09.10.2017, 11:55 Uhr

Rettet unsere Handy-Zombies

Zum Glück sind sie ein gutes Team: Danny und Nikita mit ihren Smartphones in einer (nicht ganz so) brenzligen Situation.

Experten warnen: immer mehr Fußgänger verunglücken wegen Ablenkung durch das Smartphone.

TRIESTINGTAL (les). Sie sind unter uns und es gibt sie mittlerweile überall. Seelenlose Wesen, die mit starrem Blick, wie in Trance herumirren. Die Zombies sind los, doch keine Angst: statt Gehirnen, jagen sie Hashtags, Likes und Follower.

Danny telefoniert viel
Das Smartphone ist aus unserer schnelllebigen Gesellschaft kaum mehr wegzudenken. Filmemacher Danny Bellens und Schauspielerin Nikita Black aus Oberwaltersdorf machen für uns die Probe aufs Exempel und testen an sich selbst, wie viel "Smombie" (Smartphone-Zombie) bereits in ihnen steckt. "Bei mir ist es schon allein deshalb schlimm, weil ich zwei Handys habe, eines für Österreich und eines für die USA." Bellens steht im Zuge seiner Produzententätigkeit laufend mit Geschäftspartnern im In- und Ausland in Kontakt. "Wenn die Europäer schlafen gehen, beginnen die Amerikaner mit der Arbeit. Manchmal verbringe ich schon vier bis fünf Stunden pro Tag am Telefon. Da rechne ich die Sozialen Medien gar nicht mit."

Nikita ist gefährdet
Seine bessere Hälfte ist Schauspielerin Nikita Black, die am besten Weg zum Smombie ist: "Durch meinen Job muss ich sehr viel netzwerken. Ohne Facebook, Twitter und Instagram läuft da gar nichts." Ihre Handy-Nutzung pro Tag schätzt sie auf knapp zehn Stunden. "Aber natürlich nicht immer. Wir nehmen uns auch ganz bewusst Zeit für uns, wo wir die Telefone deaktivieren und lieber miteinander reden."


Reinhard liebt Facebook
Reinhard Wafrek aus Hirtenberg ist zwar noch kein richtiger "Smombie" (Smartphone Zombie), aber auch er erkennt die Gefahren und die Ablenkung, die der Handygebrauch mit sich bringen kann. "Ich nutze mein Mobiltelefon an starken Tagen schon bis zu 6 Stunden." Ein Leben ohne mein Smartphone kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Ich weiß gar nicht mehr, wie es vorher war." Die meiste Zeit geht bei ihm für Facebook und WhatsApp drauf. Aber was könnte man gegen diese Entwicklung tun? Sollte man die Handys wieder abschaffen? Reinhard hätte eine Lösung: "Eigentlich müsste man die Telefone nur zurückbauen. Und zwar soweit, dass man damit wirklich wieder nur noch telefonieren kann. Kein WhatsApp, Facebook oder Instagram. Aber das wird's sicher nicht geben", lacht Reinhard. Vermutlich hat er mit seiner Annahme recht.

Airbags für Zombies
Dass der Spaß schnell ernst werden kann, zeigen die Statistiken. Immerhin ereigneten sich im Vorjahr in Niederösterreich 200 Unfälle mit abgelenkten Fußgängern, zwei davon endeten tödlich. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat reagiert und polstert österreichweit im Rahmen der Aktion "Schau auf dich und nicht aufs Handy" Laternenmasten mit weichen Airbags.
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