25.09.2016, 17:36 Uhr

Hirtenberger Häftling verletzt Polizist schwer

Insaße der JA Hirtenberg auf Ausgang fuhr ohne Führerschein Motorrad und rammte den Beamten in Wien.

HIRTENBERG/WIEN (lorenz). „Ich war tief betroffen, als ich von den schweren Verletzungen des Kollegen hörte. Mir ging das sehr nahe“, sagt Brigadier Alfred Steinacher, Anstaltsleiter der JA Hirtenberg, zu dem schrecklichen Vorfall, der sich in Wien Floridsdorf ereignet hat.

Motorrad war nicht zugelassen
Ein 29-jähriger Mann war mit einem, nicht für den Verkehr zugelassenen, 175 PS starken Motorrad unterwegs. Der Lenker ist Häftling in der Juistizanstalt Hirtenberg und im offenen Vollzug. Er hätte noch einen Tag Ausgang gehabt. Das Motorrad - es hatte einen Pappendeckel statt ein Kennzeichen - fiel einer Polizeistreife auf. Die Polizisten wollten den Lenker aufhalten, doch der gab Gas und brauste davon. Es wurde sofort eine Fahndung eingeleitet. Ein 52-jähriger Beamter hatte nahe einer Schule Dienst, er sollte den Schulweg sichern. Der Polizist sah den gesuchten Motorradlenker kommen, stellte sich auf die Straße, um ihn aufzuhalten und wurde von der Maschine erfasst, der Lenker kam bei dem Crash ebenfalls zu Sturz.

Polizist wurde schwer verletzt
Der Beamte erlitt schwere Kopf-, Brust- und Beinverletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Spital gebracht. Der 29-jährige Häftling wurde ebenfalls verletzt. „Ich wollte den Beamten nicht niederführen, ich wollte ausweichen“, gab der Mann bei seiner Vernehmung im Spital an. „Er war bis jetzt vollkommen unauffällig“, beschreibt Brigadier Steinacher den Gefangenen. "Er saß wegen Diebstahl, Betrug und Verstoß gegen das Suchtmittelgesetz in Hirtenberg ein. In der Haft absolvierte er eine Tischlerlehre und machte die Gesellenprüfung. Er gilt nicht als Gewalttäter“, so Steinacher. Obwohl der 29-Jährige ein begeisterter Motorradfahrer ist, besitzt er keinen Führerschein. Das Motorrad war - nach ersten Erhebungen - nicht gestohlen, sondern von einem Verwandten ausgeliehen. „Jeder von uns ist froh, wenn er nach seinem Dienst wieder gesund zu seiner Familie heimkehrt“, so Steinacher.

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