29.10.2017, 23:16 Uhr

Sturm, lass nach! Tennengau war Schwerpunkt der Feuerwehreinsätze in Salzburg

Zum Glück saß niemand im Auto (Foto: FF Hallein)

Haushalte ohne Strom, Bäume auf Straßen und vielbeschäftigte Feuerwehren – Das waren einige der Konsequenzen des Sturms "Herwart", der das Land heute mit Spitzen bis zu 140 km/h in den Niederungen und bis zu 180 km/h in den Bergen heimsuchte.

TENNENGAU. Aufgrund des wütenden Sturms kam es heute Sonntag auch im Salzburger Land zu mehreren Feuerwehreinsätzen. Um etwa 16.00 konnten diese wieder verringert werden. Abends betraf das Haupteinsatzgebiet den Tennengau – hier waren um circa 18.00 noch immer fünf Feuerwehren eingespannt. Laut APA hat sich die Lage aber nach und nach beruhigt. 68 Feuerwehren und etwa 1.600 Einsatzkräfte schritten im Tennengau, Flachgau, Pongau und Pinzgau zu Werke.

Tennengau ohne Strom

Laut Salzburg AG waren vorübergehend fast 3.000 Haushalte ohne Strom. Im Tennengau betraf das Gemeinden von Adnet und Abtenau über Hallein, Vigaun und Golling. Der Herbststurm "Herwart", der sich als Tief in der Nacht von Samstag auf Sonntag von Nordostdeutschland über Tschechien seinen Weg nach Österreich bahnte, fiel laut Meteorologen auffallend stark aus für diese Jahreszeit.

Feuerwehren im Dauereinsatz

Alle Feuerwehren des Tennengaus sind gestern ausgerückt. Erste Alarmierungen kamen um 9.00 Uhr herein, das Einsatzende war circa mit 19.00 Uhr. Hotspots waren in Hallein die nördlichen Stadtteile Rehof und Rif. Personenschäden gab es zum derzeitigen Wissensstand der Feuerwehr Hallein nicht.

Die Haupteinsatzbereiche waren umgestürzte Bäume über Straßen, Bäume auf PKWs (ohne Menschen darin), absturzgefährdete Solarpaneelen auf Einfamilienhäusern, diverse Umstürze und umzustürzen drohendes Baugerüst. In Kuchl war ein kompletter Gebäude-Dachstuhl eines Wohnhauses abgetragen.

„Alles was uns so ein Sturmtief an Arbeit bescheren kann, hat es uns beschert“,

sagt Josef Tschematschar, Ortsfeuerwehrkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hallein. Des weiteren gab es Bäume auf Stromleitungen, die zum Teil in Brand gerieten und abgerissene Stromleitungen. Straßenzüge mussten zum Teil gesperrt werden für jeglichen Verkehr, weil dort die Aufräumarbeiten sehr gefährlich waren. Das betraf etwa die Schlossallee in Rif und die Winterstallstraße in Hallein, die nach wie vor gesperrt ist aufgrund des massiven Windwurfs.
Ein Abschnitt der Winterstallstraße konnte am Abend wieder geöffnet (in Richtung Stadtpfarrgut und Gymnasium). "Dort war das Problem, dass Bäume über der Straße lagen und Stromseile abgerissen waren. Es war kurzzeitig kein Weg frei für Rotes Kreuz – im Ernstfall hätten wir ein Problem gehabt. Die Salzburg AG war natürlich auch in großem Stress. Gemeinsam mit denen haben wir geschaut, dass wir da so schnell wie möglich alles frei kriegen“, berichtet Tschematschar. Auch der Treppelweg an der Salzach war gesperrt, weil der Wind dort so dermaßen stark ging, dass überdurchschnittlich viele Bäume umfielen. „Man hat es nur noch extrem laut krachen gehört die ganze Zeit.“

Sturmspitzen in Abtenau

Mittags wurden in Abtenau Sturmböen von fast 110 Stundenkilometern gemessen. Die Freiwillige Feuerwehr berichtet auf ihrer Website: "Orkanartige Windböen, die seit den frühen Vormittagsstunden über Abtenau fegten, führten gegen 13.30 Uhr zur ersten Alarmierung der Feuerwehr Abtenau. Mehrere umgestürzte Bäume, die die Bundesstraße im Bereich Recyclinghof bis zur Autobushaltestelle im Bereich Auto Thaler blockierten, mussten mit Motorkettensägen zerkleinert und anschließend entfernt werden. Zeitgleich traf eine weitere Meldung bei der Feuerwehr ein.Mehrere Bäume waren im Ortsteil Fischbach umgestürzt. Diese Einsätze wurden von der Besatzung des Tanklöschfahrzeuges abgearbeitet. Nach den Aufräumungsarbeiten konnten alle unpassierbaren Straßen und Wege wieder für den Verkehr freigegeben werden. Während die Tätigkeiten der Feuerwehrkräfte in Abtenau auf Hochtouren liefen, wurde die Drehleiter gegen 14.00 Uhr zu einer nachbarschaftlichen Hilfeleistung nach Lungötz (Neubachtal) gerufen.

Auch die Stadt Salzburg wurde auf Trab gehalten. Der Flugverkehr war teilweise gestört. Ein Kitesurfer wollte Wind und Wetter trotzen – der Beitrag zum Thema:

Kitesurfer am Wallersee wollte Sturmtief "Herwart" die Stirn bieten – Wasserrettung und Feuerwehren im Einsatz

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