25.01.2012, 00:00 Uhr

Ein Gebäude polarisiert

Überzeugt vom „Klotz“: Bgm. Wimmer und Architekt Lechner. Die Errichtungskosten betragen 2,9 Millionen Euro.

„Schiacher Klotz“ war nur eine der Nettigkeiten, die Tom Lechner für sein Gemeindezentrum kassierte.

KUCHL (tres). Mit Kritik hatten der Architekt und Kuchls Bgm. Andreas Wimmer aber schon im Vorfeld gerechnet. Doch die 16-köpfige Jury, die die zehn zum Architektenwettbewerb eingereichten Projekte begutachtete, war sich einig: 15 Jurymitglieder stimmten für das Projekt des Radstädters.

Bgm. Wimmer ist überzeugt, dass Lechners Gemeindezentrum genau das richtige für seine Gemeinde ist: „Ich weiß, es ist gerade für eine Landgemeinde gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich intensiv mit Architektur beschäftigt, bekommt man einen anderen Blickwinkel, als wenn man nur kurz hinschaut“, sagt Wimmer. Warum aber errang Tom Lechner mit seinem Gebäude den ersten Preis?

Keine leichte Aufgabe
Der Juryvorsitzende Georg Huber betont, es sei von der Funktion und der Gestaltung her am besten geeignet: „Auch die Apotheke, die dort ebenfalls untergebracht wird, ist zur Straße hin orientiert und nicht versteckt im Hintergrund.“

Architekt Lechner erklärt, die wichtigste Aufgabe sei es gewesen, die drei Bereiche des Gemeindezentrums - das Gemeindeamt, die Apotheke und zwei Wohnungen – also die öffentliche und private Funktion, in einem Baukörper zu integrieren: „Mein Team ist da ganz strukturell herangegangen und hat nicht versucht, irgendwelche Visionen zu verwirklichen.“ Viergeschoßig wird das neue Kuchler Gemeindezentrum: Im Untergeschoß befindet sich eine Tiefgarage mit 33 Stellplätzen, im Obergeschoß werden zwei Wohnungen errichtet, das erste Geschoß teilt sich die Gemeinde mit der Apotheke, im zweiten Stock befindet sich der große Sitzungssaal, im dritten Stock werden Archivräume untergebracht. Dass das neue Gemeindezentrum ein Holzbau werden soll, war vorgegeben.

Nach der Präsentation machten viele Kuchler ihrem Ärger Luft: „Schiacher Klotz“, „Block-Ungetüm“, „Katastrophe“, „Ortsbildzerstörer“ war zu hören, etliche meinten aber auch, ihnen gefalle das Gemeindezentrum immer besser.
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