13.06.2018, 10:31 Uhr

Obmannwechsel an der Spitze der NÖ Teichwirte

Am Dienstag, 12. Juni wählten NÖ Teichwirte für die nächste Funktionsperiode von 5 Jahren Vorstand und Leitung des NÖ Teichwirteverbandes neu. Damit verbunden war ein Wechsel an der Vereinsspitze. Willibald Hafellner, Gutsleiter der Kinsky´schen Forst- und Teichwirtschaft Heidenreichstein übergab das Amt nach über 10 Jahren an Nachfolger Ferdinand Trauttmansdorff vom Gut Dornau in Leobersdorf.

LEOBERSDORF. Der scheidende Obmann Willibald Hafellner blickt auf eine arbeitsintensive aber auch sehr interessante Obmannschaft zurück: „Ich freue mich, dass unser heimischer Karpfen jetzt als hochwertiges und besonders nachhaltig produziertes Lebensmittel geschätzt wird. Auch die vielfältigen ökologischen und überwirtschaftlichen Leistungen der NÖ Teichwirtschaft werden nicht zuletzt durch unsere umfangreichen Marketingaktivitäten mehr und mehr anerkannt. Ein großer Erfolg war zuletzt die Ausnahmebewilligung zur Entnahme bzw. zum Abschuss von Fischottern in NÖ. Es war und ist aber unglaublich mühsam und aufwendig Verständnis für diese in der Kulturlandschaft unter anderem auch notwendige Maßnahme zu erreichen.“

Für diese Verdienste um die Niederösterreichische Teichwirtschaft wurde Hafellner auch von Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Hermann Schultes mit der goldenen Kammermedaille ausgezeichnet. „Es braucht in jeder landwirtschaftlichen Sparte engagierte Persönlichkeiten, die die Herausforderungen der Zeit erkennen und aufzeigen. Mit Willibald Hafellner an der Spitze ist dem NÖ Teichwirteverband vieles gelungen und dazu möchte ich ihm gratulieren“, so Schultes. Auch Verbandsgeschäftsführer und LK Mitarbeiter Leo Kirchmaier lobt die gute Zusammenarbeit: „Obmann Hafellner war sicherlich ein Ausnahmetalent. Durch sein überbetriebliches Denken und sein ruhiges und wertschätzendes Auftreten ist er nicht nur unter den Teichwirten hoch angesehen sondern war auch bei den verschiedenen Behördenvertretern immer anerkannt und gerne gesehener Vertreter der Teichwirte.“

Für Hafellners Nachfolger Ferdinand Trauttmansdorff bleibt dennoch viel zu tun. So zeigt die Aquakulturstatistik, dass die traditionelle Teichwirtschaft mit vielen Herausforderungen zu kämpfen hat und die Produktion zuletzt in Österreich entgegen dem weltweiten Aquakulturboom leicht gesunken ist. „Der Klimawandel mit steigenden Wassertemperaturen und stark unregelmäßig verteilten Niederschlägen mit langen Trockenperioden, hohe Ausfälle durch Fischräuber wie Fischotter und Kormoran, sehr strenge wasserrechtliche Behördenauflagen bei Genehmigungen und Wiederverleihungen von Wasserrechten und ein überzogener Bürokratismus machen es den Teichwirten schwer zu wirtschaften“, so der Trauttmansdorff. Und all das obwohl der Konsument heimischen Fisch wie den Waldviertler Karpfen immer stärker nachfragt und nicht mehr gewillt ist, Billigware aus dem Ausland zu konsumieren. „Da braucht es dringend zukunftsorientierte Lösungen um auch noch in den kommenden Jahrzehnten den nachhaltigsten Fisch überhaupt, nämlich den Karpfen aus heimischen Teichen, anbieten zu können“, so die Zielsetzung des Nachfolgers.
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