Tattendorf verliert viel Service

TATTENDORF (les). Das Jahr 2016 brachte für die kleine Winzergemeinde einige Veränderungen. Das lang umstrittene Wohnprojekt "Wally Neuzil Platz" wurde zu einem runden Ende gebracht. Die geplanten Wohneinheiten an mehreren Standorten ermöglicht und werden im Sinne aller Beteiligten etappenweise umgesetzt.

Sorgenkind Raiffeisen
Es gab jedoch auch einzelne Fälle, die der Allgemeinheit etwas weniger zuträglich waren. Eines davon war sicherlich die Einstellung des Kassenbetriebes der örtlichen Raiffeisenfiliale. Dazu Bürgermeister Alfred Reinisch: "Durch diese Maßnahme wurde unseren Bürgern eine wesentliche Dienstleistung genommen. Nach knapp einjähriger Abstinenz lässt sich aus vielen persönlichen Gesprächen klar erkennen, dass ein fehlender, persönlicher Kassenbetrieb durch keinen Automaten ersetzt werden kann." Vizebürgermeister Franz Knötzl ergänzt: "Hauptbetroffen sind in ihrer Mobilität eingeschränkte und ältere Personen, die mit der neueren Technik nicht so vertraut sind."

Sorgenkind Lagerhaus
Kaum halbwegs verdaut, wurde den Tattendorfern im Sommer gleich die nächste Mahlzeit serviert. In einer Mehrheitsentscheidung beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat des "Raiffeisen Lagerhaus Wiener Becken" die Schließung der Werkstätten an den Standorten Tattendorf und Ebreichsdorf zugunsten größerer Standorte in Grammatneusiedl und Guntramsdorf. Winzer Leopold Auer sieht in dieser Maßnahme eine radikale Einschränkung der Nahversorgung: "Der Grundgedanke von Friedrich Willhelm Raiffeisen wird hier mit Füßen getreten, denn die Werkstätte in Tattendorf schreibt schwarze Zahlen und ist ein Grundpfeiler unserer Nahversorgerkette." Ortschef Reinisch weiter: "Es geht ja hier nicht nur ausschließlich um Tattendorf oder unsere Landwirte. Es wurden aus allen Gemeinden der Umgebung sowohl kommunale als auch private Fahrzeuge und Geräte hier gewartet und repariert."

Eine Lösung gesucht
Abschließend merken Reinisch, Knötzl und Auer unisono an: "Wir würden uns eine Kompromisslösung wünschen. Wir stehen dem neuen Geschäftsführer des RLH jederzeit für Gespräche zur Verfügung, um eine gemeinsame Lösung für die Region und ihre Menschen zu finden." Geschäftsführer Erich Reisenbichler auf Anfrage der Bezirksblätter: "Es war eine schwierige Entscheidung, die nicht leichtfertig gefällt wurde. Die wirtschaftliche Situation und die strategischen Zukuntserwartungen im Landtechnikbereich haben diese herbeigeführt. Der Prozess war langwierig und ist aus unternehmerischer Sicht heraus erforderlich gewesen. Die Schließung ist durch Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen und wird am 24. Februar umgesetzt. Der Mechaniker vor Ort geht am 1. Juli in Pension und wird uns bis dahin im Aufbau eines mobilen Werkstättenservices unterstützen."

Autor:

Markus Leshem aus Schwechat

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