Schauer ist "Chefin der Bäuerinnen"

Shake Hands: Eva Hagl-Lechner gratuliert Anita Schauer zur neuen Funktion – im Bild mit Gebietsbäuerin Angelika Buchinger.
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Geheime Wahl in Würmla bringt jetzt auch Kritik an das Tageslicht.
WÜRMLA. Wenn 42 von 45 möglichen Stimmen bei der Wahl zur Gemeindebäuerin auf Anita Schauer abgegeben werden, dann kann man davon ausgehen, dass sie sich dieses Vertrauen in den letzten zehn Jahren bei den Bäuerinnen erarbeitet hat. "Man muss ehrlich sagen, dass sie in der Ortschaft immer viel getan hat", sagt Angelika Hack, Gemeindebäuerin von Sieghartskirchen und somit Kollegin auf Augenhöhe.
Doch das sehen nicht alle so, die Kritik, dass Schauer keine "richtige Bäuerin ist", wird an die Redaktion der Bezirksblätter herangetragen. Und damit nicht genug, heißt es, dass "da eine außenstehende Bäuerin gar keine Chance hat, in die Clique reinzukommen. Der Verein wird großteils von Leuten geführt, die mit der Landwirtschaft nichts zu tun haben".
Eva Hagl-Lechner, ihres Zeichens Bezirksbäuerin klärt auf, dass man vor fünf Jahren in den Vereinsstatuten festgelegt habe, dass frau nicht verpflichtend Landwirtin sein muss, um Orts- oder Gemeindebäuerin zu werden: "In der Funktion geht es vielmehr darum, Informationen und Arbeitsprogramme weiterzugeben", so Hagl-Lechner.

Bin keine stille Teilhaberin

Schauer ist Kinderbetreuerin in der Gemeinde Würmla, ihr Mann hatte einen Bauernhof und sie selbst kommt von einem Heurigen in Klein-Staasdorf. "Ich bin nicht von Null auf Hundert hineingewählt worden und keineswegs stille Teilhaberin. Im Gegenteil, ich habe als Ortsbäuerin-Stellvertreterin viele Agenden übernommen, wenn es der Chefin zeitlich nicht ausging", sagt sie gegenüber den Tullner Bezirksblättern.

Da kommt's Essen her

Zudem würden sich Politiker ihre Nachfolger selber aussuchen und weiters "wird es immer schwieriger, dass sich wer findet, der das Amt übernimmt". Trotzdem war sie zu Beginn nicht begeistert davon, dass sie kandidiert – auch ihrer Meinung nach hätte eine Landwirtin den Job erhalten sollen. War so aber nicht. Bereits im Vorfeld habe man ihr (Schauer) gesagt, dass man sie nicht allein lassen werde, aufgrund ihrer Bestellung zur Orts- und Gemeindebäuerin seien nun auch einige Bäuerinnen im Verein geblieben. Ihre Intention? Die Themen der Landwirtschaft näherzubringen, Kindern zu erklären, woher die Produkte kommen. Und die Kritik? "Das sorgt nur kurzfristig für Unruhe, in zwei, drei Monaten hat sich das gelegt", so Hack, die überzeugt ist, dass es egal ist, ob den Job eine Bäuerin ausübt oder nicht, da die Tätigkeiten großteils organisatorisch sind. "Und bei der Feuerwehr haben wir mittlerweile auch Frauen, die Kommandanten sind und das kratzt niemanden mehr", so Hacks Fazit.

Zur Wahl:
Im gesamten Bezirk Tulln finden derzeit die Wahlen der Orts- und Gemeindebäuerinnen statt, die auf fünf Jahre bestellt werden. Am 23. Mai steht die Wahl der Gemeindebäuerin in Klosterneuburg an – und dieser stellt sich Andrea Schmuckenschlager.

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