Tirol sagt Ja zur EU
Phantasie-Kicks – Mehr als nur reich und schön

Der Verein „netzWerk-handWerk“ startete das Kinder- und Jugendprojekt „Expedition Handwerk“. Damit soll jungen Menschen das Handwerk nähergebracht werden.
  • Der Verein „netzWerk-handWerk“ startete das Kinder- und Jugendprojekt „Expedition Handwerk“. Damit soll jungen Menschen das Handwerk nähergebracht werden.
  • Foto: Netzwerk Handwerk
  • hochgeladen von Sabine Knienieder
Barbara Loferer-LainerBarbara Loferer-Lainer, Geschäftsführerin des Regionalmanagements Kitzbüheler Alpen (Foto: Clemens Perktold)
Es ist ein großer und extrem abwechslungsreicher Teil von Tirol, der mit den beiden Regionalmanagements Kitzbüheler Alpen und regio³ abgedeckt wird. Die Menschen dieser Regionen haben echt mehr zu bieten als Bergdoktor und High Society. Viel mehr.



Kitzbühel. Allein der Name löst einen Film im Kopf aus. Reich und Schön spielen die Hauptrolle – in Häusern, die unter der üppigen Geranienlast am Balkon zu kippen drohen, oder am Hahnenkamm, wo sich die Weltelite auf Skiern unter dem Beifall allerlei Berühmtheiten in die Mausefalle stürzt. „Wenn man den Namen Kitzbühel hört, denkt man: ‚Wahnsinn, warum brauchen die eine Förderung?‘ Doch das ist falsch“, stellt Barbara Loferer-Lainer klar und sagt: „Jede Region hat ihre Talschaften, wo sehr viel Mithilfe gebraucht wird und die Defizite groß sind.“

Als Geschäftsführerin des Regionalmanagements Kitzbüheler Alpen kümmert sie sich seit 17 Jahren genau darum. Um Mithilfe in jenen Bereichen der großen Region, wo Defizite entdeckt und beseitigt oder schlummernde Potenziale geweckt werden wollen. „Alle 77 Regionen Österreichs haben Schwachstellen, Gebiete beispielsweise, die sehr abgelegen liegen und wo die Menschen ziemlichen Herausforderungen ausgesetzt sind“, führt Loferer-Lainer weiter aus.

Auch in ihrem Gebiet, das mit 26 Gemeinden, rund 83.000 Einwohnern und vier Planungsverbänden in den zwei politischen Bezirken Kitzbühel und Kufstein die größte Leader-Region Österreichs ist, gibt es Schwachstellen. Und es gibt viel zu tun.

Potenzial heben

Vor dem Hintergrund liegen der Geschäftsführerin die Sozial- und Jugendprojekte in den Talschaften so am Herzen. „Wir haben beispielsweise einen Schwerpunkt darauf gelegt, die jungen Leute für Elektro-Mobilität zu begeistern und ein E-Scooter-Projekt gestartet.Kauft der Jugendliche kein herkömmliches, sondern ein E-Moped, ist er dann, wenn der Autokauf ansteht, schon ganz anders sensibilisiert“, so Loferer-Lainer.

Knackpunkt eines jeden Projektes ist, dass es „von unten herauf“ (bottom-up) passieren muss und dafür ist es wichtig, jene Personen zu finden, die Motoren für die Umsetzung sein können. „Es kann auch sein, dass es von außen jemanden braucht. Nur weil man zusammenkommt und redet, läuft kein Projekt“, weiß sie. Hier hakt sie ein, analysiert, vernetzt und zieht die richtigen Fäden, damit es läuft: „Man glaubt gar nicht, wie viel Potenzial es in einer Region gibt. Es ist ja das Schöne, dem die Chance zu geben und das Potenzial zu heben.“

Loferer-Lainer weiß nie, was auf sie zukommt und nicht selten ist sie erstaunt über den Ideenreichtum. Allein die Tatsache, dass über das Regionalmanagement die Möglichkeit besteht, Pläne mit professioneller und finanzieller Unterstützung umzusetzen, kickt die Phantasie an und setzt schöne Kräfte frei. Kreativ sind sie, verwurzelt und gleichzeitig in die Zukunft gerichtet. Wie beim „netzWerk-handWerk“, einem Leader-Projekt, dessen Mission es ist, das regionale Handwerk zu stärken, neue Wege aufzuzeigen und Begeisterung bei jungen Menschen zu wecken.

15 Gemeinden sind dort eingebunden und weil die vielfältigen Zugänge und Aktivitäten das netzWerk-handWerk so lebhaft in der Bevölkerung und vor allem bei den Schülern verankert haben, wurde das Projekt 2018 mit dem Regionalitätspreis der Tiroler Bezirksblätter ausgezeichnet.

Regionalitäts-Genuss

KochArt ist ein nicht minder strahlkräftiges Leader-Projekt, das den Nerv unserer Zeit trifft. Mehrere Nerven, um genau zu sein – auch den Geschmacksnerv, denn im Rahmen von KochArt kümmern sich 23 Gastronomiebetriebe der Region darum, die Regionalität und Nachhaltigkeit auf ganz besondere Weise zu stärken. In enger Zusammenarbeit mit den heimischen Bauern werden alte Tierrassen und Gemüsesorten neu entdeckt und in den Küchen verfeinert. Zur Genussfreude und Lebenslust gesellt sich dabei das Wissen um die besondere Qualität der heimischen Produkte. Diese Idee „schwappte“ in gewisser Weise auch auf das zweite Regionalmanagement über, das mit 12 Tiroler Gemeinden und einer Salzburger Gemeinde den östlichen Teil der Region abdeckt. Über die Regionalentwicklung regio³ Pillerseetal-Leukental-Leogang wurde das Leader-Projekt KitzKochArt abgewickelt, das auch durch eine intensive Zusammenarbeit mit den SchülerInnen und dem Lehrpersonal der Hotelfachschule der Region sowie gemeinsame Kochworkshops die „regionale kulinarische Region“ absichert. Für regio³ ist Bildung ein Schwerpunkt, der im Regio-Tech in Hochfilzen, dem Haus der Region, gebündelt und beispielsweise durch das Angebot für WiedereinsteigerInnen und ältere ArbeitehmerInnen starke Zeichen setzt.
Denn die Menschen dieser Regionen haben mehr zu bieten als Bergdoktor und High Society. Viel mehr.
(Von Alexandra Keller)

Fakten
Regionalmanagement Kitzbüheler alpen & regio3

Im Regionalmanagement Kitzbüheler Alpen werden seit Beginn der Periode 2014 bis 2020 die beiden LEADER-Regionen im Tiroler Unterinntal, die Region „Hohe Salve Tirol“ (10 Orte in den Kitzbüheler Alpen und südlich des Wilden Kaisers) und die Region „Mittleres Unterinntal Tirol“ (16 Orte im Unterinntal rund um den Wirtschaftsstandort und Verkehrsknotenpunkt Wörgl) gebündelt. Durch die Fusion entstand in den Bezirken Kitzbühel und Kufstein eine Großregion mit 26 Orten und rund 83.000 EinwohnerInnen. Die 13 Gemeinden Aurach bei Kitzbühel, Fieberbrunn, Hochfilzen, Jochberg, Kirchdorf in Tirol, Kitzbühel, Oberndorf in Tirol, Reith bei Kitzbühel, St. Jakob in Haus, St. Johann in Tirol, St. Ulrich am Pillersee, Waidring und Leogang bilden die Region „LAG Regionalmanagement regio³ Pillerseetal-Leukental-Leogang“. Das Regio-Tech in Hochfilzen ist ihr pulsierendes Zentrum.

Weitere Infos unter: http://www.regio-tech.at und www.rm-tirol.at/regionen/kitzbueheler-alpen

In der laufenden Förderperiode 2014-2020 wurden für 60 Projekte im Bezirk Kitzbühel EU-Mittel in Höhe von rund drei Millionen Euro genehmigt.

Weitere Themen zur EU-Wahl

Tirol sagt Ja zur EU
Hier geht es zum gesamten E-Paper: EU-Magazin

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen