Betrunkener wollte sich an Ehefrau vergehen
Polizei verhinderte Vergewaltigung

Durch den raschen Einsatz der Polizei konnte die Frau gerettet werden.
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Alkoholproblem führte immer wieder zu Auseinandersetzungen: 38-Jähriger wollte Frau vergewaltigen.

BEZIRK TULLN (ip). Das massive Alkoholproblem eines 38-jährigen Angestellten aus dem Bezirk Tulln führte in seiner Ehe immer wieder zu Auseinandersetzungen, die teilweise so ausarteten, dass es bereits 2015 und 2018 zu Wegweisungen kam. Danach versuchte das Paar, die Probleme in den Griff zu bekommen. Der Alkoholkonsum des Mannes nahm aber ständig zu.

Ehefrau massiv beschimpft

Im Sommer dieses Jahres eskalierte ein Streit, der bereits am Vormittag begann. Der alkoholisierte Mann beschimpfte dabei seine Ehefrau massiv. Als sie ihm erklärte, sich endgültig trennen und wegen der Kinder zum Jugendamt gehen wolle, würgte er die Frau, stieß sie zu Boden und zertrümmerte ihr Handy. Gegen Abend forderte er sie schließlich auf, ihm in den Keller, wo er seit einiger Zeit nächtigte, zu folgen.

„Du wirst heite no g´f…“,

äußerte er. Auf ihr „Nein, sicher nicht“, packte er die Frau, warf sie auf die Couch, hielt sie fest und versuchte, sie zu vergewaltigen. Im letzten Moment verhinderten zwei Polizeibeamte, die durch einen anonymen Anruf wegen eines Streites verständigt worden waren, den Vollzug der Vergewaltigung. Sie kamen in das unversperrte Haus und machten mit den Worten „Polizei ist da“ auf sich aufmerksam. Im Wohnzimmer trafen sie auf die unbekleidete, offensichtlich verängstigte Frau und ihren betrunkenen Ehemann.

Berauschung des Mandanten

Am Landesgericht St. Pölten legte Staatsanwältin Barbara Kirchner dem 38-Jährigen versuchte Vergewaltigung zur Last, wobei Gutachter Dietmar Jünger zum Alkoholproblem des Mannes Stellung nahm und ihn zum Tatzeitpunkt für unzurechnungsfähig erklärte. Auf den Zustand der vollen Berauschung seines Mandanten wies auch Verteidiger Werner Paulinz hin. Darüber hinaus führte er die Unbescholtenheit und Reumütigkeit des Familienvaters als strafmildernd an.

200 Euro Schmerzensgeld

Privatbeteiligtenvertreterin Elisabeth Januschkowetz erhielt für das Opfer einen Zuspruch von 200 Euro Schmerzensgeld, wobei sie betonte, dass es der Frau nicht so sehr um eine strenge Bestrafung, sondern vielmehr um eine präventive Behandlung ihres Ehemannes gehe.
Der Senat verurteilte den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von zwölf Monaten in Verbindung mit einer bedingt nachgesehenen Einweisung in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher. In ihrer Urteilsverkündung erteilte Richterin Doris Wais-Pfeffer zusätzliche Weisungen, unter anderem muss sich der Mann während seiner dreijährigen Probezeit in Therapie begeben und sich regelmäßig auf Alkoholkonsum kontrollieren lassen. Paulinz wertete das rechtskräftige Urteil als eine, unter allen Aspekten sinnvolle Entscheidung, die seinen Mandanten bei der Resozialisierung unterstützt.

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