Betrüger unterschlug 15 Kilo Lego-Bausteine

Anstatt 45 Kilo an Lego-Bausteinen hat der vorbestrafte Familienvater nur 30 geliefert.
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BEZIRK TULLN (ip). Mit eingeschränkter Gedächtnisleistung, die er auf die Einnahme von Medikamenten zurückführt, argumentierte ein 36-Jähriger aus dem Bezirk Tulln, der sich zum Betrugsvorwurf des St. Pöltner Staatsanwalts Leopold Bien einerseits schuldig bekannte, andererseits mit „hab einfach nur vergessen“ sein Verhalten relativierte.
Der fünffach teils einschlägig vorbestrafte Familienvater , der mit 90.000 Euro Schulden im Privatkonkurs gelandet war und aus gesundheitlichen Gründen auf seine Invaliditätspension wartet, bot auf einer Internetplattform immer wieder Gegenstände zum Verkauf an, die in der Realität nicht mit den Beschreibungen übereinstimmten.

Defekter Akku

Einer der Geschädigten erwähnte als Zeuge, dass der Beschuldigte insgesamt zumindest 54 Inserate geschaltet hatte. Vier Personen erstatteten Anzeige, etwa weil ein iPad aus einer preislich günstigeren, weil älteren Serie geliefert wurde, oder ein Netbook mit Baujahr 2006 und defektem Akku ankam, obwohl man ein „neuwertiges“ mit Baujahr 2009 erwartet hatte. „Auf der Waage zuhause vertan“, will sich der Angeklagte haben, als er statt der bezahlten 45 Kilo Lego-Bausteine nur 30 Kilo lieferte.
Immer wieder entschuldigte sich der 36-Jährige beim Richter und betonte, den Großteil des Schadens bereits gutgemacht zu haben. Warum er immer wieder billige Flohmarktware ankauft, um sie mit äußerst geringem Gewinn weiterzuverkaufen, konnte er dem Richter nicht erklären. „Mit sowas kann man eigentlich nur verdienen, wenn man betrügt“, meinte dieser. Er könne bei vier Problemfällen von angeblich zumindest 54 Inseraten aber nicht von Gewerbsmäßigkeit ausgehen, meinte Herr Rat, fühlte sich jedoch durch häufige Unterbrechungen während der Urteilsbegründung gestört, verwies die Ehefrau des 36-Jährigen aus dem Saal und bat den Angeklagten etwas genervt: „Entschuldigen Sie sich nicht alle drei Minuten!“

Schaden wird gutgemacht

Wegen Betruges verurteilte er den Mann schließlich zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 Tagessätzen zu je sieben Euro (100 Tage Ersatzfreiheitsstrafe), sowie vollständige Schadensgutmachung, wobei er aufgrund der finanziellen Lage des Beschuldigten eine akzeptable Ratenzahlung anbot. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, zumal der Angeklagte ohne Verteidiger beim Prozess erschienen war.

Autor:

Karin Zeiler aus Tulln

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