09.07.2018, 13:18 Uhr

Causa Windpark: Ermittlungen eingestellt

Die Staatsanwaltschaft legt den Fall "Windpark Ebreichsdorf" zu den Akten.

EBREICHSDORF (les). Beim Interview zeigt sich Bürgermeister Wolfgang Kocevar gleichzeitig erleichtert und erschüttert: "Ich bin sehr froh, dass diese unsägliche Geschichte endlich vom Tisch ist. Andererseits finde ich es schäbig, mit welchen unfassbaren Mitteln in unserer Stadt versucht wird, politisch erfolgreich zu sein."

Bestechlickeit und mehr
Die letzten Monate im Zeitraffer: Einerseits gab es eine Anzeige eines Bürgers aus Unterwaltersdorf gegen die Stadtgemeinde Ebreichsdorf. Inhalt waren Geldbeträge, die die Stadtgemeinde als Aufwandsentschädigung pro errichtetem Windrad bekomme. Ermittelt wurde, ob diese Zahlungen korrekt und rechtens sind. Angezeigt wurden hier Bürgermeister, Vizebürgermeister und sämtliche Gemeinde- und Stadträte, die sich positiv für die Errichtung eines Windparks ausgesprochen hatten. Die zweite Anzeige erfolgte durch Gemeinderat Josef Pilz (Bürgerliste) und warf Stadtchef Kocevar, Stadtrat Otto Strauss und Energieberater Alexander Simader Bestechung, Bestechlichkeit und Vorteilsannahme vor. Die drei Herren hätten für ihre Zustimmung zum Projekt Windpark insgesamt 270.000 Euro erhalten, der Bürgermeister alleine 150.000 Euro.

Eine Grenze überschritten
Die Wirtschafts- und Korruptions-Staatsanwaltschaft stellte nun nach monatelangen Ermittlungen beide Verfahren ein und sprach alle Beschuldigten von sämtlichen Vorwürfen frei. Für Kocevar ein Erfolg der Gerechtigkeit: "Nachdem Gemeinderat Pilz bei den Vernehmungen zugab, dass es sich nur um ein Gerücht handle und keinerlei Beweise dafür existieren, wurde das Verfahren eingestellt. Hier ist für mich eine Grenze übertreten worden, die mit Politik nichts mehr zu tun hat. Mein Kind wurde im Kindergarten gefragt, ob der Papa ins Gefängnis muss. Da hört sich für mich der Spaß auf. Unsere Anwälte prüfen jetzt rechtliche Schritte. Es muss aufgezeigt werden, dass es Grenzen gibt. Auch um unsere Stadtpolitiker vor solchen Dingen zu schützen."
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