Tourismus
Oppositionelle Kritik am Bettenstopp

Der geplante Bettenstopp in Tirol bekommt Gegenwind aus der Opposition. Eine Obergrenze an Betten wird von der Liste Fritz wie auch von der FPÖ Tirol kritisiert.
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  • Der geplante Bettenstopp in Tirol bekommt Gegenwind aus der Opposition. Eine Obergrenze an Betten wird von der Liste Fritz wie auch von der FPÖ Tirol kritisiert.
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TIROL. Erst vor Kurzem stellte LH Platter die neue Tourismus-Strategie für Tirol vor, schon gibt es einen Schlagabtausch zwischen Opposition und Tirol VP. Liste Fritz und FPÖ Tirol kritisieren den geplanten Bettenstopp, die Tiroler SPÖ zeigt sich erfreut über das Umdenken und der VP-Tourismussprecher weist die Kritik zurück.

Obergrenze für Betten in Tirol

Die kürzlich vom Landeshauptmann vorgestellte neue Tiroler Tourismusstrategie kommt bei den Tiroler Oppositionsparteien nicht besonders gut an. 

„Wenig neues und noch weniger konkretes ist bei dieser Perspektivenwoche für den Tiroler Tourismus herausgekommen",

so das Fazit der Liste Fritz. Dies sei jedoch auch nicht sehr verwunderlich, trafen doch ÖVP-Funktionäre und WKÖ-Funktionäre zusammen, so Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Liste Fritz-Landtagsabgeordneter Markus Sint etwas bissig. Bei solch einer Zusammensetzung können keine neuen Ideen entstehen, so die Kritik. Besonders kritisch sieht man den geplanten Bettenstopp auf dem jetzt erreichten Niveau, die sei "Augenwischerei".

"Ein Bettenstopp auf dem jetzt erreichten Niveau ist Augenauswischerei, wenn die Auslastung heute im Winter bei 44 Prozent und im Sommer bei 33 Prozent liegt", so die Liste Fritz.
  • "Ein Bettenstopp auf dem jetzt erreichten Niveau ist Augenauswischerei, wenn die Auslastung heute im Winter bei 44 Prozent und im Sommer bei 33 Prozent liegt", so die Liste Fritz.
  • Foto: Liste Fritz
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Bettenreduktion muss regional ausgewogen passieren

Im Detail bezieht sich die Kritik der Liste Fritz auf die unterschiedlichen regionalen Startvoraussetzungen, die Bettenreduktion müsse regional ausgewogen passieren. So vergleicht die Liste Fritz die Startvoraussetzung von St. Anton mit derer in Osttirol. 

"Hier gibt es eine hohe Konzentration und dort gibt es durchaus noch Platz für neue Betten",

erläutern Haselwanter-Schneider und Sint. Um diesen unterschiedlichen Faktoren gerecht zu werden, hat die Liste Fritz einen Antrag im Tiroler Landtag eingebracht: der regionale Bettenstopp soll überprüft werden.

FPÖ-Kritik am "Tiroler Weg"

Harscher formulierte Kritik kommt aus den Reihen der Freiheitlichen. FPÖ-Landesparteiobmann Abwerzger beschreibt die vorgestellte Tourismusstrategie mit "Perspektivlosigkeit" und sieht darin "teilweise vollkommene Ignoranz". 
Stichwort Obergrenzen: nur diese hätte die Landesregierung vorzuweisen, so Abwerzger. Sei es nun in der Transitpolitik oder bei den Tourismus-Betten in Tirol. 
Zudem würde der Landeshauptmann falsche Aussagen verbreiten. Wo hätte es bisher 24-Stunden Touristen, die "saufen und grölen", gegeben, hinterfragt Abwerzger die Schilderungen des Landeshauptmannes. 
Laut Abwerzger würde sich ein Großteil der Touristiker erhoffen, dass LH Platter die Agenden für den Tourismus abgibt. Er hätte keine Glaubwürdigkeit, noch Perspektiven, so Abwerzger, der für die kommenden Jahre ein ausschließlich für die Tourismusagenden zuständiges Mitglied der Landesregierung verlangt. 

SPÖ Tirol: Qualität der Arbeitsplätze im Tourismus sichern

Die Tiroler SPÖ zeigt sich erfreut über das Umdenken der Tiroler Landesregierung in Bezug auf den Tourismus. Die jetzige Situation und den "Tiroler Weg" sieht sie als Chance, um die Branche zukunftsfit und als Arbeitgeber attraktiver zu machen.

„Die Probleme im Tourismus sind seit Jahren die gleichen: hohe Stressbelastung, mangelnde Aufstiegschancen, ungünstige Arbeitszeiten, geringe Entlohnung und wenig Chancen auf Weiterbildung. Hier braucht es dringend eine Kursänderung" (Philip Wohlgemuth, Stv. Klubobmann und Tourismussprecher der SPÖ Tirol im Tiroler Landtag)

Hier gelte es anzusetzen, so Philip Wohlgemuth.

Keine konstruktiven Vorschläge

Mit Unverständnis reagiert VP-Landtagsabgeordneter und Touristiker Mario Gerber auf die Kritik von Liste Fritz und FPÖ an der Tiroler Tourismusstrategie. „Das neue Leitbild für den Tiroler Tourismus wurde von praktizierenden Touristikern und angesehenen Experten erstellt. Mit dem ‚Tiroler Weg‘ starten wir in eine neue Tourismus-Generation - mit neuen Gesichtern im Tyrol Tourism Board und mit einem Perspektivenwechsel was die Erfolgsmessung im Tourismus anbelangt. Wir wollen nicht ‚schneller, höher, weiter‘ sondern setzen auf Nachhaltigkeit, Qualität und Innovation“, erklärt der VP-Tourismussprecher, der bei Liste Fritz und FPÖ konstruktive Vorschläge für die Zukunft des Tourismus vermisst. Der ‚Tiroler Weg‘ sei nie fertig, es werde immer Veränderungen und Kurskorrekturen benötigen:

„Wir starten nun in einen Prozess, bei dem unsere Tourismusbetriebe, die Bürgerinnen und Bürger und auch die Politik eingebunden sind. Tirol lebt vom Tourismus und der Tourismus lebt von den Tirolerinnen und Tirolern. Wir alle sind Gastgeber, deshalb wollen wir die Menschen in unserem Land auf dem ‚Tiroler Weg‘ mitnehmen."
LA Mario Gerber

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