Bernadette Abendstein: Verliebt in das Theater

UDERNS (fh). Es geht um die "Bretter die die Welt bedeuten", darum Menschen zu unterhalten, sie mitzunehmen auf eine Reise in eine andere Welt, sie zum Nachdenken anzuregen und dabei gleichzeitig Freude zu haben. Nicht jeder ist dafür gemacht aber bei manchen Menschen ist schon sehr früh erkennbar, dass sie nicht im stillen Kämmerlein sitzen werden.
Für Bernadette Abendstein war der Weg auf die Bühne irgendwie vorgezeichnet denn bereits im Kindesalter war zu erkennen, dass sie ein Talent dafür hat die Menschen zu unterhalten. Damals, auf dem elterlichen Hof in Uderns waren die "Fremdn" immer da und klein Bernadette unterhielt die Gäste mit Gesang, Gitarren- und Zitherspiel. Kurzer Exkurs der damals gesungenen Hits von Bernadette Abendstein: Ich sitz im Gurkenfaß, Märchenprinz, I sitz in der Kältn und woart auf a Taxi oba es kummt ned - große Hits eben. Im zarten Alter von 10 Jahren wurde das Entertainment-Talent der kleinen Bernadette zur Unterhaltung der Gäste permanent genutzt. Ein Praktik, welche im Zillertal auch heute noch sehr verbreitet ist. "Ich hab das dann quasi schon professionell betrieben und in diesem Sinne auch schon sehr früh quasi im Entertainment-Sektor gearbeitet, denn natürlich gab's von den Gästen Trinkgeld und das war toll", so Bernadette Abendstein im Gespräch mit der BEZIRKSBLÄTTER-Redaktion.

Wohin's Dich verschlägt

Nach der Schulausbildung war der Wunsch da Ärztin zu werden aber irgendwie klang auch Wirtschaft ganz interessant und nachdem die Bedenkzeit beendet war startetet Bernadette Abendstein im Alter von 18 Jahren ein Studium der Wirtschaftswissenschaften. "Ich hab das dann eine Zeit lang gemacht und irgendwann hat mir jemand erzählt, dass meine Nachbar auf die Schauspielschule geht. Ich war sofort Feuer und Flamme und hab mich in Innsbruck am Landestheater beworben. Das erste Vorsprechen war von wenig Erfolg gekrönt aber ich wurde trotzdem aufgenommen da der Leiter der Schauspielschule fand, dass ich Talent habe", erklärt die Künstlerin. 
Ab diesem Moment war für Bernadette nichts mehr so wie es vorher war denn sie war vom Geist des Theaters beseelt. Der Leiter der Schauspielschule in Innsbruck verstarb leider nach einem Jahr und die Schule wurde aufgelöst.
Die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule in Graz hatte auch ihre Tücken denn es wurde gnadenlos ausgesiebt. Die damals 19-jährige Bernadette kam in die Endrunde und für sie war es klar, dass sie an der Schauspielschule in Graz aufgenommen wird. Doch der selbst geschriebenen Monolog, welcher das Thema Gefangenschaft behandelte und dramatisch vorgetragen wurde kam bei der Kommission nicht an und so wurde die Aufnahme verweigert.

Der zweite Weg

Über das Uni-Theater und Hanspeter Horner kam Bernadette ihrem Traum vom Theater wieder näher und wurde dazu ermutigt beruflich Theater zu spielen. Es wurden Bewerbungen an alle Schauspielschulen im deutschen Raum geschrieben und die erste Antwort kam vom Konservatorium in Wien. Eine Woche pendelte die junge Schauspielerin zwischen Wien und Graz und aus 460 Bewerbern wurden 14 aufgenommen - darunter auch Bernadette Abendstein. Der Traum vom Theater hatte sich erfüllt und ab sofort gab es für die talentierte Zillertalerin nur mehr die Bühnen- und Theaterwelt. 
Nach zwei Jahren am Konservatorium (bei Prof. Elfriede Ott - Anm. der Redaktion) bekam Sie ein Engagement in der Josefstadt und konnte sich so auch das Leben in Wien finanzieren. Die unzähligen Rollen in welche Bernadette Abendstein schlüpfte und immer noch schlüpfen kann zeugen sowohl von ihrem Talent als auch von der fachlichen Qualifikation. 
Heute ist Bernadette Abendstein zurück im Zillertal in Uderns und hat dort, zusammen mit ihrem Mann Hakon Hirzenberger und ihrer Familie das Theater Steudltenn aufgebaut - eine Erfolgsgeschichte, welche aus der Region nicht mehr wegzudenken ist und dem Publikum unzählige Glücksmomente beschert hat. Das Talent sowie das Durchhaltevermögen von Bernadette Abendstein sind bemerkenswert und es ist vor allem auch der Idealismus und die Liebe zum Theater was sie antreibt. Die Mutter von drei Kindern ist Schauspielerin mit Hingabe und wer sie auf der Bühne erlebt hat versteht warum Schauspiel und Schauspiel nicht dasselbe ist.

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