Kinderbetreuung
Anzahl der Plätze ist gestiegen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie aber oft nicht gegeben

Die Kinderbetreuungsstatistik zeigt, dass auch im vergangenen Jahr die Zahl der Kinderbetreuungsplätze gestiegen ist. Jedoch entsprechen viele nicht den Vereinbarungskriterien.
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TIROL. Die Kinderbetreuungsstatistik zeigt, dass auch im vergangenen Jahr die Zahl der Kinderbetreuungsplätze gestiegen ist. Jedoch entsprechen viele nicht den Vereinbarungskriterien.

Kinderbetreuungsstatistik: Zahl der betreuten Kinder gestiegen

Kürzlich wurde die Kinderbetreuungsstatistik veröffentlicht. Diese zeigt, dass die Zahl der Kinderbetreuungsplätze im vergangenen Jahr gestiegen ist. Im Betreuungsjahr 2019/2020 ist die Zahl an Kindergartenkindern auf 22.000 Drei- bis Fünfjährige angestiegen. 98 der Tiroler Gemeinden mit mehr als 2.000 EinwohnerInnen betreiben mindestens einen Kindergarten. 54,1 Prozent verfügen über Horte, in 92,9 Prozent gibt es Kinderkrippen. In Tirol werden insgesamt 38.752 Kinder unter 15 Jahren in Kinderspielgruppen, Schulen oder von Tageseltern betreut.

Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen

Aufgrund der steigenden Zahl der zu betreuuenden Kinder wird auch die Zahl der Kinderbetreuungseinrichtungen ausgebaut. Die Anzahl der Kinderbetreuungseinrichtungen ist in den letzten fünf Jahren um knapp 100 Einheiten auf insgesamt 1.190 gestiegen. Gleichzeitig wird auch Wert auf die Qualität der Kinderbetreuungseinrichtungen gelegt. Dies sind die Erweiterung der Öffnungszeiten und die Möglichkeit eines Mittagstisches. "Damit kommen wir dem Ziel, den Betreuungsbedarf abzudecken und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch besser zu gewährleisten, wieder einen Schritt näher," so die für Bildung zuständige Landesrätin Beate Palfrader.

Bedarf an Kinderkrippen- und Hortplätzen steigt laufend

In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der in Kinderbetreuungseinrichtungen eingeschriebenen Kinder im Bereich der Kinderkrippen um 23,3 Prozent und des Hortbesuches um 22,2 Prozent gestiegen.

„Geeignete Kinderbetreuungsangebote nahe beim Wohnort bzw. Arbeitsplatz sind maßgeblich, damit berufstätige Eltern ihrer Erwerbstätigkeit nachkommen können. In Sachen Kinderbetreuung gibt es auch nach Vorliegen der diesjährigen Kinderbetreuungsstatistik Luft nach oben – das ist uns bewusst und bestärkt uns darin, weiterhin tatkräftig für den bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsangebote in Tirol einzustehen." (LR Johannes Tratter, Gemeindereferent ) 

Forderung nach ganzjährigen, ganztägigen und kostenlosen Angeboten

Einerseits steigt die Zahl der Kinderbetreuungsplätze in Tirol, jedoch würden 60 Prozent der Kindergartenplätze die Vereinbarungskriterien nicht erfüllen, so SPÖ-Nationalrätin und Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim. Mängel gäbe es bei Öffnungszeiten, Ferienbetreuung, Horten und Ganztagsschulen.

„Das ist vor allem für die Frauen im Land ein Problem, die nach wie vor den Großteil der Betreuungsarbeit übernehmen. Die Folgen sind lange Phasen von Teilzeitarbeit, niedrigere Löhne und hohe Armutsgefährdung im Alter. Jeder Elternteil, der das möchte, muss die Möglichkeit haben, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen." (Selma Yildirim)

Aus diesem Grund ist das Ziel der SPÖ ganzjährige, ganztägige und kostenlose Angebote mit Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

Gemeinden brauchen Unterstützung

Aktuell ist die Lage aufgrund der Coronakrise besonders schwierig. Aus diesem Grund müsse der Bund die Gemeinden beim Ausbau der Kinderbetreuungsangebote unterstützen. Dies müsse jedoch an Vereinbarkeitsregeln gebunden werden, so Selma Yildirim: Die Krise habe außerdem mit Homeschooling und Co rückschrittliche Tendenzen ans Licht gebracht. „Den Preis dafür zahlen ebenfalls vor allem die Frauen,“ so Selma Yildirim.

Fehlende Betreuungseinrichtungen

Aktuell haben wenigr als 40 Prozent der Kindergartenkinder einen Betreuungsplatz, der ganzjährige Vollzeitarbeit ermöglicht. Die Hälfte der Kindergärten ist ab 16:00 Uhr geschlossen. Kindergärten haben an 38 Tagen im Jahr gänzlich geschlossen.

„Bei 25 Urlaubstagen im Jahr ist das natürlich schwierig. Durch die Corona-Krise ist die Situation heuer – speziell im Sommer – zusätzlich angespannt.“Den Preis dafür zahlen ebenfalls vor allem die Frauen.“ (Selma Yildirim)

Auch bei Volksschulkindern fehlen Betreuungsplätze: Nur rund ein Viertel der Volksschulkindern wird betreut. Die Horte am Land sind meist voll, das Angebot an Ganztagsschulen ist gering. „Bei 25 Urlaubstagen im Jahr ist das natürlich schwierig. Durch die Corona-Krise ist die Situation heuer – speziell im Sommer – zusätzlich angespannt,“ so Selma Yildirim

Kinderbetreuungsatlas in tirisMaps und Statistik 2019/20

Seit 2019 gibt es den Kinderbetreuungsatlas des Landes Tirols. Hier finden sich Informationen zu den Kinderbetreuungseinrichtungen inklusive den Kontakten, Adressen, AnsprechpartnerInnen, Öffnungszeiten sowie Schließtage in den Ferien: Kindrerbetreuungsatlas
Weitere Informationen zum Kinderbetreuungsatlas: Wissenswertes für Eltern

Die aktuelle Statistik zur Kinderbetreuung ist auf der Landeshomepage abrufbar: Statistik der Kinderbetreuungseinrichtungen in Tirol 2019/20

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