Revision in Altenwörth
Unter der Turbine, im Herzen des Kraftwerks (mit Video)

Vor dem Laufrad: Kraftwerker Matthias Rossecker und Verbund-Presse-Chef Florian Seidl.
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  • Vor dem Laufrad: Kraftwerker Matthias Rossecker und Verbund-Presse-Chef Florian Seidl.
  • Foto: Karin Zeiler / Bezirksblätter NÖ
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Revision im Donaukraftwerk Altenwörth: Turbine sechs wurde trockengelegt, die Rotorblätter geschliffen und alles gereinigt. Und die Bezirksblätter waren mit dabei.

ALTENWÖRTH / ZENTRALRAUM NÖ. "Genau genommen sind wir 20 Meter unter der Donau", sagt Florian Seidl, seines Zeichens Pressesprecher der Verbund AG. Aber er ist nicht allein, im Schlepptau hat er Kraftwerker Matthias Rossecker und Tullns Bezirksblatt-Redakteurin Karin Zeiler dabei.

Und hier erhalten Sie gleichen einen Eindruck, wie das so war:

Sechs liegt im Trockenen

Neun Turbinen zählt Österreichs größtes Laufkraftwerk – und jede davon muss auch einer entsprechenden Revision unterzogen werden. In diesem Jahr und jetzt aktuell ist die Nummer sechs dran. Dazu wird sie trockengelegt, das bedeutet, dass zuerst alles abgedichtet und dann das Wasser – in etwa 100 Kubikmeter – abgelassen wird.

Revision ist wie Pickerl

Auch wenn man – bedingt durch das Hochwasser – erst vor drei Wochen beginnen konnte, ändert dies nichts am Fertigstellungstermin, der für den 26. März geplant ist. Doch – wie  kann man sich so eine Revision vorstellen? "Das ist so wie das Pickerl beim Auto. Wir kontrollieren die beweglichen Teile, wir schauen, ob Rostschäden entstanden sind und wir schleifen die Rotorblätter der Turbine wieder blank", erklärt Seidl. Schließlich muss alles funktionieren, denn in Altenwörth wird Strom für 580.000 Haushalte erzeugt. Damit das weiterhin so bleibt, ist eben diese Revision notwendig.

Jagd auf roter Oktober?

Im leeren Einlauf der Turbine befindet sich der Generatorteil, der durchaus Ähnlichkeit mit einem U-Boot hat. Dahinter ist ein Ring mit elektrischen Polen, der durch das Laufrad und somit durch die eigentliche Turbine angetrieben wird. Und das wurde bei der exklusiven Führung auch gezeigt.

"Achtung, Kopf"

Die Sicherheitsschuhe werden angezogen, der Helm aufgesetzt und schon ging's mit dem Lift unter die Erde. Einen langen Gang entlang, in dem die Motorengeräusche der anderen acht Turbinen zu hören waren. Und dann über eine Leiter hinauf. Und dort ist sie, die Turbine. Besser gesagt das Laufrad mit einem Durchmesser von sechs Metern. "Achtung, Kopf", warnt Rossecker, aber zu spät. Etwa 14 Grad Celsius beträgt die Temperatur, es ist feucht und tropft.

Normale Herzfrequenz

Doch hier ist man noch lange nicht am Ende der Besichtigung. Über ein Seil geht's in der Hocke durch die blitzblanken Rotorblätter durch. Gut festhalten, denn da ist's rutschig, erst dann sieht man das ganze Ausmaß so einer Turbine.
"Und wenn die Wand dem Wasser doch nicht standhält?", will Zeiler wissen. Das kostet Seidl und Rossecker nur ein Lächeln. Selfieshooting. Ja, das gehört dazu, immerhin kommt man nicht alle Tage hierher. Außerdem dabei ist natürlich auch das Verbund-Makottchen, eine Ente mit Helm, die fürsorglich von Seidl in Szene gesetzt wird.
Langsam aber doch, nimmt die Herzfrequenz von Zeiler ab, die Knie schlottern nicht mehr ganz so, wie zu Beginn. Auch das beklemmende Gefühl nimmt ab. Durchatmen, fühlen und staunen ist dann angesagt, bevor der Weg zur Oberfläche angetreten wird.

Das Kraftwerk Altenwörth

wurde in den Jahrn 1973 bis 1976 in Niedrigbauweise errichtet. Neun Maschinensätze, bestehend aus je einer Kaplan-Rohrturbine und je einem direkt gekoppelten Drehstromgenerator, wurden eingebaut. Die Wehranlage besteht aus sechs Wehrfeldern und zwei Schleusen mit einer Länge von 230 und einer Breite von 24 Metern.
Im Herbst 2020 baut Verbund hier Niederösterreichs längste Fischwanderhilfe, zusätzlich verbessert VERBUND als Kraftwerksbetreiber zusammen mit der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram die Badequalität am Altenwörther Altarm. Die Fischwanderhilfe verbindet Renaturierungsprojekte an der Donau und ihren Zubringerflüssen und stärkt damit die Artenvielfalt der Donau. Der Bau wird (vorbehaltlich aller Genehmigungen) im Herbst 2020 starten und voraussichtlich 18 Monate dauern.

Autor:

Karin Zeiler aus Tulln

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