21.05.2017, 08:29 Uhr

Gar keine Zeit für Höhenangst

Eigene Grenzen überwinden: Markus Leshem in schwindeligen Höhen.

TATTENDORF (les). Es hat erstaunlich schwüle 25 Grad, die Sonne scheint und ein leichtes Lüftchen sorgt dafür, dass es trotzdem aushaltbar ist. Hier auf der Plattform, ca. acht Meter über dem sicheren Boden, mitten im Urwald und umgeben von Dinosauriern, bange ich um mein Leben. Ich habe Höhenangst und will sie endlich loswerden. Und deshalb treffe ich mich vorige Woche mit Philip Jung im Kletterpark Tattendorf neben dem Rahofer Bräu. Ich bin nervös. Philip ist 27 Jahre alt und ausgebildeter Klettersteig-Übungsleiter. Nachdem wir die Sicherungsmaßnahmen besprochen und durchgeführt haben, geht es auch gleich los. Mit zwei schweren Karabinern und einem Klettergeschirr gesichert, steigen wir nach oben und marschieren über die ersten, noch recht einfachen, Stege. Plötzlich passiert es. Ich steige falsch und falle. Sofort greift die Sicherung und ich baumle überrascht und erleichtert lachend in den Seilen. Erstaunlicherweise denke ich gar nicht mehr daran, wo ich bin, sondern nur noch, wie ich wieder nach oben komme. "Das Schöne am Klettern ist, dass sich die Prioritäten verlagern", weiß Philip. Und er hat recht. Ich muss bei manchen Stationen so viel Kraft anwenden, dass ich die Höhe, in der ich mich befinde, ganz vergesse. Ein echter Erfolg.
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