Regen und Gewitter: So wird das Wetter in NÖ

Landeswarnzentrale besucht: Redakteurin Karin Zeiler mit Helmut Fleischmann, Ernest Jamy und Stefan Kreuzer.
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TULLN / NÖ. "In den letzten zwei Stunden hat es doch stärker zu regnen begonnen, die derzeitigen Pegelstände sind aber nicht besorgniserregend", erklärt Stefan Kreuzer, stv. Leiter des Katastrophenschutzdienstes des Landes NÖ.
Regen anstatt Sonne – Grund genug für die Bezirksblätter einen Blick hinter die Kulissen und somit in die NÖ Landeswarnzentrale zu machen. Hier im ersten Stock der Landesfeuerwehrschule zeichnet man auch verantwortlich für die Katastrophenschutzpläne des Landes sowie für das Funk- und Alarmierungsnetz. Für die Niederschlagsprognose sei man mit Spezialisten und Experten im ständigen Austausch. "Ich bin eigentlich 'nur' der Vernetzer", lacht Kreuzer und wirft umgehend einen Blick auf seinen Laptop, wo die Niederschlagsfront erkennbar ist. Das Material wird von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zur Verfügung gestellt, bei weiteren Fragen werde "das rote Telefon" betätigt. Und nein, es ist nicht wirklich rot, es wird nur als solches bezeichnet.

"Nicht ohne Schirm"

Heute, 28. Juni 2018, sieht man schnell, dass die Regenmenge in den Voralpen bei 100 l/m2 liegt, würde diese Menge im Weinviertel fallen, dann wäre die Region auf der Karte anstattt orange (das bedeutet Achtung) nit rot – nämlich "Gefahr!" markiert. Dass sich die Niederschläge so verändern sei Thema das Klimawandels, auf einer Karte zeigt Kreuzer den Durchschnitt der letzten zehn Jahre: "Im Scheibbser Bezirk haben wir drei Mal so viel Regen" wie im Norden des Weinviertels.
Aktuell schaffen die Flüsse die Wassermassen, so wie etwa die Erlauf, die Ybbs und die Traisen. 50 bis 60 Liter habe es in den letzten drei Stunden geregnet, in Hainfeld waren es etwa 12 Liter/Stunde – heute, zwischen 7 und 8 Uhr Früh. Würde dies so weitergehen, dann "hätten wir ein Problem", sagt Kreuzer, dass man da "nicht mehr auf die Straße geht. Auch nicht mit Schirm". Auch einen Vergleich hält er für die Bezirksblätter parat: "2013 beim Donauhochwaser hat es in Deutschland und Oberösterreich zwischen 250 und 350 Liter/m2 geregent". Davon sei man jetzt Gott sei Dank noch ganz weit entfernt. Und dieses Szenario sei auch nicht absehbar.

Punktuelle Einsätze der Wehren

Punktuell seien die Feuerwehren im Einsatz gewesen – etwa in Mauerbach – viel tue sich aber nicht. Natürlich will man die Entwicklung genau wissen. Ein Anruf bei Franz Higer, Leiter des Prognoseteams, Abteilung Hydrologie und Geoinformation beim Amt der NÖ Landesregierung in St. Pölten bringt Gewissheit: "Die Böden waren aufnahmebereit, die Flüsse können das Wasser abtransportieren". Im Osten des Weinviertels liegt der Regen bei wenigen Millimietern, im Waldviertel bei bis zu 20 und bei 40 bis 50 mm/m2 am Oberlauf des Kamp und auch südlich von Gmünd. Doch ausgestanden sei dies alles noch nicht, denn wenn es heiß wird, dann gebe es entsprechend Gewitter. Und diese können schon heute und morgen auftreten.

Klingeln ertönt

Traisen, Ybbs, Erlauf und Pielach steigen flächig, HQ1 (Anm. einjähriges Hochwasser) wird erwartet, in einigen Regionen ist mit stellenweisen Überschreitungen zu rechnen. Bis zu HQ5 könne es allerdings noch werden. "Drüber geht es nicht. Überflutungen sind nicht zu erwarten", so Higer im Telefongespräch mit Kreuzer und Redakteurin Karin Zeiler. Einige Meter weiter sind Helmut Fleischmann und Ernest Jamy heute in der Landeswarnzentrale im Einsatz. "Die Kameraden der FF Trasdorf (Bez. Tulln) mussten ausrücken, ein Keller stand unter Wasser", informiert Fleischmann. Ansonsten alles ruhig hier. Besetzt ist die Landeswarnzentrale 365 Tage das Jahr, rund um die Uhr. Ein Klingeln ertönt, ein Pegel ist erhöht, zumindest hat der Schwimmerschalter in Plosdorf (Böheimkirchen) dies aufgezeigt. Umgehend wird die Information weitergegeben. Beunruhigt ist man nicht, denn "der kann auch wo hängen geblieben sein", so Fleischmann, "das ist noch lange kein Indiz für ein Hochwasser", pflichtet auch Kreuzer bei.

Zur Sache
Wenn es einen Liter/m2 regnet, dann bedeutet das 1mm Höhe. Ergo: 100 Liter sind 10 Zentimeter. Wie das Wetter ist, finden Sie immer aktuell auf der Homepage der ZAMG.

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