21.11.2017, 17:28 Uhr

Airboarden boomt. Achtung, Suchtgefahr!

Airboarden wird immer beliebter. Man hat ein schnelles Erfolgserlebnis, Spaß in der Gruppe und ein rasantes Schneeerlebnis ohne Bretter an den Füßen. (Foto: OCT)

Airboarden ist für jeden. Vor allem aber Nicht-Skifahrer zieht es zum derzeit österreichweit einzigen Anbieter der Funsportart nach Abtenau. So haben auch Menschen ohne zwei Bretter an den Füßen ein lässiges Schneeerlebnis.

ABTENAU. Beim Airboarden liegt man kopfvoran auf einer Art Luftmatratze und saust den Schneehang hinab. "Im Prinzip kann jeder diese Funsportart machen. Da braucht man nicht viel können", sagt Thomas Humer, Geschäftsführer des Outdoorsportanbieters OCT in Abtenau, der Airboarden nach Österreich geholt hat und nach wie vor als einziger anbietet.

Speed-Erlebnis ohne Skier

Dass diese Funsportart eben ohne Vorkenntnisse funktioniert, sei ein klarer Vorteil gegenüber dem Skifahren, bei dem die Einstiegshürde eine viel höhere ist. Insofern eignet sich Airboarden grundsätzlich für jede und jeden, ist aber insbesondere für Nicht-Skifahrer ein anziehendes Angebot, weil damit ein Schneeerlebnis, bei dem der (am Skifahren so reizvolle) Faktor Geschwindigkeit gegeben ist, möglich wird. Zudem ist die soziale Komponente nicht zu unterschätzen. Skifahren wird, wenn eine Gruppe mit völlig unterschiedlichem Können gemeinsam unterwegs ist, schnell mal unlustig – sowohl für die schwächeren als auch die stärkeren in der Crew. Beim Airboarden spielt das überhaupt keine Rolle.

Trendkurve zeigt steil nach oben

Airboarden feiert in Österreich Jubiläum. Vor zehn Jahren hat Thomas Humer mit OCT begonnen, Airboarden am Karkogel in Abtenau anzubieten. Mittlerweile fahren seine Trainer zusätzlich viel auf der Reiteralm in der Steiermark – Stichwort Schneesicherheit. Seit fünf Jahren entwickelt es sich zum absoluten Trend. Etwa die Hälfte aller Gäste sind Österreicher, die andere Hälfte Ausländer, hauptsächlich Deutsche. Im Firmenbereich ist es international. "Zu 80 Prozent kommen die Leute auch wirklich nur wegen dem Airboarden. Sie machen zum Beispiel einen Wellness-Stadt-Urlaub in Kombination mit dem Airboarden. Nur 20 Prozent kommen zum Skiurlaub und probieren es zusätzlich aus", erzählt Humer.

Gefährlichkeit ist Gerücht

"Airboarden boomt ja jetzt total. Am Anfang war es aber zaach. Erstens haben sie uns nirgends fahren lassen, zweitens glaubten alle, es sei extrem gefährlich, weil man ja mit dem Kopf voran liegt," so Humer, "das mit der Gefährlichkeit stimmt aber nicht. Im Falle eines Sturzes hat man das Airboard als Schutzgegenstand vor sich: das ist wie ein Airbag. Außerdem liegt man ja schon tief am Boden ist, das heißt es gibt keine Fallhöhe."

Gebietsbetreiber bremsen

Airboarden entspricht dem Zeitgeist: Die Leute wollen schnell etwas erleben, genießen, Spaß haben und nicht erst ewig etwas lernen müssen. Österreich ist aber ein Skiland. Die meisten Gebietsbetreiber sind entsprechend fokussiert auf Skifahrer. Aus Humers Sicht habe man noch nicht erkannt, dass viele Leute ganz einfach keine Skifahrer sind: "Der Gast will ein Schneeerlebnis. Das ist wichtig. Zu uns kommen viele Leute aus Regionen, die überhaupt keinen Bezug zum Schnee haben – Berliner zum Beispiel –, Beim Skifahren oder Snowboarden brauchst du lange, bis du ein tolles Erlebnis hast. Beim Airboarden hast du nach einer halben Stunde schon ein volles Fun-Erlebnis."

Angebot: geführte Gruppen

Airboarden kann man allerdings nicht im Alleingang, sondern nur in geführten Gruppen. OCT darf dafür mit diversen Bergbahnen vereinbarte Pisten befahren und Lifte für den Transport der Geräte benützen. Hauptsächlich sind das Gondeln und Schlepplifte, teilweise auch Sessellifte. Die Workshops dauern ein paar Stunden, in denen man lernt zu steuern, Kurven zu fahren, zu bremsen, etc. Eine private Ausleihe der Geräte ist nicht möglich. "In geleiteten Gruppen ist es super kontrolliert. Wenn das jetzt jeder einzeln machen würde, dann würde es ausarten und sehrwohl gefährlich werden", sagt Humer, "es macht nämlich auch süchtig. Die Leute wollen nach zwei Stunden nicht aufhören", fügt er augenzwinkernd hinzu. Seiner Erfahrung nach sei es aber wichtig, dann zu stoppen, weil es körperlich doch anstrengend sei. Und alles, was man im ermüdeten Zusatand macht, macht man schlecht.

Workshops buchen

Viele Leute kaufen Airboard-Gutscheine als Weihnachtsgeschenk. Teilweise wird es auch als Firmenevent gebucht. Es gibt fix angebotene Termine und individuell ausmachbare. Fahren darf man ab 12 Jahren, die Kosten belaufen sich auf 55 € pro Person. Gruppengröße: 5-20 Personen, mit zwei oder mehr Trainern.

Nähere Auskünfte und Terminvorschläge erhalten Sie hier.

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