SPÖ ortet Skandal: "Tullner Stadtrat ruft zu Gewalt auf"

Listen-Chef Ludwig Buchinger: "Wenn du sie nimmst und alle zsaumhaust in einen Sack und du haust mit einem Prügel drauf, dann erwischt nie einen falschen".
  • Listen-Chef Ludwig Buchinger: "Wenn du sie nimmst und alle zsaumhaust in einen Sack und du haust mit einem Prügel drauf, dann erwischt nie einen falschen".
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TULLN. Was unterscheidet TOP Tulln von den anderen Parteien im Tullner Gemeinderat, wollte der Moderator von Listen-Chef (Tullner ohne Parteibuch) und Innenstadt-Stadtrat Ludwig Buchinger bei dessen Party wissen. Die Antwort kam prompt: Diese Veranstaltung sage alles aus, das würde einer anderen Partei nicht einfallen, die "machen ökologische Festln und reden gescheit und im Prinzip wenn du sie nimmst und alle zsaumhaust in einen Sack und du haust mit einem Prügel drauf, dann erwischt nie einen falschen". Applaus und Bravo-Rufe waren die Folge dieser Aussage.

Rücktritt wird gefordert

Geklatscht wird aber nicht bei der SPÖ – im Gegenteil, "einen ungeheuerlichen Skandal" ortet SPÖ Bezirksgeschäftsführer Günther Franz im Zusammenhang "mit dem Gewaltaufruf des Tullner Stadtrates gegen alle anderen Parteien". Buchinger solle Anstand haben und nach einer angemessenen Entschuldigung zurücktreten: "Wir brauchen Politiker, die durch Ideen aufzeigen und für die Bevölkerung da sind und nicht Politiker, die ihre Gefolgsleute zur Gewalt gegen politische Andersdenkende aufrufen", so Franz. Auch SPÖ Tulln Vorsitzende Gerlinde Sieberer zeigt sich irritiert über die Aussage: "Im Umkehrschluss bedeutet das, dass es alle anderen Parteien, außer der Liste TOP, verdienen „geprügelt“ zu werden. Politische Auseinandersetzungen müssen und dürfen hart geführt werden, aber diese Aussage schießt weit über das Ziel hinaus und zeigt ein Demokratieverständnis, dass ich von jemanden der schon lange in der Politik ist, nicht erwartet hätte".

"Klär das face to face"

NEOS-Mann Herbert Schmied ist der Meinung, dass "wir in unserem Land gerade andere Sorgen haben", will zur Aussage Buchingers keine Stellungnahme abgeben.  Nur so viel: "Ich habe eine gute Gesprächsbasis mit dem Wickerl (Anm. Ludwig Buchinger) und werde daher mit ihm face to face über seine Aussage sprechen".

Entscheidung der Fraktion offen

Wie man mit der Aussage von Buchinger umgeht, müsse in der Fraktion besprochen werden, meint Tulls ÖVP-Chef Peter Höckner: "Jeder kann sich selber einen Reim drauf machen". Die Aussagen sei eher emotional: "Das hatten wir ja in der letzten Zeit", lacht Höckner (und meint damit Straches Ibiza-Video), der sich persönlich nicht angegriffen fühlt und das "eher cool" sieht.
Auf Nachfrage der Bezirksblätter meint Buchinger zur Aussage im Video, dass dies "kein Aufruf zur Gewalt und auch noch vor der Strache-Geschichte war. Vielleicht war es ein wenig überzogen", räumt der Stadtrat ein, der der Meinung ist, dass "die SPÖ doch vor der eigenen Tür kehren soll". Über die Rücktrittsforderung könne er jedenfalls nur lachen, Buchinger schließt mit den Worten: "Wenn sie (Anm. die SPÖ) solche Maßnahen in den eigenen Reihen anwenden würden, dann könnten sie die eigenen Positionen gar nicht besetzen".
"Wir Freiheitliche sehen die Aussage von Stadtrat Buchinger sachlich. Die Aussage wurde sehr überspritzt und scherzhaft als Metapher genutzt. Da wir in der Regel eine gute Gesprächsbasis haben, fühlen wir uns persönlich nicht angegriffen und werden das bei der nächsten Gelegenheit persönlich besprechen". 
Die Grünen waren noch nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Wir bleiben dran.

Hier das Live-Video von TOP Tulln:

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