Landwirtschaft in Corona-Krise
Höherer Mindestlohn für Feldarbeit gefordert

Die Arbeit auf dem Feld wird so schlecht bezahlt, dass sich keine einheimischen Arbeitskräfte finden. Jetzt soll Personal aus dem Ausland eingeflogen werden.
  • Die Arbeit auf dem Feld wird so schlecht bezahlt, dass sich keine einheimischen Arbeitskräfte finden. Jetzt soll Personal aus dem Ausland eingeflogen werden.
  • Foto: Pixabay/klimkin (Symbolbild)
  • hochgeladen von Lucia Königer

TIROL. Die Corona-Krise zeigt uns auf, dass es an manchen Stellen im System krankt. Nicht nur, dass man Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten mehr schätzen muss, sondern auch, dass das System der Landwirtschaft nicht optimal läuft. Der Grüne Wirtschaftssprecher Kaltschmid fordert einen höheren Mindestlohn in der Feldarbeit und eine faire Entlohnung in der gesamten Versorgungsbranche.

Systemwandel in der Landwirtschaft gefordert

Eine gute Sache hätte die Corona-Krise: Durch sie wird uns vor Augen geführt, dass es nach der Krise in vielen Bereich so nicht weiter gehen kann. Bisher wurde den Menschen auf den Feldern, die unsere Versorgungssicherheit garantieren, viel zu wenig Wertschätzung entgegen gebracht.  Doch auch die Menschen hinter der Kasse und dem LKW Steuer erhalten uns eine volle Vorratskammer. Nach der Krise müsse sich in den Augen Kaltschmids einiges ändern. Er fordert einen Systemwandel in der Landwirtschaft. Dazu schlägt er einen höheren Mindestlohn in der Feldarbeit und eine faire Entlohnung in der gesamten Versorgungsbranche vor. 

"Billige Arbeitskräfte" einfliegen

Als Beispiel, wie absurd das System in der Krise geworden ist, nennt Kaltschmid das Einfliegen "billiger" Arbeitskräfte zur Gemüseernte. Durch den geringen Lohn finden sich keine einheimischen Arbeitskräfte, deswegen müssen günstige per Luftbrücke aus dem Ausland eingeflogen werden. 

"Das kann doch nicht die Lösung sein. Das ist vielmehr Ausdruck eines komplett verrückten Systems“,

ärgert sich Kaltschmid.
Zwar versteht der Grüne Wirtschaftssprecher, dass die Landwirte keine höheren Löhne zahlen können bzw. die Kosten dafür auf die Kunden übertragen, jedoch argumentiert er:

„Die Preise und Löhne sind zum einem im Keller, weil es trotz ewiglanger Transportwege billiger ist, Gemüse und Obst in riesigen hochindustrialisierten Anlagen im Ausland zu produzieren."

Nach der Krise müsse deshalb eine "ökosoziale Steuerreform" her. Dies würden die heimischen Landwirte vom extremen Preisdruck her entlasten, wenn bei den Transportwegen endlich die wahren Kosten draufgeschlagen werden. Denn die heimischen Produkte wären somit im Schnitt billiger. 

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