Landesrätin Gabriele Fischer: "Ich vertraue hier dem Landeshauptmann"

Gabriele Fischer fordert ein "soziales Impulspaket".

Wenn es nach BK Kurz geht, wird die Mindestsicherung einheitlich. Ist dadurch in Tirol ein Koalitionskrach vorprogrammiert?
Gabriele Fischer: "Das Wort 'Koalitionskrach' finde ich zu hart, denn wenn ich an die Aussagen unseres Landeshauptmannes denke, der ja Steuerautonomie und mehr Kompetenzen für die Länder einfordert, so bin ich zuversichtlich, dass die Vereinbarungen über die Mindestsicherung in Tirol im Koalitionspapier halten. Hier vertraue ich dem Landeshauptmann."

Das Sozialressort ist ja nicht unbedingt ein leichtes. Warum haben Sie sich dieser Aufgabe angenommen?
"Von meiner Einstellung her ist dieses Amt ein sehr unmittelbares, man ist so nahe am Menschen und durch die Aufgaben im Sozialressort ist es möglich, eine Gesellschaft mitzugestalten, die gerechter funktioniert."

Das Land Tirol hat 2017 608 Mio. Euro im Sozialbereich ausgegeben. In welchem Bereich würde mehr Geld benötigt?
"Diese Summe klingt ja sehr hoch, doch ein großer Teil davon sind Pflichtausgaben, die den bedürftigen Menschen ohne Diskussion zustehen. Ich würde mir gerne einen höheren Anteil an Ermessensausgaben wünschen, damit speziell im Jugendschutz, in der Gewaltprävention und auch in der Integration mehr passiert. Auch bei der bedarfsorientierten Mindestsicherung braucht es mehr Geld. Ich erwarte mir ein 'Impulspaket' für den sozialen Bereich, wie es Tirols Wirtschaft in der Krise erhalten hat."

Die Tiroler Sozialen Dienste (tsd) sind Ihr Aufgabenbereich. Wie sieht deren Zukunft aus?
"Es wird nicht in der Betreuung gekürzt, sondern es wird der Verwaltungsapparat der tsd verkleinert. In Summe werden 30 Stellen abgebaut und es wird einen Sozialplan geben. Mittlerweile gab es bereits Gespräche mit dem Betriebsrat, um hier saubere Lösungen zu erreichen. Bisher gab es keine Kündigungen, das wird sich jetzt nicht mehr vermeiden lassen."

Georg Willi hat echte Chancen, das Bürgermeisteramt in Innsbruck zu erkämpfen. Wie sehen Sie den grünen Höhenflug in der Hauptstadt?
"Mich freut das als Grüne natürlich enorm. Und mit einem Bürgermeister Georg Willi wäre die Zusammenarbeit für mich ungleich einfacher. Denn viele Belange aus meinem Ressort betreffen unmittelbar auch die Stadt Innsbruck. Und menschlich sind wir uns sehr ähnlich."

Fahren Sie mit dem Rad ins Büro oder holt Sie das Dienstauto?
"Beides. Nur an manchen Tagen ist ein Dienstauto einfach unverzichtbar. Es gibt viele Termine, die mit dem Fahrrad nicht zu bewältigen wären."
Interview: Sieghard Krabichler

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