Ernte im Wienerwald
"Achtung, Baum fällt!"

Im Wienerwald: Forstfacharbeiter Adolf Mellecker und Joso Corkovic.
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WIENERWALD / ZENTRALRAUM. Im Gebiet 47 B1 wird gearbeitet, die Motorsägen laufen auf Hochtouren: Forstfacharbeiter Adolf Mellecker, der von allen Peter genannt wird, ist gemeinsam mit seinem Kollegen Joso Corkovic damit beschäftigt, die Ernte im Wienerwald vorzunehmen. Mit von der Partie ist diesmal auch Bezirksblätter-Redakteurin Karin Zeiler.

Sicherheit geht vor

An jenem Platz, an dem die Männer derzeit beschäftigt sind, sind nicht mehr viele Bäume zu schneiden, dies hat schon der Wind erledigt. Um halb sieben in der Früh beginnt der Arbeitstag für die beiden, gemeinsam mit Revierleiter Friedrich Holzinger werden jene Bäume ausgewählt, die geerntet werden. Eine Sicherheitsunterweisung wird durchgeführt, in einem Notfall kommt das Hubschrauber-Notfallblatt zum Einsatz. "Dann hat man einen Gratisrundflug, die Frage ist nur, ob man das mitbekommt", scherzt Mellecker. Alexandra Wieshaider, Leiterin des Biosphärenpark-Teams der Bundesforste im Forstbetrieb Wienerwald, klopft auf Holz: "Unfälle gibt es nur ganz wenige, Gott sei Dank!" Hier, mitten im Wienerwald, scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, die Vogerl zwitschern, die Sonne scheint. Fernab der Zivilisation arbeiten sich die beiden Männer durch. In der Mittagspause werden Nachrichten gehört und wenn die Meldung verlautbart würde, dass der Euro fällt, dann würde Mellecker "sofort alles liegen und stehen lassen" (lacht).

Nicht nachgedacht

Wie es eigentlich um die Angst vor dem Wolf steht? "Da denk ich gar nicht drüber nach", so Mellecker. Es sei ja auch unwahrscheinlich, dass dieser zur Holzernte komme, weil es – bedingt durch den Einsatz der Kettensäge – laut sei. "Da fürchte ich mich mehr vor Wespen und Hornissen", meint er. Corkovic nickt.

Ignorante Spaziergänger

Wo gearbeitet wird, fallen Späne – in dem Fall aber Bäume. Und dass auch viele Personen den Wald als Erholungsgebiet nutzen, ist kein Problem. Es wird nur dann eines, wenn Sperrschilder ignoriert werden. So auch an jenem Tag. Offenbar ist nicht klar, welcher Gefahr sich Menschen aussetzen. "Genörgelt wird auch, nämlich darüber, dass so viel Holz im Wald herumliegt. Würden wir das Material rausräumen, dann würden wir dem Wald wichtige Nährstoffe entziehen", klärt Alexandra Wieshaider, Leiterin des Biosphärenpark-Teams der Bundesforste im Forstbetrieb Wienerwald, auf.

Vom Samen zum Baum

120 Jahre werden Buchen durchschnittlich – so auch jene, die etwa 27 Meter hoch ist. Auf dem Plan des Tablets zeigt Wieshaider, wie man die Gebiete eingeteilt hat. Die Farbskala reicht von gelb bis braun, hier im Bereich 47 B1 liegt der Altersdurchschnitt bei etwa 110 Jahren. Also jener der Bäume, nicht der anwesenden Personen. Was man schlägern darf, um den Wald nicht auszubeuten, wissen die Experten genau. Dass nun in anderen Bereichen mehr Bäume stehen bleiben müssen, weil hier der Wind gewütet hat, liegt auf der Hand, einige werden dennoch geschnitten. Die Motorsägen werden gestartet und bald hört man: "Achtung, Baum fällt!"

Der Wienerwald:
... ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Mitteleuropas. Ein großer Teil davon - rund 40.000 Hektar - werden von den Bundesforsten bewirtschaftet.

Weitere Artikel zum Thema:
Erntezeit im Wienerwald, 11. September 2018.

Autor:

Karin Zeiler aus Tulln

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