Bezirksgericht Tulln
Rauferei endete mit Geldstrafe

Auf dieser Tankstelle kam es zu einem Streit – und es wurden Tritte und Watschen verteilt.
  • Auf dieser Tankstelle kam es zu einem Streit – und es wurden Tritte und Watschen verteilt.
  • Foto: Zeiler
  • hochgeladen von Karin Zeiler

BEZIRK TULLN. Nicht nur Autos können bei der Tankstelle befüllt werden, auch Menschen. Mit 1,4 Promille Alkohol im Blut konnte sich ein 19-Jähriger zwar an das was vor und nach der Rauferei war nicht erinnern. Doch eines versicherte er: "Er hat mir mit der Faust ins Gesicht geschlagen". Im vergangenen November wartete S. auf einer Tankstelle auf seinen Freund, um sodann gemeinsam in ein Lokal zu gehen. Dazu kam es zwar, aber davor soll er angestänkert worden sein.

Keine "Spompanadl"

Dem Richter des Tullner Bezirksgerichtes erklärte er den Tathergang wie folgt: Dem 23-Jährigen, der im Rausch im letzten Jahr einen Verkehrsspiegel ruinierte, wurde bereits eine Probezeit von einem Jahr aufgebrummt. Auch aus diesem Grund könne er sich keine "Spompanadl" leisten, sagte er. Und das wollte er auch nicht, wie er angibt. Zur Last wird ihm gelegt, dass er das Opfer durch Schläge ins Gesicht und Tritte in den Oberkörper verletzt habe. Als "teilweise schuldig" bekennt sich der Arbeiter vor Gericht, "aber ich habe ihn nicht mit der Faust, sondern mit der flachen Hand aus Reflex geschlagen", sagt er. Er sei auf der Tankstelle gestanden, F. sei vorbeigegangen und hätte grundlos gemeint: "Volltrottel, G'schissener". Als dieser von der Toilette zurückkam, ging die Beschimpfung weiter. Er solle doch Deutsch sprechen; vor allem drohte er ihm damit, ihn an den Haaren über den Parkplatz zu ziehen und "windelweich" zu schlagen, sollte er den abgestellten Golf berühren. Daran dachte aber S. gar nicht, er wollte dem Streit aus dem Weg gehen, beteuerte er vor Gericht. "Ich habe eine Freundin, eine Wohnung, ein Auto". Aber irgendwann stellte er dem Gegenüber schon die Frage: "Was ist dein Problem?". Dass F. alkoholisiert war, habe er bemerkt. Als dieser ihn gestoßen habe, sei er zurückgefallen, habe den Rucksack vom Rücken genommen, seinem Gegenüber einen Fußtritt verpasst.

Keine Notwehr

Da könne man dann nicht mehr von Notwehr sprechen, meint der zuständige Richter, weil der Tritt nicht unmittelbar erfolgte, sondern zuvor noch eine Handlung getätigt wurde.
F. sei dann in die Tankstelle, S. lief ihm nach, für einen Zeugen sah es "komisch aus, sie sind im Kreis gelaufen und F. hat wie ein Mädchen geschrien". Der Betrunkene habe S. hinter dem Tresen am Zipp des Pullovers gepackt, woraufhin er ihm "eine Watschn" gegeben hat. Der Freund kam zu Hilfe, zupfte S. am Hemd, beide gingen weg. "Ich hab einen Fehler gemacht, ich hätte einfach weggehen sollen", so der Angeklagte reumütig.

"War grantig auf mich"

Das Opfer meinte: "Ich hab meiner Meinung nach nichts gemacht", so der 19-Jährige, der meinte, dass ihm S. von hinten in die Rippen geschlagen habe. Er wolle aber auch nicht bestreiten, dass er jemanden beschimpft habe: "Ich hatte in der Firma Stress, grantig war ich schon, aber auf mich". Er beteuerte, dass S. mit der Faust auf ihn eingeschlagen habe, was auch der Zeuge bestätigte. Somit stand es 2:2, also zwei, die aussagten, dass es ein Schlag mit der Faust und zwei die sagten, dass es ein Schlag mit flacher Hand war. Egal. Von Notwehr könne man jedenfalls nicht sprechen, die Sanktionen müssten jedoch spürbar sein. S. muss eine Geldstrafe von 1.300 Euro berappen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen