06.10.2016, 14:42 Uhr

Wirtshaus-Sterben - sind wir diesem Trend hilflos ausgeliefert?

Unter den Gästen: Leopold Nebel Bürgermeister von Hernstein und LEADER-Obmann, Bgmin. Eva Baja-Wendl aus Pottenstein, "Hausherr" Johann Miedl Bürgermeister von Weissenbach mit seinem Vize Ing. Robert Fodroczi, sowie DIin Anette Schawerda die neue Geschäftsführerin der LEADER-Region Triestingtal mit dem Vorstand von SRT². © SRT²2016
Weissenbach an der Triesting: Pfarrheimsaal |

Podiumsdiskussion in Weissenbach/Triesting.

Es diskutierten:
Franz Pechhacker, Gastwirt und Besitzer des Pecherhofes Gadenweith
Doris Schreiber, Wirtin, Obmann-Stv. der Fachgruppe Gastronomie, WKO
Horst Pammer, Vizepräsident der Arbeiterkammer NÖ
Josef Meringer, Unternehmensberater mit Gastronomieerfahrung
Dr. Eva Lichtenberger, ehem. Europaparlamentarierin
DI DDr. Helmut Detter, em. Universitätsprofessor, Fachgebiet: Methodische Produktentwicklung

Bei einer gut besuchten Veranstaltung diskutierte am 27. September 2016 in Weissenbach/Triesting eine hochkarätige Runde bei der Podiumsdiskussion über das Thema Wirtshaussterben, dessen Ursachen und mögliche Gegenmaßnahmen.

Als Erstes wurde versucht, den Ist–Zustand zu analysieren: allgemeine Veränderungen wie neue Formen von Familie, des Zusammenlebens, des Ausgehens, des Kommunikationsverhaltens auf Grund neuer technischer Möglichkeiten und vieles mehr. Immer schnellerer Produktwandel erfordert neue Angebote sowie neue Strategien. Auch die immer schwieriger zu lösende Nachfolgefrage sowie mehr und strengere Auflagen durch die Behörden wurden thematisiert.

Wirtinnen und Wirte im Publikum erzählten von ihren Problemen und stellten Fragen an das Podium. Daraus entwickelte sich eine rege und sehr emotionell geführte Diskussion.

In diesem Rahmen wurden folgende Lösungsansätze eingebracht:
Der Gastwirt wird sich auf die neuen Besuchergruppen und deren Bedürfnisse einstellen und dafür neue, spezielle Angebote entwickeln. Vor allem werden in Zukunft die Wünsche und Ausgehgewohnheiten von Pensionisten, Frauen und Familien zu berücksichtigen sein.

Ebenso wichtig wäre die Entwicklung einer Regions-Kooperation der Gastwirt_innen zur besseren Abstimmung von Angeboten, Schließtagen etc. Die Erhaltung der Dorfwirtshäuser als Kommunikationsmittelpunkt in den Orten wird ohne ein Zusammenwirken zwischen der Kommunalpolitik und den Wirtschaftstreibenden nicht möglich sein.

Eine Konstante wird für die Wirtshäuser immer bestehen: gute Küche und optimales Service sind Basisvoraussetzungen für ihren erfolgreichen Bestand. Der Mensch und Gast, mit seinen Wünschen und Sehnsüchten nach Gesellschaft und persönlicher Kommunikation, steht im Mittelpunkt und trägt durch regelmäßige Besuche zur Erhaltung seiner Kommunikationszentren bei.

Die angesprochenen Probleme und Lösungsvarianten wurden gesammelt und werden nun zu individuellen Konzepten weiterentwickelt. Der Vorschlag, einen Wirt_innenstammtisch im Triestingtal zu installieren wurde durchwegs positiv aufgenommen.
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