Gerichtsverhandlung
Lokalbesitzerin nervlich fix und fertig

Das Landesgericht in St. Pölten.
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  • Das Landesgericht in St. Pölten.
  • Foto: Ilse Probst
  • hochgeladen von Marlene Trenker

Wegen sexueller Belästigung, gefährlicher Drohung und dreifacher Nötigung gegenüber einer Lokalbesitzerin aus dem Bezirk Tulln muss sich ein 59-Jähriger vor der St. Pöltner Richterin Doris Wais-Pfeffer verantworten. Für weitere Erhebungen musste vorerst vertagt werden.

TULLN/ST. PÖLTEN (ip). „Nervlich fix und fertig“ beschrieb die 63-jährige Wirtin ihre psychische Verfassung als Resultat der Bekanntschaft mit dem Beschuldigten, der im Sommer 2020 als Immobilienvermittler in ihr Leben getreten war. Obwohl er Mitte Juli gekündigt worden war und somit nicht mehr als Ansprechpartner auftrat, sei er beinahe täglich in ihrem Lokal aufgetaucht und habe sich auf Kosten des Hauses bewirten lassen. „Er ist mir überall hin nachgestiegen“, so die Zeugin und habe, wann immer sich Gelegenheit bot, körperlich bei ihr „angestreift“. „Vorne, hinten, am Arsch“, bestätigte auch eine Kellnerin des Lokals, der dies anlässlich einer Feier besonders aufgefallen war.

„Er hat sich wichtig gemacht und als Chef aufgespielt“,

meinte die verheiratete Wirtin, von der er sich im August 500 Euro ausleihen wollte. „Ich wollte testen, ob sie sich für meine Leistungen erkenntlich zeigt“, begründete der arbeits- und einkommenslose Angeklagte, der sich für das Nein der Frau mit Anzeigen bei allen möglichen Stellen revanchierte. Zuvor teilte er ihr noch per WhatsApp mit, dass er ihr drei Tage Zeit für eine Selbstanzeige wegen jahrelangem Steuer- und Sozialbetrug gebe. Die Finanzpolizei überprüfte und befand alles in Ordnung.

Gegenseitige Anzeigen

Es kam zu zahlreichen gegenseitigen Anzeigen, „ein mehrteiliger Beitrag für die Sendung ´Schauplatz Gericht´“, wie Verfahrenshelfer Johannes Sykora meinte. Schließlich soll der Beschuldigte sein Fahrzeug dreimal auf die Gegenfahrbahn gelenkt und kurz vor einem Zusammenstoß wieder nach Rechts verrissen haben, wenn ihm der Wagen der Wirtin am 12. Jänner, am 22. Februar und am 15. März jeweils auf einer Landstraße zufällig entgegenkam.

Alibi für Tatzeiten

Über sein „absolut nicht schuldig“ hinaus, erklärte der, in Deutschland vorbestrafte Mann, er habe für diese drei Tatzeiten ein Alibi. Im Jänner habe er Reifen geholt, im Februar sei er bei seiner Schwester gewesen und im März habe er einen Termin bei einem Therapeuten gehabt. Ob sich diese Angaben mit den Zeiten der Nötigungsvorwürfe decken, lässt Wais-Pfeffer nun überprüfen. Die Schmerzensgeldforderung der Wirtin in Höhe von 1.800 Euro wurde seitens des Beklagten nicht akzeptiert. „Ich habe Angst vor dem Menschen, das kann ich keinem sagen!“, begründete die 63-Jährige ihre Forderung und flehte die Richterin an, das verhängte Kontaktverbot so umfassend wie möglich auszudehnen.

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