BBT
Baubeginn für den Brenner Basistunnel war vor 10 Jahren

LH Günther Platter begrüßte heute, Mittwoch, EU-Koordinator Pat Cox in seinen Amtsräumlichkeiten im Landhaus.
  • LH Günther Platter begrüßte heute, Mittwoch, EU-Koordinator Pat Cox in seinen Amtsräumlichkeiten im Landhaus.
  • Foto: Land Tirol/Graus
  • hochgeladen von Sabine Knienieder

TIROL. Am 4. Dezember vor 10 Jahren erfolgte der Baubeginn des Brenner Basistunnels in der Sillschlucht bei Innsbruck.

4. Dezember 2009 BBT-Baubeginn

Genau am 4. Dezember 2009 wurde mit dem Tunnelbauarbeiten am Brenner Basistunnel (BBT) in der Sillschlucht bei Innsbruck begonnen. Alleine durch Tirol verlaufen 66 Kilometer an Tunnelsystemen.

„Ich erinnere mich daran, wie wir damals vor dem zukünftigen Eingang des Tunnelportals standen und noch kein einziger Tunnelmeter ausgebrochen war." (Günther Platter, Landeshauptmann)

10 Jahre später ist die Hälfte der Ausbrucharbeiten bereits abgeschlossen. „Das Projekt BBT liegt im Zeitplan und bleibt in dem vom Aufsichtsrat genehmigten Kostenrahmen. Trotzdem gibt es bei einem Projekt in dieser Dimension noch große Herausforderungen. Wir konnten bereits viele Hürden rechtlicher Natur überwinden.", so EU-Koordinator Pat Cox. Pat Cox sichert seine volle Unterstützung bei der Realisierung des Brennerkorridors zu. "Der BBT und die Zulaufstrecken genießen die höchste strategische Priorität für die EU." 

Aktuelle Herausforderungen

Bei einem Treffen zwischen Günther Platter und Pat Cox wurden auch die aktuellen Herausforderungen beim Bau des Brenner Basistunnels besprochen. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf hingewissen, dass alle Projektpartner ihre Aufgaben erledigen müssten. Daher müsse die EU hier auf die Projektpartner Druck ausüben. In Deutschland wird nämlich immer noch über die Notwendigkeit der Zulaufstrecken diskutiert. Auch in Italien wurde bisher noch kein einziger Meter der Zulaufstrecke errichtet. Tirol habe bereits 2012 die Unterinntalstrecke, eine der modernsten Eisenbahnstrecken, in Betrieb genommen. Der zweite Ausbauschritt bis zur deutschen Grenze steht derzeit vor der Umweltverträglichkeitsprüfung. Aber auch hier sei man von den Plänen Bayerns abhängig, so Günther Platter: Die Inbetriebnahme des BBT ist für 2028 angesetzt, dies dürfe nicht durch fehlende Anbindungen gefährdet werden.

Maßnahmen gegen Transit schon jetzt notwendig

Das Land Tirol hat bereits jetzt Maßnahmen gesetzt, um den Transitverkehr zu verringern und dadurch die Schadstoffbelastung zu setzten.

„Die Maßnahmen, die das Land Tirol zur Reduzierung des Transitverkehrs umsetzt, sind bei unseren Nachbarn zwar nicht beliebt, doch führt kein Weg an den Notmaßnahmen zum Schutz der Tirolerinnen und Tiroler vorbei." (Günther Platter)

In diesem Zusammenhang fordert Günther Platter Unterstützung von der Europäischen Union (EU). Denn auch hier muss die Harmonisierung der Bahnsysteme vorangetrieben werden, der Gütervrkehr auf der Straße eingedämmt werden und die Verlagerung auf die Schiene durch verbesserte Rahmenbedingungen gefördert werden.

EU-Finanzierung für neue, nachhaltige und zukunftsweisende Mobilitätsprojekte

Das Land Tirol investiert in ein verstärktes Angebot im öffentlichen Personennahverkehr und verstärkt auch die Bemühungen in den Bereichen Wasserstofftechnologie und E-Mobilität. Geplant ist daher – wie im Regierungsprogramm der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino 2019-2021 festgehalten – ein Wasserstoffkorridor am Brenner. Die EU-Kommission stellt in diesem Zusammenhang eine höhere Finanzierung für neue, nachhaltige und zukunftsweisende Mobilitätsprojekte in Aussicht.

„Wir müssen uns aktiv in allen Mobilitätsbereichen um eine Bewusstseinsänderung bemühen, damit in Europa erstmalig grenzüberschreitend eine verträgliche Abwicklung des Verkehrs mit der neuen Infrastruktur entwickelt wird“ (Günther Platter)

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