Prozess
Kamera wegen Missbrauchsverdacht an Tochter installiert

Unter den unzähligen Dateien von pornografischen Darstellungen Minderjähriger kam auch ein Bild zutage, das die kleine Lisa im Schlafzimmer mit einem Penis zeigt, den sie streichelte.
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  • Unter den unzähligen Dateien von pornografischen Darstellungen Minderjähriger kam auch ein Bild zutage, das die kleine Lisa im Schlafzimmer mit einem Penis zeigt, den sie streichelte.
  • Foto: pixabay.com
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90 Porno-Videos und 1.000 Fotos von Minderjährigen sichergestellt. Auch Tochter wurde missbraucht.

BEZIRK TULLN (ip). Nachdem ihre kleine Tochter von einem sexuellen Übergriff durch den damaligen Lebensgefährten der Frau erzählte, ließ sich die Mutter beraten und installierte schließlich eine Überwachungskamera im Schlafzimmer, deren Aufzeichnungen entsprechende Ermittlungen gegen einen 40-Jährigen aus dem Bezirk Tulln zur Folge hatten.Am Landesgericht St. Pölten zeigte sich der bisher unbescholtene Mann zu den Vorwürfen von Staatsanwältin Barbara Kirchner nur teilweise geständig, wobei er eine sexuelle Handlung an der 2013 geborenen Lisa (Name v. d. Red. geändert) vollkommen bestritt. Auch nur abschwächend bekannte er sich zu pornografischen Darstellungen Minderjähriger schuldig, nachdem bei ihm auf diversen Datenträgern mehr als 1.000 Fotos und rund 90 Videos sichergestellt worden waren.

Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses

Nachdem sie beim ersten Einsatz der Kamera keine verdächtigen Vorkommnisse entdeckte, stellte die Mutter die Überwachung einige Zeit ein. Als Lisa wieder Auffälligkeiten zeigte, kam die Kamera wieder zum Einsatz. Eine relativ unscharfe Aufnahme brachte die Frau zur Polizei, die in der Folge eine Hausdurchsuchung durchführte. Unter den unzähligen Dateien von pornografischen Darstellungen Minderjähriger kam auch ein Bild zutage, das die kleine Lisa im Schlafzimmer mit einem Penis zeigt, den sie streichelte. Da sich dieses Foto auf einem Datenträger befand, der nur von der Mutter und dem Angeklagten verwendet wurde, war nicht nur für den Schöffensenat klar, dass es hier unter Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses zu einem sexuellen Missbrauch durch den Beschuldigten gekommen war, als das Mädchen etwa vier Jahre alt war.

Mädchen wollte nicht sprechen

Der Mann leugnete und behauptete, dass es sich vermutlich um einen Vibrator, von dem es mehrere im Haus gegeben habe, handle. Für den Schöffensenat klang dies wie eine Schutzbehauptung, also unglaubwürdig. Auf eine Aussage des Mädchens konnte man nicht zurückgreifen, nachdem es mit niemandem über mögliche Vorkommnisse sprechen wollte.
Für ein Urteil reichten die vorhandenen Unterlagen. Aufgrund seiner bisherigen Unbescholtenheit und dem teilweisen Geständnis verhängte der Senat eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren, 16 Monate davon bedingt. Richterin Doris Wais-Pfeffer ergänzte mit Weisungen wie psychotherapeutische Behandlung und umfassendes Kontaktverbot zu dem Kind, dem vorerst 500 Euro Schmerzensgeld zugesprochen wurde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Autor:

Karin Zeiler aus Tulln

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