10.08.2018, 12:24 Uhr

Hoffnung auf Finaleinzug schwindet

„Mittelmäßig“ - so bezeichnete Sebastian Kuntschik seinen ersten Quali-Auftritt bei der Wurfscheiben-EM in Leobersdorf.

LEOBERSDORF. Der Skeet-Schütze kam auf zwei 23er-Serien, was mit 46 Gesamttreffern vorerst nur für Rang 44 reichte. Morgen werden drei weitere Serien geschossen, die Top 6 ermitteln danach den neuen Europameister.

Weil „mittelmäßig“ in einem Weltklassefeld nicht gut genug ist, sieht Kuntschik, der 2016
Österreich bei Olympia in Rio vertrat, kaum noch Chancen auf den Finaleinzug. „Man
braucht sich ja nur die Ergebnisse anzuschauen“, sagte er. Tatsächlich ist die Dichte
unglaublich: Mit 49 von 50 Treffern liegt man derzeit nicht fix auf einem Finalplatz.
Olympiasieger Gabriele Rossetti (ITA) etwa ist mit 48 Treffern 17.

Beunruhigt ist der 29-jährige Salzburger aber nicht, er glaubt den Grund für das
durchschnittliche Resultat zu kennen: „Ich habe vor gut drei Wochen das Gewehr
gewechselt, weil ich mit der vorigen Waffe nicht zurechtgekommen bin. Und diese
Umstellung braucht eine Weile.“ Dabei ginge es um Winzigkeiten, die aber in einem derart
starken Feld sofort Wirkung zeigten. Bis zur Weltmeisterschaft in Südkorea, zu der
Kuntschik in einem Monat aufbricht, sollten die Probleme behoben sein. „Das wäre wichtig,
weil es bei der WM auch um die ersten Quotenplätze für Olympia 2020 geht. Aber natürlich
ist es schade, dass es sich bis zur Heim-EM nicht ausgegangen ist.“

Nach 50 von 125 Schüssen in der Qualifikation ist Josef Erbschwandtner (47 Treffer) als 26.
bester Österreicher, Martin Feilhammer hält wie Kuntschik bei 46 Treffern. An der Spitze
liegen mit Jafarow (AZE), Nydrle (CZE), Llewellin (GBR), Watndal (NOR) und Astakhow (RUS)
gleich fünf Schützen mit dem Maximal-Score von 50.

Im nicht vorhandenen Schatten der „Großen“ im Shootingpark Austria Leobersdorf zeigte
der jüngste EM-Teilnehmer bei brütender Hitze, welch großes Potenzial in ihm steckt.
Henry Ellis Glas, 13 Jahre jung, Sohn einer Britin und eines Burgenländers und für
Österreich startend, wurde im Skeet-Bewerb der Junioren nach Serien von 22, 23, 23, 21
und 23 (112 von 125) ausgezeichneter 23.

Noch lebt die Familie Glas in England, der Umzug nach Österreich ist aber bereits in
Vorbereitung. Bundestrainer Josef Hahnenkamp: „Er ist natürlich ein Rohdiamant, er hat
ein unglaubliches Gefühl. Die Technik ist sehr ausbaufähig. Aber er ist 13, logischerweise
gibt es da noch viel zu tun.“ Der Ehrgeiz des jungen Mannes ist jedenfalls ungebrochen, sein
Vater attestiert ihm „einen enormen Willen. Henry will ständig trainieren, ist oft
unzufrieden, wenn er nicht alles trifft. Schauen wir, was die Zukunft bringt.“
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