29.03.2017, 17:35 Uhr

"Ich will Visionen umsetzen"

Pater Virgil Steindlmüller möchte viel bewegen.

Der neue Pfarrer im Lammertal über Ankommen, Pläne und Jugend

Pater Virgil, vorher Prior des Stifts St. Peter, Sie sind nun als Pfarramtsleiter ins Lammertal gewechselt. Sind Sie schon richtig angekommen?
PATER VIRGIL STEINDLMÜLLER: Das geht bei mir zackig. Ich war nach zwei Tagen vollkommen übersiedelt und einsatzbereit. Lediglich ein paar Bilder muss ich noch aufhängen.

Klosterleben und Pfarre - wo liegt der größte Unterschied?
P. Virgil: Die sehr geordnete Tagesstruktur im Kloser ist ein guter Rahmen, auch wenn jeder Tag wieder anders aussieht. Als Prior hatte ich bereits viel eigenständig zu entscheiden, aber jetzt als Pfarrer bin ich derjenige, der letztverantworlich ist.

Sie gehen Ihre Arbeit sehr geordnet an?
Ich bin nun als Pfarrer zuständig für Abtenau, Annaberg und Lungötz, und als Pfarramtsleiter auch noch für Rußbach. Da muss man schon einen Plan haben, auch wenn ich nicht an starren Abläufen festhalte.

Aber schafft man das allein?
Meine beiden Vorgänger haben mir ein sehr gutes Fundament geschaffen. Pater Rupert ist mit nach Abtenau übersiedelt und unterstützt mich trotz seiner 78 Jahre sehr. Aber es stimmt schon, meine Ausgangssituation ist anders. Nur - Kirche ist ja nicht der Pfarrer allein.

Wie ist das zu verstehen?
Am 19. März wurden neue Pfarrgemeinderäte gewählt. Mit den Ausschüssen wird nun besprochen, was gemeinsam umgesetzt werden kann. Außerdem möchte ich gerne Laien dazu einladen, vermehrt in der Pfarre mitzuwirken, sie befähigen und ausbilden.
Ich möchte Visionen umsetzen. Da hab ich jetzt kein fixes Konzept dafür, sondern erst einmal Ideen. Das Umsetzen entsteht in Gesprächen miteinander, im Prozess. Ich fühle mich als Motor, der das Werkel antreibt.

Wie bringt man junge Menschen wieder in die Kirche?
Mir ist schon klar, dass die Jugendlichen nicht jeden Sonntag zum Gottesdienst kommen werden, aber sie sollen einfach das Gefühl bekommen: Der Pfarrer ist da, wenn ich ihn brauche. Mit dem kann man reden, der hört mir zu und nimmt mich ernst.

Interview: Sylvia Schober
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