Nichtraucher-Volksbegehren
"Wir bleiben rauchfrei"

Sebastian Köstlbauer bleibt dabei: Sein Café bleibt rauchfrei.
2Bilder
  • Sebastian Köstlbauer bleibt dabei: Sein Café bleibt rauchfrei.
  • hochgeladen von Angelika Grabler

Auch ohne Gesetz: Tullns Lokale bleiben ihrer Entscheidung treu und bitten mit Zigarette vor die Tür.

TULLN. 881.569 Österreicherinnen und Österreicher haben das Nichtraucherschutz-Volksbegehren „DON’T SMOKE“ unterschrieben. Das Ziel, nämlich die von Vizekanzler Heinz-Christian Strache genannten 900.000 Eintragungen zu erhalten, wurde beinahe erreicht. „Nun liegt es an ihm, ob er die 881.569 Stimmen auch ernst nimmt“, so die Initiatoren Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres und Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda.
Derzeit sieht es nicht danach aus, als würde das Volksbegehren etwas ändern: Die Regierung bleibt bei ihrem Beschluss, das geplante totale Rauchverbot in der Gastronomie wieder zu kippen.

Tullns Gastronomie legte vor

Für die Tullner wiederum ändert sich wenig: Seit Anfang Mai sind Tullns Lokale bereits rauchfrei, ein gemeinsamer Beschluss. "Der eine oder andere Gast war, sagen wir mal, unglücklich", erzählt Sebastian Köstlbauer, Chef der Café-Konditorei Köstlbauer am Tullner Hauptplatz. Es habe allerdings auch sehr viele positive Reaktionen gegeben, "für viele ist es schon angenehmer nicht so stinkend heim zu kommen".

Mitarbeiterinnen glücklich

Ein Zurück kommt für Köstlbauer nicht in Frage: "Ich muss da auch an die Mitarbeiterfreundlichkeit denken." "Für uns ist es so viel angenehmer", bestätigen Kellnerinnen bei Köstlbauer und der Konditorei Wagner unisono. "Ich hab unserer Chefin da extra gedankt und ihr zu so viel Mut gratuliert". Denn auch Sabine Wagner hat die Trennwand abgebaut und führt die Konditorei als Nichtraucher-Lokal.

Aufstand abgeflaut

"Probieren kann ich nicht, wenn dann ziehen wir das durch", war Walter Duscheks Prämisse von Anfang an. Zunächst gab es Proteste der Raucher, dafür seien einige Nichtraucher wieder "auf einen Cocktail" in die Sky Bar gekommen. Durch den sehr schönen Sommer gab es wenig Reibungsfläche, wie der Winter wird werde sich noch zeigen. "Solange die anderen nicht Zurückwechseln habe ich das auf keinen Fall vor", betont Duschek. Seine Überlegungen gehen eher in Richtung Zelt auf der Terrasse für den Winter. "Falls die Genehmigungen nicht zu kompliziert werden."

Zur Sache

Von 78.451 Wahlberechtigten im Bezirk Tulln unterstützten 8.536 das "Don't Smoke" Volksbegehren schon im Vorlauf, während der Eintragungswoche kamen noch exakt 3.700 Unterschriften hinzu.
Mit 12.236 Unterstützern liegt die Zustimmung bei 15,6 Prozent und damit über dem Niederösterreich-Wert von 13 Prozent. Eine höhere Unterschriften-Quote erzielte nur der Bezirk Mödling (20,5 Prozent). Schlusslicht ist der Bezirk Zwettl mit 9,3 Prozent.

Sebastian Köstlbauer bleibt dabei: Sein Café bleibt rauchfrei.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen