"NÖ ist Musterschüler"

Christoph Kaufmann; Karl Wilfing; Anna Haider; Josef Schwanzer;
  • Christoph Kaufmann; Karl Wilfing; Anna Haider; Josef Schwanzer;
  • Foto: Land NÖ/citronenrot
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ZENTRALRAUM (pa). Gestern veranstaltete das Land Niederösterreich sein Regional-Symposium zum Öffentlichen Verkehr und den Zukunftschancen bis 2030 für den Zentralraum in Krems. „Niederösterreich hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Während vor 15 Jahren der Fokus vor allem auf die Schaffung von Verkehrsinfrastruktur lag, so ist heute das Zeitalter des Öffentlichen Verkehrs in Niederösterreich gekommen. Wir haben alleine in den vergangenen 5 Jahren unsere Verkehrsleistungen auf der Bahn um über 3 Millionen Kilometer ausgebaut und unser Landesbudget für Öffentlichen Verkehr seit 2011 um 75 Prozent auf 140 Millionen Euro für 2018 gesteigert. Und auch die Fahrgastzahlen sind deutlich gestiegen – rund 800.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher fahren heute öffentlich! Das sind um 130.000 Personen mehr als noch im Jahr 2011“, stellt Verkehrslandesrat Karl Wilfing bei seiner Keynote am Symposium fest.

Anspruchsvolle Anforderungen

Gerade in Niederösterreich sei der Öffentliche Verkehr schwieriger als sonst wo zu organisieren – neben Gebirgsregionen, Flachlagen, Tälern und Grenzregionen gebe es auch Ballungszonen und alle seien gleichermaßen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu versorgen. „Und daher sind auch die Anforderungen an den Öffentlichen Verkehr genauso anspruchsvoll wie unsere Geographie. Der Ballungsraum rund um Wien benötigt ein anderes Angebot als beispielsweise das Waldviertel. Deshalb setzen wir gerade in ländlichen Regionen stark auf Sprinter-Züge und individuelle Mobilitätslösungen für die ‚letzte Meile‘, während wir beispielsweise im Wiener Umland auf S-Bahn Viertelstundentakte bauen“, so der Verkehrslandesrat.

Mobilitätspaket geschaffen

All diese Aspekte müssten berücksichtigt werden, um einen groß gedachten und genauso bis ins Detail ausgearbeiteten Fahrplan für ein ganzes Bundesland und seine Menschen zu erschaffen. „Wir wollen kein Flickwerk, sondern das Große im Blick und gleichzeitig ein Sensorium für die Bedürfnisse und Ansprüche kleinster Einheiten. Ich bin froh, dass wir genau das mit dem ‚Mobilitätskonzept 2030+‘ und dem ‚Mobilitätspaket 2018-2022‘ geschafft haben. Damit haben wir den Weg Niederösterreichs in die Zukunft im Öffentlichen Verkehr klar vorgezeichnet“, stellt Wilfing fest.
Das „Mobilitätskonzept 2030+“ des Landes Niederösterreich stellt Multimodalität und die intelligente Verknüpfung aller Verkehrssysteme in den Vordergrund. Daher wird beispielsweise massiv wert auf den Ausbau der P&R-Anlagen gelegt. Hier ist Niederösterreich mit 38.500 PKW-Stellplätzen Vorreiter, denn das sind in Summe mehr PKW-Stellplätze als alle anderen acht Bundesländer zusammen haben. Ziel ist es, bis 2025 auf insgesamt 50.000 Stellplätze zu kommen. Die Hauptachsen sollen gestärkt werden, während die Regionalbahnen und Buslinien als Zubringer fungieren.
Das „Mobilitätspaket 2018-2022“ beschäftigt sich hingegen vor allem mit der mittelfristigen Perspektive. Bis 2022 werden damit rund 3,3 Milliarden Euro in Mobilität investiert – unter anderem in den Bau von 4.500 P&R-Stellplätzen und weitere Taktverdichtungen im ganzen Land und auf allen Bahnlinien.

Bahnhöfe werden modernisiert

„Erst kürzlich haben wir außerdem mit den ÖBB ein Bahnpaket unterschrieben und uns klar darauf festgelegt, in die Attraktivierung unserer Regionalbahnen zu investieren – Langsamfahrstellen werden ausgebessert und 121 Bahnhöfe modernisiert. Ziel ist es dabei, Fahrzeiten zu verkürzen und den Komfort für die Pendlerinnen und Pendler zu steigern. Dafür investieren wir gemeinsam mit den ÖBB bis 2030 rund 875 Millionen Euro. Kein Land investiert so viel wie Niederösterreich in seine öffentlichen Verkehrsmittel – wir sind daher heute Musterschüler im Öffentlichen Verkehr“, informiert Wilfing über das Infrastruktur-Ausbauprogramm.
Vor allem im Zentralraum investiere Niederösterreich auch nachhaltig in die Verkehrsinfrastruktur. „Mit der Inbetriebnahme der neuen Westbahnstrecke ist uns ein Meilenstein für den Öffentlichen Verkehr gelungen. In 26 Minuten von St. Pölten in die Wiener Innenstadt ist mit keinem anderen Verkehrsmittel machbar. Zugleich haben wir dem Bahnpaket mit den ÖBB wichtige Infrastruktur-Maßnahmen beispielsweise die Attraktivierung der gesamten Traisentalbahn und punktuell auf der inneren Westbahnstrecke paktiert. Und speziell um die Ballungsräume bauen wir mit dem ‚Mobilitätspaket 2018-2022‘ den Öffentlichen Verkehr durch Taktverdichtungen weiter aus“, so der Verkehrslandesrat.
„Darüber hinaus haben wir mit dem Fahrplanwechsel 2017/18 wieder Verbesserungen für den Zentralraum vorgenommen: einen ganztägigen REX-Stundentakt von Amstetten über St. Pölten nach Wien und die Einführung eines Halbstundentakts der S40 von Tulln nach Wien. Zusätzlich gibt es zahlreiche Verbesserungen und Anpassungen an Bahn-Abfahrtszeiten im Busbereich im gesamten Bezirk“, so der Verkehrslandesrat.

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