05.04.2017, 13:22 Uhr

Stellungnahme von Leopold Nebel

(Foto: LEADER Region Triestingtal)

Der Hernsteiner Bürgermeister richtete die folgenden Worte an Ansprechpartner in Land und Bund.

Sehr geehrte Damen und Herren! Ihren Brief vom 2. März habe ich mit Bedauern erhalten und gelesen. Den Ausführungen der Post AG im Brief und im persönlichen Gespräch mit einem Mitarbeiter kann ich leider nicht folgen und diese schon gar nicht verstehen.

Ich weiß, dass jede Firma gewinnorientiert geführt werden muss, das ist gut so. Die Post AG erwirtschaftet satte Gewinne, die jedes Jahr an die Aktionäre (Mehrheitsaktionär ist der Bund) ausgeschüttet werden. Die interne Aufspaltung bzw. Aufgliederung in Postamt/Schaltermanagement, Distribution und Paketdienst, ist für Ihre Betriebsführung wahrscheinlich wichtig und interessant. Für die Bürger/Innen und mich ist das aber eine Firma und diese "gesamte" Firma verdient gut, daher ist für eine Schließung des Postamtes kein Verständnis vorhanden. Die Postämter sind nur ein Bereich, der durch die innere - willkürliche - Struktur der Post AG so gestaltet wurde, dass damit kein Gewinn erwirtschaftet werden kann. Die Post AG hat aber die Aufgabe, den Universaldienst - im Sinne der postalischen Grundversorgung Österreichs - auch in den ländlichen Regionen für die Bevölkerung sicher zu stellen. Diese Verpflichtung erfüllt Ihre Firma mit der Schließung des Postamtes leider nicht.

Ein Postpartner wird die Agenden der Postämter nachhaltig auch nicht erfüllen. Warum soll der Porstpartner diesen von Ihrer Firma "filetierten" Bereich wirtschaftlich positiv bewältigen können? Die Kosten werden auf die Postpartner - mehrheitlich die Gemeinden - abgewälzt.

Es ist sicher auch die Politik verantwortlich, denn der Österreichische Staat besitzt 52,8% der Aktien. Er ist Mehrheitseigentümer und er muss auch für die "Politik der Post AG" den Bürger/Innen gegenüber Rechenschaft ablegen.

Die ÖBIB verwaltet rund 53% der Aktien, etwa 17% besitzen private und institutionelle Investoren in Österreich, das beudetet - wir Österreicher, mehrheitlich die Öffentliche Hand und einige private Aktionäre, können unsere Post AG weitergestalten. Die Bevölkerung braucht das Postamt und das Schaltermanagement.

Ist diese wichtige Infrastruktur nicht mehr flächendeckend vorhanden, so werden wir in einigen Jahren den Postdienst wieder teuer - vielleicht doppelgleisig - errichten müssen. Siehe Breitbandausbau durch die öffentliche Hand.

Hoffentlich findet Ihre Firma gemeinsam mit dem Mehrheitseigentümer eine Lösung, mit der die Schließung des Postamtes nicht erfolgen muss. Arbeitsplätze würden erhalten bleiben und die Bürger/Innen können die Dienstleistungen des Postamtes optimal in Anspruch nehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

Bürgermeister Leopold Nebel
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Gerald Bauer aus Triestingtal | 05.04.2017 | 13:53   Melden
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