Energiewende
Hindernisse sollen beseitigt werden

vordere Reihe - v.l.: LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf, NÖ, Staatssekretär Dr. Magnus Brunner, Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner, OÖ, Bundesministerin Leonore Gewessler und LH-Stv. Dr. Heinrich Schellhorn, Salzburg. Zweite Reihe – v.l.: LH-Stv. Mag. Astrid Eisenkopf, Burgenland, DI Christian Vögel (Fachbereichsleiter Energie des Landes, in Vertretung von Landesrat Johannes Rauch), Vorarlberg, Landesrätin Mag. Sara Schaar, Kärnten, LH-Stv. Josef Geisler, Tirol, Landesrätin Mag. Ursula Lackner, Steiermark, und DI Herbert Pöschl (in Vertretung von Stadträtin Mag. Ulli Sima), Wien.
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  • vordere Reihe - v.l.: LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf, NÖ, Staatssekretär Dr. Magnus Brunner, Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner, OÖ, Bundesministerin Leonore Gewessler und LH-Stv. Dr. Heinrich Schellhorn, Salzburg. Zweite Reihe – v.l.: LH-Stv. Mag. Astrid Eisenkopf, Burgenland, DI Christian Vögel (Fachbereichsleiter Energie des Landes, in Vertretung von Landesrat Johannes Rauch), Vorarlberg, Landesrätin Mag. Sara Schaar, Kärnten, LH-Stv. Josef Geisler, Tirol, Landesrätin Mag. Ursula Lackner, Steiermark, und DI Herbert Pöschl (in Vertretung von Stadträtin Mag. Ulli Sima), Wien.
  • Foto: Land OÖ / Daniel Kauder
  • hochgeladen von Alexander Schguanin

TIROL. Bei der Konferenz der LandesenergiereferentInnen in Linz erklärte Tirols LHStv Josef Geisler, dass Stolpersteine für die Energiewende beseitigt werden sollen. Er betont, dass wenn Tirol und Österreich die Energie- und Klimaziele erreichen wollen, müssen die Bund und Ländern ihre Kräfte bündeln.

Wasserkraft essenziell für die Energiewende 

Vor Ort war auch die zuständige Bundesministerin Leonore Gewessler. Konkret angesprochen hat der Tiroler Energielandesrat die im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz zusätzlich vorgesehenen Förderkriterien für die Wasserkraft. „Dass behördlich genehmigte Wasserkraftprojekte, die alle Verfahren durchlaufen haben, von einer Förderung für erneuerbare Energieträger ausgeschlossen werden sollen, ist für mich auch angesichts des österreichweiten Ausbauziels im Bereich der Wasserkraft von fünf Terawattstunden unverständlich. Und ohne Wasserkraft schaffen wir die Energiewende nicht“, so Geisler.

Tirol wäre von einer solchen Regelung aufgrund der großen Bedeutung der Kleinwasserkraft besonders getroffen. Zudem hat sich Tirol zum Ziel gesetzt, die Stromproduktion aus Wasserkraft um insgesamt 2,8 Terawattstunden zu erhöhen. Damit erfolgt sogar mehr als die Hälfte des gesamtösterreichischen Wasserkraftausbaus in Tirol.

Anschlusskosten behindern PV-Ausbau

Geisler sieht auch beim PV-Ausbau noch genug zu machen: „Allein in Tirol müssen wir zur Erreichung der Energieautonomie bis zum Jahr 2050 mehr als 30 Millionen Quadratmeter Dachflächen mit PV-Modulen bestücken. Das schaffen wir nur bei optimalen Rahmenbedingungen.“
Die Nutzung größerer Dachflächen für die Erzeugung von Sonnenstrom scheitert derzeit primär an den hohen Kosten für die oft notwendige Verstärkung der Netze. „Die geltende bundesgesetzliche Lage verbietet es der öffentlichen Hand, die anfallenden Anschlusskosten einer mittleren bis größeren PV-Anlage an das öffentliche Netz zumindest teilweise zu übernehmen“, zeigt Geisler wenig Verständnis.
Von der Bundesregierung wurde eine deutliche Verbesserung für den Anschluss an PV-Anlagen mit der geplanten Novellierung des ElWOG, des Elektizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz, bereits in Aussicht gestellt. „Die Ausgestaltung muss jedenfalls so sein, dass auch die Errichtung größerer PV-Anlagen auf privaten Dächern attraktiv ist und geeignete Dachflächen bestmöglich für die erneuerbare Stromerzeugung genutzt werden“, so Geisler. Neben der Wasserkraft ist die Sonne in Tirol der wichtigste Stromlieferant.

Tirols Energielandesrat Josef Geisler mit seinem oberösterreichischen Amtskollegen und Gastgeber Markus Achleitner sowie Staatssekretär Magnus Brunner bei der Konferenz der LandesenegiereferentInnen in Linz.
  • Tirols Energielandesrat Josef Geisler mit seinem oberösterreichischen Amtskollegen und Gastgeber Markus Achleitner sowie Staatssekretär Magnus Brunner bei der Konferenz der LandesenegiereferentInnen in Linz.
  • Foto: Land OÖ / Daniel Kauder
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Weitere positive Signale

Positive Signale gibt es auch hinsichtlich der Möglichkeit der Doppelförderung. Geisler hat eine Änderung der Förderrichtlinien des Bundes etwa für private PV-Anlagen. Die aktuelle Situation ist, dass die Bundesförderung eine Landesunterstützung ausschließt. Eine Doppelförderung oder Aufstockung der Bundesförderung durch die Länder ist somit nicht möglich. „Hier zeichnet sich eine Lösung ab“, ist Geisler zuversichtlich. Im Rahmen der Konjunkturoffensive habe die Tiroler Landesregierung die notwendigen Mittel für einen raschen PV-Ausbau bereits vorgesehen.

Wasserstoffmanifest wurde verabschiedet

Auf Antrag Tirol und dem Gastgeberland Oberösterreich haben die LandesenergiereferentInnen der Bundesländer auch ein Wasserstoffmanifest verabschiedet. Darin bekennen sich die Länder gemeinsam mit dem Bund zur ausschließlichen Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen sowie zum technologisch besonders zweckmäßigen Einsatz von Wasserstoff. Die auf Bundesebene in Ausarbeitung befindliche Österreichische Wasserstoffstrategie müsse außerdem mit den Ländern abgestimmt und ehestmöglich vorgelegt werden. „Tirol übernimmt im Bereich Wasserstoff eine Vorreiterrolle. Vom Bund erwarten wir uns Rückenwind beim Thema Wasserstoff. Das gilt insbesondere für die Unterstützung der bereits laufenden und geplanten Projekte in unserem Land“, erklärt Geisler abschließend. Beim Wasserstoff schließe sich zudem der Kreis zur Wasserkraft, denn Wasserkraft sei die Grundlage für eine wirtschaftliche Erzeugung von grünem Wasserstoff.

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