20.07.2016, 09:00 Uhr

"2 Euro hätten wir vielleicht gezahlt"

Er kämpft immer noch gegen die 380 kV-Freileitung: Adnets Bürgermeister Wolfgang Auer. Und er sieht "gute Chancen".

Warum er jetzt öfter sein Bier im Augustiner Bräu in Salzburg trinken wird und mehr verrät Adnets Bgm. Auer.

Interview von Theresa Kaserer

Der Marmorsaal aus Adneter Marmor aus dem ehemaligen Bahnhofsrestaurant wurde nun von den ÖBB an das Augustiner Bräu verkauft. Finden Sie das schade? Auch die Gemeinde Adnet hätte ihn ja gern gehabt.
WOLFGANG AUER:
"Ich finde, das Augustiner Bräu ist eine gute Lösung. Er soll dort ja im Ganzen wieder aufgebaut werden. Sicher hätten wir ihn gern zurück nach Adnet geholt, aber wir hätten ihn aufteilen müssen: Ein Teil wäre in den Pfarrsaal gekommen, einer ins Marmormuseum."

Hätten Sie, im Nachhinein betrachtet, doch mehr dafür bieten sollen als nur einen symbolischen Euro? Sein Wert wird ja auf 80.000 Euro geschätzt.
WOLFGANG AUER:
"2 Euro wären schon auch möglich gewesen, aber die ÖBB haben gesagt, es müsste zumindest eine fünfstellige Summe sein. Das wollten wir nicht zahlen. Immerhin kostet es auch einiges, den Saal wieder aufzubauen. Also werden wir Adneter eben vielleicht öfter mal ein Bier im Augustiner Bräu trinken."

Noch etwas, das mit Marmor zu tun hat, war ja das Adneter Sommerkino heuer, genannt "Marmorkino". War es ein Erfolg?
WOLFGANG AUER:
"Ja, total. Wir haben "The Sound of Music" und "Ich bin dann mal weg" gezeigt und der Marmorbruch war bummvoll. Bei "The Sound of Music" hatten wir sogar Urlauber aus Chile und den USA da. Das Paar aus Oregon hat mir gesagt, in den USA ist es Pflicht, diesen Film am 24. Dezember zu sehen. Mir taugt der Film auch voll. Er ist zwar kitschig, aber berührend und er ist ein gewaltiger Werbefilm, auch für den Tennengau."

Momentan entsteht ein Wohnbauprojekt in der Seidenau. Werden Wohnungen dringend gebraucht?
WOLFGANG AUER:
"Definitiv. Wir haben zwar Baugründe, aber es wird immer schwieriger, leistbare Gründe zu finden, die man für sozialen Wohnbau verwenden kann. Auf die 18 Wohneinheiten in der Seidenau ist ein richtiger "Run". Ich bemühe mich, alle zwei Jahre ein solches Wohnbauprojekt zu machen."

Was gefällt Ihnen und was nervt Sie am Bürgermeister sein?
WOLFGANG AUER:
"Schön ist es, wenn du dir etwas vorgenommen und es durchgezogen hast und das Projekt ist fertig und positiv für die Bevölkerung. In Adnet gefällt mir der Zusammenhalt aller Parteien. Was mich nervt sind Nachbarschaftsstreitigkeiten. Und die gibt es leider mehr wie genug. Immer wegen Kleinigkeiten! Wenn einer einen Schritt auf den anderen zugehen würde, dann gäbe es viele dieser Streitereien nicht."

Und die 380 kV-Leitung? Sind Sie immer noch ein Gegner der Freileitung?
WOLFGANG AUER:
"Sowieso. Ich bin stolz auf die Idealisten der Bürgerinitiative "IG Erdkabel". Die Gemeinde Adnet unterstützt sie, wo es geht. Viele von ihnen arbeiten ehrenamtlich. Wir Adneter können froh sein, dass wir diese Initiative haben."
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