging. Zum Schluss hieß es dann noch Steigeisen anlegen und klettern!
"Es war so ein tolles Erlebnis und man ist dann so froh, sein Ziel erreicht zu haben, dass es gar nichts ausgemacht hat, dass die Aussicht vom Berg wegen Nebels getrübt war", erklärt Teilnehmerin Karin Wagner, Leiterin der Personalverwaltung der Regionalmedien Austria.

Zwei Frauen unter Männern

Sie war gemeinsam mit Theresa Kaserer, Redaktionsleiterin der Bezirksblätter im Tennengau, eine von zwei Starterinnen, die den Dachstein Rush von Anfang bis Ende durchgezogen haben.
"Karin und ich waren schon beim Venediger Rush 2014 als einzige Frauen dabei und wir wollten natürlich auch beim Dachstein Rush die Ehre der Frauen verteidigen, nachdem sich sonst keine Teilnehmerinnen gemeldet haben", lacht Kaserer.

Eine Idee "Made in Neukirchen"

HP Kreidl ist stolz auf seinen mittlerweile bereits zweiten "Rush". Im April 2014 starteten 25 Teilnehmer einen "Triathlon" (Rad, laufen, Skitour) von Salzburg aus auf den höchsten Salzburger Berg, den Großvenediger (3666 m).

Der "Venediger Rush" war geboren.

"Die Idee dazu hatte ich bei einem Bier im Hangar-7 in Salzburg", berichtet der Neukirchner: "Ich dachte mir, der Frühling ist super: Man kann noch Skitouren gehen, aber auch schon Radfahren und Laufen - und diese Sportarten könnte man doch gut miteinander verbinden."

Kreativität brachte Tourismuspreis

Am 7. Mai 2015 startet der zweite Venediger Rush. Wer mitmachen möchte, muss schnell sein: 40 Starter haben sich schon gemeldet, maximal 50 sind zugelassen. Denn Kreidl legt Wert auf die Sicherheit: "Genügend staatlich geprüfte Ski- und Bergführer sind bei jedem Rush dabei."

Die Ideen scheinen Kreidl neben seinem skitourenwinter.at, mit dem er die Menschen für Skitouren und Heimat begeistern möchte, nicht auszugehen. 2014 gewann er dafür sogar den "Zipfer Tourismuspreis" des Landes Salzburg.
"Die Teilnehmer des ersten Venediger Rush waren so begeistert und man sieht ja, es spricht sich dann herum und heuer sind schon fast alle Starterplätze ausgebucht. Elf Teilnehmer beim Dachstein Rush sind schon ganz gut. Man kann nicht erwarten, dass einem sofort alle die Türen einrennen. Ein Event muss sich unter der Menge an anderen Sportevents erst etablieren", meint der Neukirchner.

Das Erfolgsgeheimnis dahinter

Einige richtige Rush-Serien-Fans gibt es bereits. Rupert Zink aus Bramberg am Wildkogel z. B. war Pionier beim Venediger Rush 2014 und jetzt beim Dachstein Rush 2015 und auch beim Venediger Rush 2015 steht er auf der Starterliste: "Es ist einfach so cool! Man geht schon immer wieder an seine Grenzen, aber es ist auch eine Riesengaudi."

Was ist das "Rush"-Erfolgsgeheimnis?
"Von der jeweiligen Hauptstadt aus auf den höchsten Berg des Bundeslandes, noch dazu drei Sportarten miteinander verbunden, das gab es so noch nicht", meint Kreidl. Dann noch die schöne Natur, eine Herausforderung, ein Ziel, ein Gemeinschaftserlebnis und das gemütliche Zusammensitzen danach: das ist es, was viele Leute suchen."
Und all jenen sei gesagt: Die Rush-Serie wird 2016 weitergehen.

Ein bekehrter Mountainbiker

Die letzten Worte gebühren dem Mountainbiker, der stolz ist, den Dachstein Rush bewältigt zu haben: "Super war`s, absolut genial! Es war alles top organisiert, eine lässige Veranstaltung und lauter super lässige Leute haben mitgemacht. Ich bin auch motiviert, wieder so etwas zu machen. Aber dann würde ich mir doch ein Rennrad ausleihen. Ich kann keinem raten, einen Rush am Mountainbike zu machen, es ist einfach zu zach!"

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Autor:

Theresa Kaserer aus Salzburg-Stadt

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