21.10.2014, 12:29 Uhr

10 Jahre im Dienst des Kinderschutzes

Obmann Univ.-Doz. Prim.Dr. Hans Salzer und Initiator Mag. Peter Eisenschenk (Foto: Gesundes Tulln)

Seit 2004 setzt der Verein zur Klärung und Prävention von Kindesmisshandlungen mit der Initiative „Schau HIN“ auf Intervention, Information und Prävention, um damit ein entwicklungsförderliches Klima für Kinder zu schaffen.

TULLN (red). Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums soll die Bevölkerung erneut für das Thema "Klärung und Präsentation von Kindesmisshandlungen" sensibilisiert werden. Die Jubiläumsveranstaltung findet am Freitag, dem 24. Oktober 2014 um 19 Uhr im Festsaal im Tullner Rathaus statt. Im Anschluss an die Begrüßungsworte von Obmann Univ.-Doz. Prim.Dr. Hans Salzer und Initiator Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk sind zwei Festvorträge vorgesehen:

19.00 Uhr: "Was tun bei Verdacht?“ 
Referent: Mag. Holger Eich, Klinischer und Gesundheits-Psychologe im Kinderschutzzentrum Wien

19.30 Uhr: "Spurensicherung und DNA-Analytik nach Sexualdelikten“
Referentin: Mag.Dr.rer.nat. Christa Nussbaumer, Leitung DNA-Labor 
(Expositur des Instituts für Pathologie des Landesklinikum St. Pölten)

Über die Initiative „Schau HIN“


Kindesmisshandlung passiert
> 100.000 Mal jährlich in Österreich, die Dunkelziffer ist hoch!
> Wenn Erziehungspersonen überfordert und überlastet sind, dadurch ihre Emotionen nicht mehr im Griff haben, Stress und Spannungen nicht abbauen können.
> durch Machtmissbrauch im Zusammenhang mit mangelndem Selbstwert und gestörtem Selbstbild.
Die häufigsten Formen: körperliche oder psychische Misshandlung, Vernachlässigung oder sexueller Missbrauch.

Der Verein zur Prävention und Abklärung von Kindesmisshandlungen

wurde gegründet, weil im Rahmen der Arbeit der Kinderschutzgruppe am Universitätsklinikum Tulln folgendes beobachtet werden konnte:
> Über die Hälfte der betroffenen Kinder fallen durch den Opferschutz: ihr Leid ist offensichtlich, die Beweislage (noch) nicht ausreichend, die finanziellen Mittel für die Therapie sind deshalb nicht gewährleistet.
> Es handelt sich um ein absolutes Tabuthema: Opfer, Angehörige und Außenstehende trauen sich nicht über das Wahrgenommene zu sprechen.
> Den Opfern wird oft nicht geglaubt: Die Täter sind unauffällige, sozial integrierte Personen; größtenteils passieren die Fälle innerhalb der Familie. Diese Umstände tragen zur Verstärkung und Aufrechterhaltung der Problematik bei.

Genau hier möchte der Verein zur Prävention und Abklärung von Kindesmisshandlung ansetzen! 
Mit der Initiative „Schau HIN“!


Die Maßnahmen der Initiative „Schau HIN“ beinhalten folgende Schwerpunkte:

> Die finanzielle Unterstützung der Kinderschutzgruppe am Tullner Donauklinikum, damit insbesondere jenen Kindern, die durch den Opferschutz fallen, mit geeigneten Therapiemaßnahmen geholfen werden kann: individuell und flexibel gestaltet, auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt.
(Spendenkonto: Erste Bank Tulln, IBAN: AT95 2011 1282 6204 9501; BIC: GIBAATWWXXX)
> Eine Anlaufstelle mit Beratungstelefon Nr. 02272/690-790: Jeder, der in irgendeiner Form betroffen ist bzw. Misshandlung wahrnimmt, erhält professionelle Hilfestellung.
> Gezielte Schulungsmaßnahmen (für professionelle Helfer, Pädagogen, Erziehungspersonen und Kinder) sowie Veranstaltungen und Aktivitäten für die breite Bevölkerung.

Gemeinsam können wir etwas bewirken!


Die Initiative „Schau HIN“ ist mit vielen Beratungsorganisationen im Bereich Kindesmisshandlung vernetzt.

Hilfestellung für Eltern und Betreuer

Bereits vor 10 Jahren wurde als Bestandteil der Initiative "Schau HIN" die kostenlose Beratungsstunde in den Tullner Kindergärten ins Leben gerufen. Einmal im Monat können Eltern und Betreuer niederschwellige psychologische Beratung bei Fragen, Unsicherheit, Problemen und Sorgen rund um das Kind erhalten. Termine und Zeiten sind in den Kindergärten ersichtlich, Anmeldung ist keine erforderlich. Strengste Vertraulichkeit ist selbstverständlich, die Beratung kann auch anonym erfolgen.
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Anton Gsandtner aus Tulln | 23.10.2014 | 04:07   Melden
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