Ferialpraxis: Mein erster richtiger Job

Vokuhila, aber trotzdem saucool: Gerald Bauer finanzierte sich mit seinem ersten Ferienjob einen brandneuen Amiga 500.
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TRIESTINGTAL/STEINFELD (les). Ferialpraktikanten gehören zum Sommer dazu. Man trifft sie im Supermarkt, im Tiergarten oder am Traktor. Die erste Berührung mit echter Arbeit ist für die jungen Menschen oft prägend. Wir haben Menschen aus der Region nach ihren Erinnerungen an ihre ersten "richtigen" Jobs befragt.

Von Staplern und Gemüse
Wolf Handl (58) aus Berndorf ist Inhaber des Musikgeschäfts "KLANGFARBE e-guitars" in Wien: "Puh, das ist sehr lange her. Ich war damals wohl 10 oder 12 Jahre alt. An die Details kann ich mich nicht mehr erinnern, aber das war bei meinem Onkel in der Greißlerei. Ich hatte irgendwas mit Obst und Gemüse zu tun." Die Ferialpraxis hält Wolf jedenfalls für sinnvoll: "Damit die Jungen einen Eindruck von der Arbeitswelt bekommen, bevor Sie die Schule verlassen. Der Ernst des Lebens quasi." Gerald Bauer (42) aus St. Veit hatte ein anderes Ziel vor Augen, das er auch erreicht hat: "Mein erster Ferialjob war bei der Firma "Jung-heinrich Gabelstapler" in Wien, als Hilfe für meinen Papa, der dort gearbeitet hat. Von dem Geld habe ich mir dann einen Amiga Computer geleistet."

Ein Zniachtl packt an
Auch der Leobersdorfer Vizebürgermeister Harald Sorger (42) war in seiner Jugend ein sehr aktiver Ferialpraktikant: "Ich machte mehrere Ferialjobs, der erste war mit 14 Jahren beim BILLA in Leobersdorf als Mädchen für alles. Es war immer ganz wichtig, dass alle Regale super aussehen und geschlichtet sind. Seit damals habe ich vor der körperlichen Arbeit höchsten Respekt, die vor allem Frauen in diesen Supermärkten zu leisten haben. Als 'Zniachtl' musste ich dort ziemlich anpacken, was mir in Erinnerung geblieben ist."

Anstrengend, aber schön
Einer, der früh den Ernst des Lebens kennenlernte, ist Gemeinderat Tino Seidl aus Trumau: "Das muss 1990 im Alter von 15 Jahren gewesen sein. Ich war damals bei der Firma WÜRTH in Wien-Inzersdorf im Lager für den Wareneingang sowie das Kommissionieren von Aufträgen auf Förderbänder zuständig. Als junger Techniker, gerade nach der 1. Klasse HTL, waren deren Produkte, wie Werkzeuge, Maschinen, Schrauben, Beschläge usw. genau das Richtige für mich. Und ich habe damals wirklich gutes - mein erstes selbst verdientes - Geld dafür bekommen, mit dem bald darauf mein Moped gekauft wurde. Es waren lehrreiche, teilweise prägende, aber auch körperlich anstrengende Wochen, welche ich nicht missen möchte."

Pudding und Wandfarbe
Blumaus Bürgermeister Gernot Pauer erinnert sich auch gerne zurück: "Meinen ersten Ferienjob hatte ich 1971 mit 16 bei einem Maler in Sollenau. Da durfte ich Fenster streichen und Gebäude ausmalen. Später dann bei der Firma Haas Pudding in Wien als Botenfahrer. Diese Jobs haben mich auf das Berufsleben vorbereitet. Die Fahrten durch Wien waren ein Erlebnis, auch weil man dadurch ein wenig in die gehobeneren Kreise Einblick bekam. Und durch die Malerarbeiten konnte ich mir handwerklich einiges aneignen, das ich später im Privatleben gut gebrauchen konnte. Mit dem verdienten Geld konnte ich dann auf Urlaub fahren, was ja auch nicht schlecht war."

Vokuhila, aber trotzdem saucool: Gerald Bauer finanzierte sich mit seinem ersten Ferienjob einen brandneuen Amiga 500.
Der Trumauer Gemeinderat Tino Seidl finanzierte sich mit seinem Ferienjob eine neue KTM und den Mopedführerschein.

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