Was Pendler im Bezirk Tulln brauchen

Die Schülerinnen Carina Rust und Nina Stadler beim Warten am Bahnhof Tullnerfeld.
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  • Die Schülerinnen Carina Rust und Nina Stadler beim Warten am Bahnhof Tullnerfeld.
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BEZIRK TULLN (bt). Niederösterreich ist das Land der Pendler. Aktuell werden jährlich 30 Millionen Bahn- und 51 Millionen Buskilometer angeboten. Und jährlich werden es mehr. Auch im Bezirk Tulln steigt das Angebot im Öffi Verkehr. Wir haben Pendler im Bezirk gefragt, wie zufrieden sie mit der Verbindung sind - und was sie sich vom „Öffi-Christkind“ wünschen würden.

Lange Wartezeiten unter Kritik

"Mehr Züge in der Früh", lautet der Wunsch von Sarah Müllner. Die Bezirksblätter treffen die Pendlerin in den Morgenstunden am Bahnhof Tullnerfeld an. Nach Wien soll es gehen, was problematisch wird wenn die S-Bahn von Tulln Verspätung hat. "Dann muss ich eine Stunde warten", kritisiert Müllner, die auf die Verbindung angewiesen ist, wenn sie ihr Kind zuvor im Kindergarten absetzt.
Unter den Pendlern in der Tullnerfelder Bahnhofshalle tummeln sich auch die Schülerinnen Nina Stadler und Carina Rust. Mit den morgendlichen Linien nach St. Pölten sind sie zufrieden, am Nachmittag ist die Situation aber oft eine andere. "Von St. Pölten zurück sollten mehr Züge gehen, da müssen wir meistens 40 Minuten warten", erzählen die jungen Frauen, die sich für eine engere Taktung aussprechen.

"Züge sind gesteckt voll"

Für "zwei Waggons mehr" ist Philipp Mayer, der in Wien Meidling arbeitet und täglich vom Bahnhof Tullnerfeld abfährt. In den vergangenen zwei Jahren, seit dieser Zeit pendelt er, sind Verbesserungen erfolgt. Aber: "Das reicht nicht mehr, es wird immer voller. Die Züge sind gesteckt voll", schildert er das übliche Pendler-Dilemma.
Petra Fillafer hingegen kämpft vor allem mit der aktuellen Parkplatzsituation. Eine dreiviertel Stunde früher ist sie aus dem Raum Herzogenburg angreist, nur um ein Platzerl für ihr Auto ergattern zu können. "Das andere ist, wenn es eine Busverbindung geben würde, würde ich sofort mit dem Bus herfahren", meint die Pendlerin aus Kapelln, die erklärt: "Ich würde lieber viel ökologischer pendeln. Schade, dass das nicht geht." An der Taktung der Züge hat sie allerdings nichts auszusetzten und auch auf einen Sitzplatz pocht sie nicht.

Fahrplanwechsel bringt Verbesserung

"Im Bezirk Tulln werden wir auch in den kommenden Jahren zahlreiche Investitionen in den Öffentlichen Verkehr setzen. So werden bereits mit kommendem Fahrplanwechsel die raschen Verbindungen am Bahnhof Tullnerfeld ausgebaut, auch die S40 Wien Franz-Josefs-Bahnhof – Tulln – Bahnhof Tullnerfeld wird massiv gestärkt“, informieren Verkehrslandesrat Karl Wilfing und Landtagsabgeordneter Christoph Kaufmann. An der Neubaustrecke Tullnerfeld – Wien Westbahnhof beziehungsweise St. Pölten soll ab 2019 ein Halbstundentakt angeboten werden.

Bis zu 14.000 Sitzplätze mehr

Bereits mit dem Fahrplanwechsel 2017/18 werden Maßnahmen umgesetzt, die um bis zu 14.000 Sitzplätze mehr für Pendler bringen.

  • REX-Stundentakt aus dem Bahnhof Tullnerfeld zum Westbahnhof über Hütteldorf bzw. nach St. Pölten und Amstetten - auch an Samstagen, Sonn- und Feiertagen
  • Verdoppelung des Schnellbahn-Angebotes zwischen Wien Franz-Josefs-Bahnhof und Kritzendorf auf 4 Züge/Stunde zu besonders nachgefragten Zeiten
  • Neuer, durchgehender Halbstundentakt (statt wie bisher Stundentakt) an Sonn- und Feiertagen Wien Franz-Josefs-Bahnhof  – Tulln Stadt

23 Millionen für Bahnhöfen und P&R-Anlagen

„Im Bezirk Tulln werden rund 23 Millionen Euro allein in die Modernisierung und den Ausbau von Bahnhöfen und P&R-Anlagen investiert“, ergänzt Verkehrslandesrat Wilfing. Unter anderem werden die Bahnhöfe Langenlebarn und Kirchberg am Wagram um über 12 Millionen Euro sowie die P&R-Anlagen in Tullnerfeld, Langenlebarn, Tulln und Groß Weikersdorf um über 11 Millionen Euro attraktiviert und ausgebaut.
Zukünftig soll auch der Bahnhof St. Andrä-Wördern angepasst werden, damit die S-Bahn Züge in der Hauptverkehrszeit vier Mal stündlich bis St. Andrä-Wördern verkehren können. Dadurch kann das Angebot gegenüber heute für die Region St. Andrä-Wördern verdoppelt werden. Mit dem Bahnhofsumbau Tulln an der Donau soll der Taktknoten Tulln zwischen S-Bahn- und schnellem Nahverkehr sowie Regionalbusverkehr weiter ausgebaut werden.

Investition von 30 Millionen bis 2030

„Niederösterreich investiert offensiv in den Öffentlichen Verkehr und das merkt man auch in Tulln, wo insgesamt bis 2030 rund 30 Millionen Euro investiert werden. Damit werden die Pendlerinnen und Pendler entlastet und die Öffis entsprechend attraktiviert. Heute werden bei uns im Bezirk über 2,7 Millionen Zugkilometer und 3,3 Millionen Buskilometer angeboten“, stellt Landtagsabgeordneter Christoph Kaufmann fest.

Erfolgte Maßnahmen

In den vergangenen Jahren wurden im Bezirk Tulln bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um den Öffentlichen Verkehr zu stärken:

  • Schaffung und Ausbau rascher REX-Verbindungen aus dem regionalen Mobilitätsknoten Bahnhof Tullnerfeld nach Westen bzw. Osten
  • ½-stündige Anbindung Bahnhof Tullnerfeld aus der Stadt Tulln in der Hauptverkehrszeit
  • Halbstündige Verbindung zwischen Klosterneuburg und St. Pölten
  • Ganztags halbstündige Verbindungen an der S40 Wien-Franz-Josefs-Bahnhof – Tulln (Mo-Sa)

Die Schülerinnen Carina Rust und Nina Stadler beim Warten am Bahnhof Tullnerfeld.
Verkehrslandesrat Karl Wilfing mit LAbg. Christoph Kaufmann;

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