04.04.2017, 09:11 Uhr

Willkommen beim Mentalcoach - Teil zwei "Prüfungsangst"

alles Lernen kann vergebens sein, wenn es nicht zum richtigen Zeitpunkt abrufbar ist

Im zweiten Teil möchte ich nun eine Serie beginnen, die einzelne Themengebiete aufzuzeigen versucht, wo es möglicherweise ratsam ist einen Mentalcoach hinzuzuziehen. Wir beginnen mit einem sehr brisanten Thema:

Prüfungsangst, total mental

Ich denke jeder kennt auf Anhieb eine oder mehrere Situationen wo er/sie schon mal dieses unangenehme Gefühl mit sich getragen hat. Vielleicht als Unsicherheit, Ungewissheit und/oder Leistungsdruck fühlbar. Bei manchen Menschen hat es sich bereits so verfestigt, dass es mit körperlichen Leiden einhergeht, die sogenannten psychosomatischen Schmerzen. Bauchweh, Übelkeit, Schwindelgefühl, sind nur einige davon.
Möglicherweise schaffen Sie es sogar ohne aktuelle Situation, alleine in Gedanken daran, wieder dieses unangenehme Gefühl hervorzurufen. Ähnlich wie in Träumen, wo man manchmal von einer großen, bereits vergangenen, Prüfung träumt. Das Gefühl ist und bleibt unangenehm. Und das ist auch gut so.

Moment, gut so? Obgleich es sich für uns unangenehm anfühlen mag, ist dieses Gefühl eines unserer ältesten Überlebenssysteme, die wir mit auf dem Weg bekommen haben. Ohne diese Wahrnehmung wären wir vielleicht auch schon wieder ausgestorben. Die Rede ist von der Angst. Schon der Urmensch wusste sich auf seine Angst zu verlassen, wenn er auf den berühmten Säbelzahntiger traf und durch verängstigtes Weglaufen überlebte. Aber Darwin´s „survival of the fittest“ soll ein anderes Thema sein.
So gut uns dieses Überlebenssystem geholfen hat uns bis zum heutigen Stand zu entwickeln, so schlecht lässt es sich manchmal einbremsen und sich aus normalen Situationen raushalten. – Angststörungen (Phobien).

Ob Prüfungsangst bereits eine Angststörung ist, darüber lässt sich je nach Ausmaß der gefühlten Angst und der psychosomatischen Symptome streiten. Fakt ist jedoch, dass sie in den meisten Fällen eine dermaßen unnötige Begleiterscheinung ist, dass sie uns ab und zu wirklich um den Erfolg bringen kann.
Die Ursache für Prüfungsangst kann vielfältig sein. Meistens plagt die Person Versagensangst, eine Form von Leistungsdruck. Entweder entsteht dieser Druck sich selbst gegenüber oder viel häufiger von außen. „Wenn ich das nicht gut mache, krieg’ ich Probleme.“ Aber genauso kann die Angst aus der Erfahrung heraus entstanden sein, wenn bereits schlechte Erinnerungen vorhanden sind. Dies kann dazu führen, dass man auch für jede weitere Erfahrung den selben Ausgang vermutet. „Ich war schon in der Grundschule kein guter Schüler, warum sollte ich bei meinem Studium bessere Noten schreiben?“

Genau hier sind wir bei der mentalen Komponente. Die Betroffenen können durchaus gut im Lernen sein, den Unterricht voller Aufmerksamkeit folgen und privat keinerlei Ablenkungen ausgesetzt sein. Trotzdem versagen sie in der Prüfungssituation weil sie all ihr hart erarbeitetes Wissen nicht abrufen können. Geflügelte Wörter wie „Blackout“, „blank“ oder „Aussetzer“ werden danach als Erklärung für die schlechte Leistung gestammelt und sind keine Ausrede für vernachlässigtes Lernen.
Eine gute Vorbereitung ist naturgemäß eine hervorragende Basis und hilft vielen Betroffenen ein gutes Maß an Mut, Sicherheit und Vertrauen in sich selbst aufzubauen um bei Prüfungen bestehen zu können. Wenn dann auch noch das Erlernte zielsicher angewandt werden kann, entwickelt sich eine positive Spirale und die anfänglich schlimme Situation wird von Erfolg zu Erfolg immer neutraler erlebt. Genau hier setzt das Coaching an. Gemeinsam an Fähigkeiten wie Mut, Sicherheit und Vertrauen zu arbeiten und diese zu stärken. Durch gezielte Techniken verändert sich das Verhalten in Prüfungssituationen und schon bald kann man beinahe freudig auf solche Situationen blicken und sich dabei denken „Jetzt ist der Zeitpunkt zu zeigen, was ich wirklich kann!“

Alma Ma(r)ter, oder wie ich lernte Prüfungen zu ertragen

Ich habe es selbst erlebt. In meiner Schulzeit war ich bei Prüfungen immer übertrieben nervös. Hohe Herzfrequenz noch bevor die Angabe mit den Fragen ausgeteilt wurde. Ängstliche innere Monologe, was da wohl auf mich zukommen mag. Mit erlösendem Gähnen oder Kaugummi kauen habe ich versucht mein vegetatives Nervenkostüm zu beruhigen, mich zu konzentrieren, zu entspannen, gehofft Leistung abrufen zu können, wenn es gleich notwendig wurde. Vergebens, ich wurde oft bitter enttäuscht, wenn all die aufgebrachte Lernzeit in diesem Moment nichts wert war weil ich den Lernstoff nicht abrufen konnte.

Puh, ganz schön schlimm sich das auch heute noch zu vergegenwärtigen. Aber zum Glück ist heute vieles anders.

„Neues Spiel, neues Glück!“

Im Studium habe ich ein Selbstexperiment gewagt. Ich wollte meine Ausbildung unbedingt positiv abschließen. Ein negativer Dämpfer hätte schmerzlichen Zeitverlust als auch finanzielle Einbußen mit sich gebracht. Also waren da schon ein paar Hürden, die mir einen Leistungsdruck auferlegt haben und aus dem Weg zu räumen waren.
Ich habe mir geschworen für jede Prüfung ordentlich zu lernen und mir ein Lernsystem bereitzulegen damit ich auch das Gelernte bei mir behalten konnte. Schließlich war dieser Lernstoff mein Handwerk, welches ich in Zukunft ausüben wollte.

Siehe da, mit meinem System habe ich bei jeder Prüfung positiv abgeschnitten. Zugegeben, die erste Prüfung war das Zünglein an der Waage. Wäre diese negativ ausgefallen, hätte mich vielleicht mein Zweifel gepackt und wer weiß was dann geschehen wäre. Doch so war es nicht und die gute Note hat mich bestärkt. Ich habe es wieder und wieder angewandt und wurde nicht enttäuscht. Am Ende war es fast schon eine Herausforderung im Sinne von „ich bin gespannt was bei der nächsten Prüfung gefragt wird.“ Ein Gefühl, das ich ganz ehrlich noch nicht kannte. Ich habe nicht als Jahrgangsbester abgeschlossen, aber durchaus zufrieden im vorderen Drittel.

Natürlich ist nicht jede Prüfungsangst auf eine mentale Schwäche zurückzuführen. Es gibt auch viele andere Einflussfaktoren und Ursachen, die sich auf unser menschliches Verhalten auswirken. Die Stärkung der eigenen mentalen Fähigkeiten ist jedoch immer ein guter Anfang um seiner persönlichen Entwicklung neuen Schwung zu geben.

In diesem Sinne alles Gute bei Ihren bevorstehenden Prüfungen! Mit ein bisschen Selbstvertrauen schaffen Sie das schon. Ansonsten können Sie sich gerne bei mir melden.


Ihr Mentalcoach

Christoph Wudy
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