Achtung, Wild!

Schaden mit Haarwild
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Über 28.000 Wildtiere sterben jedes Jahr auf Niederösterreichs Straßen. Und auch zwei Menschen sind vergangenes Jahr bei Unfällen gestorben. Um die Unfallzahlen zu senken setzt der NÖ Jagdverband unter anderem auf Duftzäune und optische Warnmelder. Ein Lokalaugenschein.

BEZIRK TULLN. Im Vorjahr passierten im Bezirk acht Unfälle  durch Wild, dabei wurden zwei Personen schwer und sieben leicht verletzt (Quelle: Statistik Austria, Bearbeitung: ÖAMTC-Unfallforschung). Mit dem Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen. Am häufigsten passieren Zusammenstöße mit Rehen – das birgt auch für Kraftfahrer Risiken. "Trifft man mit 50 km/h auf einen 20 kg schweren Rehbock, wirkt eine halbe Tonne auf Fahrzeug und Fahrer, bei 100 km/h beträgt die Aufprallwucht zwei Tonnen", erklärt Josef Markl, stellvertretender ÖAMTC-Stützpunktleiter in Tulln. Die größte Gefahr droht Autofahrern aber durch riskante Ausweichmanöver. "Wenn man z. B. mit dem Auto im Gegenverkehr landet oder einen Baum am Straßenrand touchiert, sind die Folgen dramatischer als bei einem Zusammenstoß mit einem Wildtier. Reagiert der Fahrer richtig, ist die Verletzungsgefahr bei einem Crash mit einem Wildtier für Autoinsassen relativ gering", so Markl.

Vergrämung senkt Wildunfallrate deutlich

Der NÖ Jagdverband arbeitet mit Duftzäunen sowie akustische und optische Warnmeldern, die die Wildtiere von den Straßen fernzuhalten. "Besonders gute Erfahrungen haben wir mit den blauen Reflektoren gemacht. Damit haben wir eine Reduktion von über 50 Prozent erreicht. Besonders wichtig ist dabei, dass diese regelmäßig überprüft werden, sonst schlüft das Wild durch die entstehenden Lücken und dort kommt es dann verstärkt zu Unfällen", erklärt der Bezirksjägermeister Alfred Schwanzer.
Insgesamt wurden in 390 Jagdrevieren über 100.000 optische und optisch-akustische Wildwarngeräte entlang von 1.400 Kilometern
Landesstraßen ausgebracht. Heuer wurden wieder rund 11.000
Wildwarngeräte ausgegeben, um in 43 neuen Jagdrevieren auf einer Länge
von 150 Straßenkilometern angebracht zu werden. Der NÖ Jagdverband
unterstützt das Projekt seit Beginn mit etwa 440.000 Euro. Der NÖ Jagdverband, das Land NÖ und die Universität für Bodenkultur führen zudem seit über zehn Jahren in Zusammenarbeit mit zahlreichen Personen und Organisationen das Projekt „Wildtiere & Verkehr – Reduktion von verkehrsbedingtem Fallwild“ durch.

Verhaltensrichtlinien bei Wildunfällen

Um Unfälle mit Wildtieren zu vermeiden, sollte man im Bereich von Wildwechsel-Warnschildern besonders aufmerksam fahren und den Abstand zum Vorderfahrzeug möglichst groß halten. Am häufigsten passieren Wildunfälle in der Dämmerung, dichter Bewuchs am Straßenrand erhöht die Unfallgefahr. Entscheidend ist nicht nur die Sicht nach vorne, sondern auch die Sicht seitlich neben dem Fahrzeug. "Sieht man ein Wildtier sollte man das Fernlicht ausschalten und hupen. Hat das Tier die Fahrbahn überquert oder läuft es davon, heißt es weiter vorsichtig zu sein, da Wildtiere meist in Gruppen unterwegs sind", erklärt Markl. "Wichtig ist es langsam zu fahren. Das Reh ist oft panisch, sein Fluchtweg ist nicht vorhersehbar. Selbst wenn man es passiert hat, kann es in seiner Angst nach vorn oder seitlich ins Auto laufen", ergänzt Schwanzer.

Im Falle eines drohenden Zusammenstoßes mit einem Wildtier sollte stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden, denn Ausweichmanöver stellen ein hohes Risiko für die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer dar. Sollte es zu Wildunfällen kommen, müssen die Fahrzeuglenker das Fahrzeug abstellen und die Unfallstelle absichern. Nach der Versorgung von verletzten Personen müssen Polizei und im Bedarfsfall die Rettung verständigt werden. Grundsätzlich muss jeder Unfall – also auch wenn das Tier flüchtet – der Polizei gemeldet werden, die den Unfall aufnimmt und die Jägerschaft informiert, die die Bergung übernimmt. Das Tier darf keinesfalls mitgenommen werden.

Über den NÖ Jagdverband

Der NÖ Jagdverband ist die Interessenvertretung der rund 35.400 Jägerinnen und Jäger in Niederösterreich. Im Interesse seiner Mitglieder setzt sich der NÖ Jagdverband für gute Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Jagdwesen auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene ein. Im Interesse des heimischen Wildes kümmert er sich um den Erhalt und die Verbesserung von Lebensräumen, um so für einen artenreichen und gesunden Wildbestand in Niederösterreich zu sorgen, der im Einklang mit der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung des Landes steht.
Mehr Infos auf der Webseite des NÖ Jagdverbandes.

Mehr Infos zum Thema Wildtierschaden beim Auto auf der Webseite des ÖAMTCs.

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