Neue Perspektiven beim Boys‘ Day 2017

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BEZIRK TULLN / Ö (pa). Über 5.200 Burschen hatten beim 10. Boys‘ Day am 9. November die Möglichkeit, ihre Berufsvorstellungen und Männlichkeitsbilder zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entdecken. Über 360 soziale Einrichtungen nahmen an diesem österreichweiten Aktionstag des Sozialministeriums teil, um den jungen Teilnehmern die Tätigkeitsbereiche von pädagogischen und pflegerischen Berufen näher zu bringen. 1.790 Burschen wurden im Rahmen von 142 Workshops praxisnah informiert.

In Kindergärten beträgt der Männeranteil lediglich 1,4 Prozent, unter Volkschullehrern gerade einmal 8 Prozent, in den Alten- und Pflegeheimen 13 Prozent (www.ams.at/qualifikationsbarometer): Diese Zahlen belegen, in welchen Berufen ein eklatanter Männermangel herrscht.
Um das zu ändern und mehr Burschen für pädagogische und pflegerische Berufe zu begeistern, hat das Sozialministerium vor mittlerweile 10 Jahren den Boys‘ Day ins Leben gerufen. Soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Altenheime, Kindergärten und Schulen boten am Donnerstag, den 9. November, zahlreiche Schnuppermöglichkeiten für die jungen Teilnehmer an. Vor allem männliche Mitarbeiter stellten den zehn- bis achtzehnjährigen Burschen ihren Beruf in der Praxis vor und ließen diese selbst mithelfen.

Veränderter Arbeitsmarkt bietet neue Chancen

„Berufsbilder sind heute im Wandel. Wir brauchen keine Rollenklischees mehr, die uns vorgeben, welche Berufe Burschen oder Mädchen ergreifen sollen. Jeder sollte nach seinen Interessen und Fähigkeiten wählen können. Ihr könnt werden, was immer ihr wollt, es gibt keine Grenzen!“, machte Ali Mahlodji, Keynote Speaker der Boys‘ Day Hauptveranstaltung an der Pädagogischen Hochschule Wien im 10. Bezirk, den anwesenden Schülern Mut.
Rund 100 Jugendliche nahmen dort am Unterricht teil, um die Arbeit eines Volksschullehrers kennenzulernen. Mittels moderner Technologien wurden die Burschen in fünf verschiedenen Stationen – vom Media Lab, wo Schüler eine Videoshow produzierten, bis zum Future Learning Lab, wo 3D-Drucker und Augmented Reality zum Einsatz kamen – an das Thema herangeführt. Auf Mahlodjis Videoplattform whatchado.com erhalten Jugendliche Einblicke in verschiedene Berufe. Auch Männer in „männeruntypischen“ Berufen, beispielsweise Erzieher oder Gesundheits- und Krankenpfleger, erzählen von ihrem Werdegang und aus ihrem Berufsalltag.

Boys’ Day will offeneres Männerbild vermitteln

Viele Burschen orientieren sich nach wie vor an klassischen Karrierewegen. Vorurteile, fehlende Kenntnis und schlechtere Bezahlung erschweren eine bessere Durchmischung gewisser Berufsfelder. „Kinder profitieren von mehr Männern in Kindergärten und Volkschulen. Wir brauchen auch Männer als Vorbilder, um den Kindern vielfältige Erfahrungen zu ermöglichen. Durch den Schnuppertag und die angebotenen Workshops will der Boys‘ Day ein breiteres und offeneres Burschen- und Männerbild vermitteln“, so Sozialminister Alois Stöger.
„Diese Berufe waren bislang nicht auf meiner Landkarte, ich kannte keine Männer, die in sozialen Berufen arbeiten. Für mich ist es interessant, unterschiedliche Möglichkeiten kennenzulernen, damit ich selbst entscheiden kann, was ich später werden will“, sagte ein junger Teilnehmer bei der Hauptveranstaltung an der Pädagogischen Hochschule Wien.

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