12.11.2016, 11:38 Uhr

Weniger Arbeitslose im Tennengau

Die Richtung stimmt, es gibt Grund zur Freude bei Siegfried Pichler, Präsident der Arbeiterkammer Salzburg, und Othmar Praml, Leiter der AK-Bezirksstelle Tennengau.
TENNENGAU (tres). Die Beschäftigung steigt und die Arbeitslosenzahlen sind rückläufig. So darf man die Analyse der Arbeiterkammer für das heurige Jahr im Tennengau zusammenfassen. Und: Die Einkommen wachsen so stark wie in keinem anderen Bezirk.

„Nach den Hiobsbotschaften der letzten Jahre hat sich die Wirtschaftslage im Tennengau erstmals gebessert“, freut sich AK-Präsident Siegfried Pichler: „Natürlich sind wir aber noch weit von einer Hochkonjunktur wie vor der Finanz- und Wirtschaftskrise entfernt.“

Der Tennengau hat die Nase vorn

Ein paar konkrete Daten: Im Vergleich zu 2015 stieg die Anzahl der Arbeitsplätze um 1,3 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen – exklusive Schulungsteilnehmer – ging um 2,3 Prozent zurück. In fünf Jahren sind im Tennengau 1.465 (plus 9 Prozent) neue Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Der Bezirk liegt daher deutlich über der landesdurchschnittlichen Entwicklung (plus 5,5 Prozent) und weist damit das größte Wachstum aller Bezirke auf.

Der langfristige Arbeitsplatzzuwachs im Tennengau konzentriert sich vor allem auf die wirtschaftlichen Dienstleistungen (z.B.: Leasingbereich, Reinigung, Gebäudebetreuung uvm.) mit einem Plus von 674 Arbeitsplätzen (plus 79,5 Prozent). Deutliche Stellenzuwächse gab es auch im Unterrichtsbereich (plus 157) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 267). Erfreulicherweise kam es aber auch bei den zuletzt schwächelnden Branchen Produktion und Handel wieder zu Arbeitsplatzzuwächsen.

Die Narben sind noch sichtbar

„Der Tennengauer Arbeitsmarkt entwickelt sich in die richtige Richtung“, freut sich AK-Präsident Pichler: „Trotzdem ist es noch ein weiter Weg bis die Schließung von Industrieunternehmen wie Rocco, m-Real oder Johnson & Johnson endgültig überwunden sind. Damit der Aufwärtstrend anhält, braucht es weiterhin Mut und Investitionsbereitschaft seitens Wirtschaft, Industrie und öffentlicher Hand.“
Der Tennengau darf sich über die geringste Arbeitslosenquote aller Bezirke freuen. Zwischen Jänner und September 2016 lag sie bei 5,3 Prozent und somit deutlich unter dem Salzburgschnitt.

2.019 Bruttogehalt

Und was verdient der Durchschnitts-Tennengauer? Das höchste Bruttomedianeinkommen gibt es im Flachgau mit 2.166 Euro (14 mal pro Jahr). Der Tennengau lag jahrelang nur knapp dahinter. Aber durch den Strukturwandel weg von der Industrie hat der Bezirk kontinuierlich verloren. So fiel der Tennengau mit 2.019 Euro brutto sogar hinter die Stadt Salzburg (2.117 Euro) zurück und befindet sich im aktuellen Bezirksranking auf dem dritten Platz.
Das Bruttomedianeinkommen liegt knapp unter dem Salzburg-Schnitt von 2.045 Euro. Aber: Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Einkommen um 4 Prozent – inflationsbereinigt um 3,1 Prozent. Die Einkommenszuwächse im Tennengau sind so stark wie in keinem anderen Bezirk.

Wichtig: die FH Salzburg in Puch

Im langfristigen Vergleich sind zwischen 2011 und 2016 im Unterrichtsbereich 157 Arbeitsplätze (plus 8,5 Prozent) entstanden, wobei sich hier vor allem die FH in Puch-Urstein als wahrer Arbeitsplatzmotor erweist.
Rund um die Fachhochschule wurden in der Gemeinde Puch im selben Vergleichszeitraum 98 neue Jobs geschaffen.
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