Jeans-Ständer angezündet – 56.000 Euro Schaden

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Wegen schwerer Sachbeschädigung musste sich eine 28-Jährige in St. Pölten vor Gericht verantworten.

TULLN/ ST.PÖLTEN (ip). Sie bestritt vehement, einen Kleiderständer in einem Tullner Geschäft angezündet und damit einen Gesamtschaden in Höhe von 56.000 Euro herbeigeführt zu haben.
Acht Jahre war die Beschuldigte in der zweigeschoßigen Filiale angestellt. Resolut und etwas impulsiv soll sie mehrmals Auseinandersetzungen mit einer Kollegin gehabt habe, eine Kündigung ihrerseits stand im Raum.

Rauch an Kleiderständer

Als sie am 13. Februar dieses Jahres Rauch bei einem Kleiderständer mit hochmodernen Jeans wahrgenommen habe, sei sie, ihrer Aussage nach, sofort aktiv geworden, habe veranlasst, dass die Kunden das Geschäft verlassen und den Brand im Büro gemeldet, während gleichzeitig der Brandalarm und in der Folge die Sprinkleranlage einsetzten.
Den Ermittlungen zufolge soll das Feuer vermutlich mit einem Feuerzeug, das an die leicht brennbaren Hosen gehalten wurde, entstanden sein. In akribischer Kleinarbeit wurde eine Liste aller Personen erstellt, die sich im fraglichen Zeitraum, wobei es um Sekunden ging, in den Räumlichkeiten aufgehalten hatten. Dazu bediente man sich unter anderem jener Aufnahmen, die sowohl beim Betreten als auch beim Verlassen des Geschäftes in beiden Stockwerken aufgenommen wurden. Die meisten Personen konnten identifiziert und befragt werden, zwei Kundinnen wurden anhand der Fotos nicht identifiziert. Auf den Überwachungsvideos im Geschäft, deren Positionierung nur den Angestellten bekannt war, konnte nichts Verdächtiges festgestellt werden.

Tat lässt sich im Prozess nicht eindeutig klären

Die 28-Jährige dagegen war im Tatzeitraum unter anderem damit beschäftigt, eine Jeans zum Ständer zurückzubringen und entsprechend einzuordnen. Ob sie dabei gezündelt hat, ließ sich im Prozess nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit klären.
Sie sei Nichtraucherin und habe auch kein Feuerzeug eingesteckt, erklärte sie dem Richter. Konzipientin Verena Schwarzinger meinte, dass es weder Zeugen noch überzeugende Indizien für die Täterschaft ihrer Mandantin gebe.

„Es waren noch zehn andere Leute im Geschäft. Jeder könnte ein Feuerzeug hingehalten haben.“

Nicht jeder, so der Richter, aber „zwei Frauen, die nicht identifiziert werden konnten, können als Täterinnen nicht ausgeschlossen werden!“ Logische Konsequenz daher: Freispruch für die 28-Jährige (nicht rechtskräftig).

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