Angeklagter weist Vergewaltigungsvorwurf zurück

BEZIRK TULLN (ip). Zwei völlig verschiedene Versionen eines möglichen Beziehungsdramas standen im Mittelpunkt eines Prozesses am Landesgericht St. Pölten, bei dem sich ein 62-Jähriger von den Vorwürfen der Vergewaltigung und der schweren Nötigung vehement distanzierte.

In die Garage gezerrt

Seit 2005 hatte der Mann eine Beziehung zu einer rund 20 Jahre jüngeren Frau aus dem Bezirk Tulln. Als es schließlich in der Lebensgemeinschaft des Paares immer häufiger zu Auseinandersetzungen kam, zog die Frau in das angrenzende Wohnhaus ihrer Eltern.
Laut Staatsanwaltschaft St. Pölten, die sich hauptsächlich auf die Aussagen der Frau stützt, habe diese im Frühjahr 2017 erfahren, dass der Lebensgefährte diverse Gegenstände, darunter auch ihre eigenen, wegwerfe. Sie habe ihn zur Rede stellen wollen, da habe er sie am Oberarm gepackt, in die Garage gezerrt und angeschrien.

Brechreiz während Oralverkehr

Im Juli ließ sie ihn durch einen Brief wissen, dass sie ihn verlassen werde, folgte jedoch einem Hilferuf des Mannes, der behauptet habe, Blut zu erbrechen. Im Haus sei es zu einer massiven Auseinandersetzung gekommen. Der 62-Jährige habe sie gewürgt und gedroht: „Du kommst mir da nicht mehr lebend raus!“ Da sie keine Luft mehr bekommen und gedacht habe, jetzt sei es aus, habe sie geäußert: „Ich mache alles, was du willst!“ Den darauf folgenden Oralverkehr habe er nur deshalb abgebrochen, weil sie mit heftigem Brechreiz aufs Klo musste. Später habe er gemeint: „Ich wollte dich nicht umbringen, ich wollte dir nur zeigen, dass ich es könnte!“

Finanzielle Verflechtungen

Die Gegendarstellung lieferte der Verteidiger, der vorwegnahm, dass die Frau ein massives Interesse daran habe, seinen Mandanten zu verleumden. Der Angeklagte habe sein gesamtes Vermögen in das Haus investiert, das seine Partnerin unbedingt wollte. 2017 habe er einen Liebesbrief an sie gefunden und als es zu Gesprächen bezüglich Trennung kam und er sein Geld zurück wollte, sei die Frau aufgrund der finanziellen Verflechtungen in Bedrängnis gekommen. Nach einem gescheiterten Versuch ihrerseits, mit ihm intim zu werden, sei sie zur Polizei gegangen und habe erreicht, dass der Mann das Haus räumen musste. Ein Jahr lang habe er danach versucht, an sein Geld zu kommen.

12.000 Euro Schmerzensgeld

Die Schilderung der Frau, das Würgen mit beiden Händen betreffend, sei aufgrund seiner Verkrüppelung gar nicht möglich, nahm der Verteidiger als Beispiel für die Unglaubwürdigkeit der einzigen Zeugin, die als Opfer ein Teilschmerzensgeld von 12.000 Euro fordert. „Spuren eines Verbrechens, das mit einer hohen Strafe bedroht ist, gibt es nicht“, betonte er, daher stehe Aussage gegen Aussage. Zur Klärung musste der Prozess vorerst vertagt werden.

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Autor:

Karin Zeiler aus Tulln

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