6.600 Euro Geldstrafe für Wahnsinnsfahrt

Staatsanwalt Karl Wurzer.
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BEZIRK TULLN. Mit 1,8 Promille Alkohol verließ ein 31-jähriger Drucker aus dem Bezirk Tulln im Juli 2012 gegen vier Uhr morgens ein Feuerwehrfest in Katzelsdorf und fuhr gemeinsam mit zwei Bekannten Richtung Tulln. „Wahnsinn“, „Irrsinn“, „Katastrophe“ und „Horror“ waren die Bezeichnungen am Landesgericht St. Pölten für diese Fahrt, die in einem Straßengraben endete.

Mit Schlangenlinien unterwegs
Staatsanwalt Karl Wurzer schilderte nicht ganz so emotional wie alle Beteiligten den Verlauf der alkoholbedingten Katastrophe. Demnach war der PKW einer Polizeistreife aufgefallen, da er in Schlangenlinie unterwegs die gesamte Straßenbreite einnahm. Die beiden Beamten versuchten das Fahrzeug anzuhalten und gaben sich schließlich auch mit Blaulicht zu erkennen. Da beschleunigte der Wagen und raste, teilweise mit 110 Kilometern pro Stunde unter anderem durch Langenlebarn, triftete über den Kreisverkehr und kam schließlich vor einem geschlossenen Bahnübergang zu stehen.

Mit Vollgas auf Polizisten zugefahren
Die Polizei im Nacken, drehte der 31-Jährige um. Als einer der Beamten durch die geöffnete Windschutzscheibe des Alkolenkers griff, um den Betrunkenen am Weiterfahren zu hindern, fixierte dieser den Arm mit seinem Oberkörper und stieg auf´s Gas. Er schleifte den Polizisten mit, der nur noch darauf achtete, nicht mit den Beinen unter die Räder zu kommen. Nachdem es ihm gelang, seinen Arm aus dem Fahrzeug zu ziehen, versuchte seine Kollegin, das Fahrzeug zu stoppen. Der Wagen raste aber direkt auf sie zu und nur durch einen Sprung zur Seite konnte sich die Frau in Sicherheit bringen.

Fahrer kroch aus Auto
Als die Beamten wieder die Verfolgung aufnahmen, entdeckten sie wenig später den Wagen, der in einer Kurve in Zeiselmauer ins Schleudern geraten war und auf der Seite zum liegen gekommen war. Während der Kollege die verletzten Beifahrer aus dem Auto barg, kroch der Lenker selbst heraus und lief davon. Diesmal gelang es der Beamtin, den Mann zu stoppen und ihn festzuhalten, wobei sie durch einen Schlag gegen den Bauch noch weitere Verletzungen davontrug.
„Was sagen Sie dazu?“, fragte Richterin Doris Wais-Pfeffer den Angeklagten. „Katastrophe“, meinte dieser kopfschüttelnd, „Ich kann mich nur hundertmal entschuldigen.“ Er könne sich nur bruchstückhaft an den Vorfall erinnern, fahre normalerweise nie alkoholisiert und sei schon gar nicht aggressiv. Er wisse nur noch, dass er wegen des Blaulichts Panik bekommen habe, da er für seinen Job den Führerschein unbedingt brauche.
„Das wird sicher nie wieder passieren“, schwor der Angeklagte. Über das Urteil – acht Monate bedingt, 6.600 Euro Geldstrafe, sowie Schmerzensgeld für die teils schwer verletzten Beamten von insgesamt 6.500 Euro – darf der Beschuldigte noch drei Tage nachdenken.

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